Aus trist wird elegant

Der Neubau des Hochhauses an der Heuwaage soll auch ein zeitgemässes Wohnen ermöglichen.

Weil der Turm mit zunehmender Höhe zurückgestuft ist und schmaler wird, dürfte das Wohnen im lichtdurchfluteten Loft im 20. Stock ein ganz besonderes Erlebnis sein. Visualisierung: Miller & Maranta

Weil der Turm mit zunehmender Höhe zurückgestuft ist und schmaler wird, dürfte das Wohnen im lichtdurchfluteten Loft im 20. Stock ein ganz besonderes Erlebnis sein. Visualisierung: Miller & Maranta

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Im Moment braucht es noch viel Vorstellungsvermögen, um das Hochhaus an der Heuwaage als ausstrahlungskräftiges Gebäude mit Charisma zu sehen. Genau das soll aber aus dem in die Jahre gekommenen Block mit der farblosen Fassade werden – ein Gebäude, welches das Stadtbild prägt und die Stadtentwicklung positiv beeinflusst. Deshalb hat die Eigentümerin des Hochhauses, die Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK, eine Studie in Auftrag gegeben und sechs Architekturbüros dazu eingeladen, ihre kreativen Ideen einzubringen.

Gestern Abend wurde das Siegerprojekt des Basler Büros Miller & Maranta vorgestellt: Ein fünfeckiges, freistehendes Haus, das 72 Meter hoch ist und drei unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten bietet: «Im Erdgeschoss – dem Sockelbereich – sind Läden- und Gastronomieangebote denkbar. Darüber folgen fünf Bürogeschosse und anschliessend bis ins 20. Stockwerk noch knapp 70 Mietwohnungen», erklärt Quintus Miller, Inhaber des Architekturbüros.

Baustart nicht vor 2020

Er möchte vor allem ein Haus für Menschen schaffen, die den Neubau mit Leben füllen, in ihm wohnen, arbeiten und einkaufen können. Inspirieren liess er sich beim Entwurf des Gebäudes vom Torre Velasca, der in Mailand südlich des Doms gut 100 Meter in die Höhe ragt. «Uns war ebenfalls wichtig, dass die Basler um das Haus herumlaufen können und es von allen Seiten her zugänglich ist.»

Das Einbeziehen der Umgebung und das Design des Neubaus überzeugten auch Architekt Christoph Gantenbein, der als Mitglied des Fachgremiums in der Jury sass und die sechs Arbeiten bewertete. «Alle Büros haben tolle Arbeit geleistet, doch der Vorschlag vom Büro Miller & Maranta hat uns vor allem wegen seiner Eleganz, der Form und den Inhalten überzeugt», erklärt er. Das Haus sei freistehend, biete dank der fünfeckigen Form weniger aggressive Winkel und genügend Raum für unterschiedliche Wohnkonzepte, Dienstleistungen und Büros. Weil der Turm mit zunehmender Höhe zurückgestuft ist und schmaler wird, dürfte insbesondere das Wohnen im lichtdurchfluteten Loft im 20. Stock ein ganz besonderes Erlebnis sein. Bis dort oben aber ein Mieter einzieht und den Ausblick auf die Stadt geniessen kann, dürfte es noch eine Weile dauern. Denn nun wird in einem nächsten Schritt das Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das mindestens zwei Jahre in Anspruch nimmt. Vor 2020 – da waren sich gestern bei der Präsentation alle Beteiligten einig – wird somit an der Heuwaage kein Bagger auffahren. (Basler Zeitung)

Erstellt: 11.09.2017, 11:47 Uhr

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