Ausbau der Osttangente gibt zu denken

Der Ausbau der Basler Osttangente gestaltet sich, schwieriger als gedacht. Das Bau- und Verkehrsdepartement braucht deshalb länger, um neben der oberirdischen Sanierungsvariante eine Tunnellösung auszuarbeiten.

Unterirdisch: Das Bau- und Verkehrsdepartement prüft eine Tunnellösung für den Ausbau der Basler Osttangente.

Unterirdisch: Das Bau- und Verkehrsdepartement prüft eine Tunnellösung für den Ausbau der Basler Osttangente. Bild: Margrit Müller

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Für die Sanierung samt Ausbau der A2-Osttangente in Basel liegen die Entscheidungsgrundlagen statt Ende dieses Jahres erst Mitte 2012 vor. Die technischen Abklärungen beim Bund für eine Tunnelvariante sind komplizierter als angenommen.

Bis Ende Jahr wollte das Basler Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) eine Tunnel-Variante vorstellen. Das war im Juni. Damals dachte das BVD, dass bis Ende 2011 genügend Fakten vorliegen, um sie mit der bekannten oberirdischen Sanierungsvariante zu vergleichen. Nun steht aber fest, dass das nicht reichen wird.

Zwei Varianten

Zu reden geben insbesondere die Anschlusspunkte der Tunnels ans bestehende Strassennetz. Je nachdem wie tief der Tunnel unter der Rhein-Sohle gegraben wird, werden diese Rampen länger. Da sind Normen und aktueller Stand der Technik abzuklären. Von den Rampen hängt auch ab, wie weit das angrenzende Quartier betroffen wird.

Die Frage der Anschlüsse bestimmt auch massgeblich die Kosten mit – dazu gibt es erst grobe Schätzungen. Ein reiner Autobahntunnel ohne Anschlüsse ist indes wegen dem hohen Lokalverkehrs-Anteil von rund 70 Prozent auf jenem A2/3-Abschnitt unrealistisch. Auch dieser Anteil wird von Kanton und Bund nicht genau gleich eingeschätzt.

Das Problem mit der Statik

Als statisch heikel hat sich zudem die Idee erwiesen, den Tunnel direkt unter der bestehenden Autobahnbrücke und -linie zu bauen. Weniger Druck auf die Tunneldecke dürfte eine seitlich versetzte Tunnelposition bringen, die noch zu definieren ist. Dass ein Tunnel im Grundsatz machbar ist, hatte der Bund im Juni festgestellt.

Bei der oberirdischen Basisvariante – dem Ausbau von vier auf sechs Spuren – muss noch das Bau-Prozedere genauer abgeklärt werden. Die Auswirkungen auf den weiter laufenden Verkehr auf dieser europäischen Nord-Süd-Achse sind indes auch noch nicht vollständig geklärt. Inzwischen ist das BVD in die Projektorganisation enger eingebunden, wie es in einer Medienmitteilung hiess.

Für die oberirdische Basisvariante hat der Bund rund 900 Millionen Franken veranschlagt. Eine Tunnelvariante kostet nach früheren Schätzungen des Bundesamtes für Strassen (ASTRA) mindestens das Doppelte. (zam/sda)

Erstellt: 16.11.2011, 17:36 Uhr

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