Basel wirft Zirkus Knie aus der Stadt

Der Kanton sucht einen neuen Standort für Grosszirkusse. Gefunden hat man nun einen – im Kanton Baselland.

Bald ein Bild der Vergangenheit: Der Zirkus Knie auf der Rosentalanlage.

Bald ein Bild der Vergangenheit: Der Zirkus Knie auf der Rosentalanlage. Bild: Kostas Maros

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Der Basler Regierungsrat will die Rosentalanalage entlasten und aufwerten. Das Problem: Man wusste bislang nicht, wohin mit den Grosszirkussen, die dort regelmässig Halt machen. Darum hat nun die Regierung mögliche neue Standorte evaluiert – und keinen auf dem eigenen Kantonsgebiet gefunden. Die Regierung priorisiert nun den Parkplatz St. Jakob inklusive dem südlich angrenzenden Sportfeld auf dem Gebiet der Gemeinde Münchenstein. Dank seiner Grösse und seiner optimalen Verkehrserschliessung eigne sich dieser Ort sehr gut für Grosszirkusse, aber auch andere Grossveranstaltungen, schreibt die Regierung heute in einer Mitteilung.

Der Regierungsrat hat eine Reihe von Gründe gefunden, wie man dem Zirkus und der neuen Gastgebergemeinde den Umzug schmackhaft machen kann. Auf dem Parkplatz St. Jakob könne das Ziel, einen multifunktionalen Veranstaltungsort auch für Open Airs, Konzerte, Outdoor-Sportveranstaltungen zu etablieren, ideal erfüllt werden. Indem der neue Zirkusstandort auch Veranstaltungsort für weitere Grossveranstaltungen werden soll, könne sich die «Marke» St. Jakob im regionalen und nationalen Standortwettbewerb «noch besser positionieren».

Verkehrstechnisch bestens erschlossen

Zudem seien die Rahmenbedingungen ideal, da im Umfeld (ähnlich wie beim Basler Messeplatz) bereits Grossveranstaltungen stattfinden und das Gebiet über eine sehr gute Verkehrserschliessung per Langsamverkehr, öffentlichem und motorisiertem Individualverkehr (inklusive Autobahnanschluss) verfügt. «Mit diesem Entscheid kann die Innenstadt als Veranstaltungsstandort entlastet werden», schreibt die Regierung.

Es brauche einen neuen Standort für Zirkusse, weil diese am bisherigen Standort in der Rosentalanalage teilweise irreparable Bodenschäden verursacht haben, die Quartierbevölkerung diese Grünanlage nur eingeschränkt nutzen kann und für Grosszirkusse tendenziell eher zu klein ist. Das gesamte Umfeld der Rosentalanlage befinde sich zudem in einem Veränderungsprozess, das neue Anforderungen an diesen wichtigen Grün- und Freiraum stellt. Durch die Umgestaltung werde die Rosentalanlage den aktuellen Bedürfnissen der Quartierbevölkerung angepasst, die sich an den vielen Veranstaltungen auf der Rosentalanlage gestört hatte.

Fallen Parkplätze weg?

Unklar ist, wie Grosszirkusse mit dem Baumbestand auf dem Parkplatz St. Jakob in Einklang gebracht werden können. Und wo bei Veranstaltungen in der St. Jakobshalle parkiert werden kann, wenn dort Gleichzeitig ein Zirkus stattfindet. Für Parkplätze hat sich die Basler Regierung allerdings sowieso selten interessiert.

Um die offenen Fragen zu klären, wurde Immobilien Basel-Stadt mit der Ausarbeitung eines Vorprojekts zur Realisierung eines Standorts für Grossveranstaltungen auf dem Parkplatz St. Jakob beauftragt. Das Vorprojekt werde in den Jahren 2016/2017 erarbeitet. Die Ausführung wird für die Jahre 2018/2019 nach dem Abschluss der Sanierung der St. Jakobshalle erwartet.

Der neue Standort für Grosszirkusse liegt auf Münchensteiner Boden und ist im Eigentum der Immobilien Basel-Stadt. Die Gemeinde Münchenstein wurde laufend in die Standortsuche miteinbezogen und unterstützt den gewählten Standort.

Zirkus nicht informiert

Der Zirkus Knie selbst hat von den Plänen der Stadt über die Medien erfahren. Mediensprecher Peter Küchler glaubt, dass das letzte Wort über die Rosentalanlage noch nicht gesprochen ist: «Wir pflegen ein sehr gutes langjähriges Verhältnis zu den Behörden der Stadt und des Kantons Basel und sind sicher, dass sie uns zu gegebenem Zeitpunkt in die Projektierung miteinbeziehen werden. Aufgrund der eben erst erfolgten Beschlussfassung durch den Regierungsrat zur Ausarbeitung eines Vorprojektes hat jedoch noch kein zeitnaher Kontakt stattfinden können. Aus diesem Grund können wir auch noch keine Stellungnahme zu einem möglichen Standortwechsel abgeben.» (amu)

Erstellt: 10.11.2015, 14:07 Uhr

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