Bald geht es aufwärts mit dem Roche-Turm

Der Roche-Turm, künftig höchstes Gebäude der Schweiz, hat seinen Tiefpunkt erreicht. Die Kälte verzögert zur Zeit zwar die Bauarbeiten an Basels grösstem Loch – bald jedoch geht es in die Höhe. Wir warfen einen Blick in die Baugrube.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Aus über dreissig Metern Höhe sehen die Bauarbeiter in ihren orangen Kleidern aus wie Lego-Männchen. Die gigantische Grube, in der sie herumwuseln, sucht Seinesgleichen – der Vergleich mit New Yorks Ground Zero, wie er dem Autoren spontan in Sinn kommt, wäre dann aber doch etwas vermessen. Es ist bitterkalt auf dem schneebedeckten Podest, von welchem man die Grossbaustelle überblicken kann. Noch ragt der Holzvorsprung weit über den Hochhauskrater. In rund einem Jahr sollen die Arbeiter von hier aus dann direkt in den Rohbau spazieren können.

Noch aber befindet sich der Mammut-Bau am Tiefpunkt. «Wir sind jetzt bei minus 20 Meter – weiter runter geht es nicht mehr. Wir sind so gut wie fertig mit dem Aushub», sagt Walter Fechtig. Der Stellvertretende Projektleiter des «Bau 1», so heisst der Roche-Turm firmenintern, ist fast jeden Tag auf der Baustelle. «Momentan sind wir wegen der Kälte ein paar Tage in Verzug – auf den gesamten Zeitplan wirkt sich dies aber nicht gross aus», erklärt Fechtig. «Bei minus fünf Grad und darunter ist das Betonieren schwierig bis gar nicht möglich.»

Grundsteinlegung im Frühling

Also wird gebuddelt und – bis vor kurzem – gebohrt. Das Herstellen der Pfahlwand und der Gründungspfähle ist inzwischen abgeschlossen. Bis zu 50 Meter tief sind die Löcher für die 389 Pfa?hle, welche das Fundament bilden werden für den 178 Meter hohen Büroturm – ein Pfahlbau sozusagen. Wichtig sind die Boden-Bolzen aber nicht nur für die Stabilität des künftigen Hochhauses – sie stützen derzeit vor allem auch die 20 Meter tiefe Baugrube, deren Flanken nicht nur dem Druck der umliegenden Roche-Häuser und der Grenzacherstrasse, sondern auch dem Wasserdruck des Rheins standhalten müssen.

«Jetzt beginnt dann der Rohbau», erklärt Walter Fechtig. Die Grundsteinlegung erfolgt im Frühling, gegen Ende Jahr soll dann das Gebäude bereits bodeneben sein. Zuständig für den Hochbau ist das Berner Bauunternehmen Marti, das auch den 126 Meter hohen «Prime Tower» erbaut hat und sich nun quasi selber übertrumpfen muss. Der Zürcher Turm ist seit vergangenem Jahr das höchste Gebäude der Schweiz – zumindest bis 2015. Dann soll der Roche-Turm in Basel fertig sein. Ein 178 Meter hoher Fixpunkt im Kleinbasel. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 14:04 Uhr

Zahlen zum Roche-Turm «Bau 1»

• Aushub: 130’000 Tonnen
• Volumen der Baugrube: ~68’000 m3
• Gebäudevolumen: 375’000 m3
• Bruttogeschossfläche: 83’000 m2
• Fassadenfläche: 32’300 m2
• Beton: 55’140 t
• Baustahl: 12’600 t
• Platz für ~2’000 Mitarbeiter
• Treppenstufen: 3’650
• Erdbebensicherheit: 6,9 nach Richterskala
• Bauende: Zweite Hälfte 2015

Artikel zum Thema

Roche steigert Gewinn trotz Frankenstärke

Trotz deutlich weniger Verkäufen: Der Pharmakonzern Roche hat 2011 mit 9,5 Milliarden Franken 7 Prozent mehr verdient als noch im Vorjahr. Rückläufig waren die Zahlungen an den Chef und den VR-Präsidenten. Mehr...

Arbeiter beim Roche-Turm um Geld betrogen

Der Roche-Turm in Basel wird das höchste Gebäude der Schweiz – und auch eines der teuersten. Gespart wurde hingegen bei den Löhnen einiger ausländischer Arbeiter. Mehr...

Roche-Mitarbeiter verlieren Gratis-Parkplatz

Roche-Mitarbeiter, die mit dem öffentlichen Verkehr weniger als 45 Minuten zu ihrem Arbeitsplatz benötigen, erhalten ab 1. Januar 2011 keinen Parkplatz mehr. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Paid Post

Sole mit allen Sinnen erleben
/sales/publireportagen/Sole-mit-allen-Sinnen-erleben/story/15341565

Mit der Angebotserweiterung bleibt sich die Rheinfelder Wellness-Welt treu in puncto Authentizität und Anspruch an gesunde Entspannung und Erholung.

Kommentare

Blogs

Tingler Zeichen der Zukunft
History Reloaded Ländler statt Swing

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Rochen statt Rentier: Ein als Weihnachtsmann verkleideter Taucher gesellt sich zu den Bewohnern des Ceox-Aquariums in Seoul. Südkorea ist das einzige ostasiatische Land, das Weihnachten als nationalen Feiertag anerkennt. (7. Dezember 2018)
(Bild: Chung Sung-Jun/Getty Images) Mehr...