Anstoss fürs Tram

Die baubedingten Umleitungen sorgten für eine wilkommene Reduzierung der grün-gelben Wand in der Basler Innenstadt.

Die Strecke durch die Grossbasler Innenstadt gilt als zu dicht von Tramlinien bedient, sodass auch schon von einer grün-gelben Wand die Rede war.

Die Strecke durch die Grossbasler Innenstadt gilt als zu dicht von Tramlinien bedient, sodass auch schon von einer grün-gelben Wand die Rede war. Bild: Christian Jaeggi

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Seit gestern fahren die Basler Trams wieder wie gewohnt über die Mittlere Brücke. Viele Fahrgäste werden froh sein, dass sie am gewohnten Ort aus- und einsteigen können. Die Umleitungen führten tatsächlich zu unangenehmen Umwegen, wie auf der Linie 6, die über St. Johanns-Tor, Dreirosenbrücke und Klybeckstrasse fuhr. Immerhin hat diese Strecke dem St. Johann-Quartier zu mehr Fahrgelegenheiten in die Innenstadt verholfen und eine Direktverbindung vom St.-Johanns-Tor ins untere Kleinbasel gebracht. Im Normalbetrieb fahren nur Kurse auf diesem Weg ins Depot Wiesenplatz.

Eine grün-gelbe Wand

Aber eine Umleitungsstrecke der vergangenen zwei Monate erscheint doch wie eine logische Linienführung. Denn die Linie 14 fuhr vom Bankverein aus über die Wettsteinbrücke zum Messeplatz. Dort erreichte sie ohne Abbiegen ihre Stammstrecke über den Riehenring zur Dreirosenbrücke. Auf diesem Weg werden allerdings der Barfüsserplatz, der Marktplatz, die Rheingasse und der Claraplatz nicht bedient. Immerhin gilt die Strecke durch die Grossbasler Innenstadt als zu dicht von Tramlinien bedient, sodass auch schon von einer grün-gelben Wand die Rede war. Fünf Linien befahren die Route in beiden Richtungen, dazu kommen eine Linie in einer Richtung und eine Linie in den Spitzenzeiten – zumindest so lange der Margarethenstich nicht gebaut ist.

Fahrgäste aus Muttenz, Pratteln und dem St.Alban-Quartier könnten allerdings den Barfüsserplatz nicht direkt erreichen, wenn die Linie 14 über die Wettsteinbrücke führe. Aber sie kämen immer noch in die Nähe und könnten umsteigen. Zudem enthält der vom Grossen Rat 2015 gutgeheissene Plan für den Ausbau des Tramnetzes neue Gleise durch den Claragraben, die mit der ersten Priorität versehen wurden. Von der Regierung und der grossrätlichen Verkehrskommission wurde diese Strecke allerdings eher für die Linie 8 vorgesehen, die über den Bahnhof SBB fährt. So würde die Grossbasler City aber eine Direktverbindung dorthin verlieren. Deshalb wäre vielleicht auch die Linie 14 eine Variante für den Claragraben, eine relativ kurze und kostengünstige Neubaustrecke. Vielleicht führen die Umleitungen doch zu einem Anstoss für die Verbesserung des Tramnetzes. (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.08.2017, 11:01 Uhr

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