Als der Tinguely-Brunnen unter dem Eis zusammenbrach

Der Fasnachtsbrunnen wird dieser Tage besonders gehegt. Zwei Mal täglich kommt der Brunnenmeister zur Kälte-Visite an den Theaterplatz.

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Rudolf Kämpf schaut genau auf die skurilen Eisskulpturen. Der Brunnenmeister, verfolgt die Vereisung an den Skulpturen genau: «Wird das Eis zu schwer, schroten wir es ab.» Gemeint ist das Abschlagen der Eisbildung wenn sie zu einseitig wird. Das ist überlebenswichtig für den «Theaterkopf» und seine neun spritzigen Artgenossen. Das Gewicht des Eiszaubers an den grossen Skulpturen kann mit der Zeit über eine Tonne betragen.

Diese eisige Last hat schon einmal Schaden angerichtet: «Im ersten strengen Winter nach der Eröffnung das Fasnachtsbrunnens im 1977 waren einige Skulpturen eingeknickt», erinnert sich Brunnenmeister Kämpf. 1986 war es, als «d Fontääne» der Eislast nachgab und wegknickte. «D Spinne» und alle grossen Skulpturen wurden nach der gewaltigen Vereisung damals ebenfalls beschädigt. Daraufhin wurde jede der grossen Skulpturen mit je vier tragfährigeren Stützen verstärkt.

Wachstumshilfe für das Eis

Natürlich ist die Vereisung des Fasnachtsbrunnens ist aber durchaus erwünscht: Zu Beginn der momentanen Kälteperiode regulierte der 56-jährige Kämpf die Fontänen an den grossen Skulpturen so, dass das Eis optimal wachsen kann. Dazu stoppe er die Motoren an gewissen Fontänen so, dass der Wasserwurf möglichst senkrecht an den Stücken entlang vereisen kann.

Auch sonst braucht der Tinguely-Brunnen dieser Tage spezielle Fürsorge: «Damit es am Steinenberg nicht zu einer Sauerei kommt, kommen wir 2 Mal täglich vorbei und zertrümmern die Eisfläche», sagt Kämpf, der bei den IWB zusammen mit fünf Kollegen für die insgesamt 200 Basler Brunnen verantwortlich ist. Denn das 60 Kubikmeter Wasser fassende Becken des Fasnachtsbrunnens ist nicht winterhart. Fröre er komplett zu, würde das sich ausdehnende Eis das Gussasphalt-Becken sprengen. Eine weitere wichtige Vorsichtsmassnahme ist die Einleitung zusätzlichen Frischwassers, damit der Kanal im kleinen Überlaufbecken nicht zufriert. Sonst würde der Kreislauf unterbrochen und die Spritzfontänen würden versiegen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.02.2012, 16:08 Uhr

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