20 Jahre Planung für 350 Parkplätze

Ende Jahr soll für das Parking beim Kunstmuseum der Spatenstich erfolgen.

Unter Tag. Das Parkhaus kommt unter den St.-Alban-Graben. Links befindet sich das Gebäude der Credit Suisse.

Unter Tag. Das Parkhaus kommt unter den St.-Alban-Graben. Links befindet sich das Gebäude der Credit Suisse.

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Die Idee ist fast zwanzig Jahre alt. 1999 hat Peter Andreas Zahn auf Einladung des Baudepartements und in Konkurrenz zu den Initianten eines Parkhauses am Aeschenplatz und des Picasso-Parkings angefangen, ebenfalls über ein Parkhaus in diesem Gebiet nachzudenken. Gestern nun präsentierte Zahn, seinerseits Verwaltungsratspräsident der Projektentwicklungsgesellschaft Parking Kunstmuseum, die fertigen Pläne für das Parkhaus unter dem St.-Alban-Graben. Das Parking mit vier Untergeschossen soll 350 Plätze aufweisen und in heller Farbe gehalten sein.

Als Einfahrt wird die bereits bestehende Rampe ins Parking der Credit Suisse am St.-Alban-Graben genutzt, als Ausfahrt die ebenso bestehende Rampe ins Parking der vis-à-vis liegenden UBS. Dazwischen, quasi in einem Schlauch unter dem St.-Alban-Graben zwischen Antikenmuseum und Kunstmuseum, kommt das Parking Kunstmuseum zu liegen.

Linke verlangen Kuhhandel

Dass es fast zwanzig Jahre dauerte, bis dieses Parking nun gebaut werden kann, ist politischen wie auch projektbedingten Gründen geschuldet und auch Einsprachen. So haben immer wieder politische Manöver das Parkhausprojekt Parking Kunstmuseum behindert. So eine Regelung, die es verbietet, im Innenstadtbereich weitere Parkhäuser zu bauen. Andererseits fochten die Initianten des Picasso-Parkings einen Zuschlag der Basler Regierung für den Bau des Kunstmuseum-Parkings an. Dieser Rechtsstreit ging bis vor Bundesgericht. Ausserdem sei es gemäss Zahn schwierig gewesen, einen Investor zu finden, der an das Projekt glaubt.

Auch verlangten die Linken im Grossen Rat in der Debatte um die autofreie Innenstadt nach einem Kuhhandel. So wollten die rot-grünen Politiker für den Bau eines Parkhauses im Bereich des Kunstmuseums nur grünes Licht geben, wenn die Bürgerlichen im Gegenzug die Mittlere Brücke für den Autoverkehr sperren helfen. Dies kam zustande, allerdings verzögerte eine mögliche Volksabstimmung gegen die Sperrung der Mittleren Brücke das Projekt weiter.

Oberirdischer Parkplatzabbau

An der gestrigen Präsentation nahm auch Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels (SP) teil. Er erklärte die oberirdische Kompensationsregel, die im Bebauungsplan steht. Demnach müssten sechzig Prozent der neu geschaffenen 350 Parkplätze in einem Radius von «rund» 500 Metern um das Parking Kunstmuseum oberirdisch in der blauen Zone abgebaut werden. Wessels: «Mit dem Abbau in der autofreien Innenstadt haben wir heute knapp die Hälfte des Solls von 210 Stück erreicht.» Diese Kompensationsregel dürfte beim einen oder anderen Anwohner keine Freude hervorrufen, wenn er wegen fehlender oberirdischer Parkplätze im Quartier herumkurven und suchen muss. Der Baurechtsvertrag sieht allerdings vor, dass bis zu 35 Parkplätze dauerhaft vermietet werden dürften. Allerdings kostet die Miete pro Monat zwischen 250 und 350 Franken. Eine Anwohnerparkkarte schlägt mit 140 Franken pro Jahr zu Buche.

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Wie viel eine Stunde Parkieren für Besucher der Stadt kostet, steht aktuell noch nicht fest. Raymond Rüttimann, Leiter des Global Estate Schweiz der Credit Suisse Funds AG – sie betreibt das Parking Kunstmuseum –, sagte: «Es ist mit einem Preis pro Stunde zwischen drei und vier Franken zu rechnen.» Nicht geplant sind Ladestationen für Elektroautos. Rüttimann: «Die Überlegungen gehen dahin, dass man Ladestationen auch in Einkaufszentren nicht mehr braucht, da die Autofahrer ihre Autos zu Hause aufladen.» Allerdings würden Röhren gezogen, die den Einbau von Ladestationen jederzeit zuliessen. Rüttimann: «Wenn das Bedürfnis seitens der Kunden da ist, stellen wir das bereit.»

Für die Realisierung des Baus, die Investitionen betragen rund 52 Millionen Franken, ist die Firma Implenia zuständig. Der Konzern beginnt voraussichtlich im Januar 2019 mit dem Bau. Fertig sein soll er drei Jahre später. Die Trams können während des Baus nur auf einer Spur und wechselweise durch den St.-Alban-Graben verkehren. (Basler Zeitung)

Erstellt: 20.04.2018, 07:35 Uhr

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