Basels Unort wird zur grünen Erholungszone

Umgestaltung des Nachtigallenwäldeli: Ab heute Samstag wird aus dem Schandstreifen zwischen Heuwaage und Zolli nach und nach ein Parkparadies.

Nur bei Sonnenschein erträglich: Bald entsteht hier ein Park, der zum Verweilen animiert.

Nur bei Sonnenschein erträglich: Bald entsteht hier ein Park, der zum Verweilen animiert. Bild: Florian Bärtschinger

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Besonders wenn es Nacht wird in Basel, ist der abgetrennte Weg entlang des Birsig kein besonders schöner Pfad. Davon können vor allem die Bewohner der Quartiere Bachletten und Holbein ein Liedlein singen – ebenso die Besucher der Kuppel. Nun wird alles besser. Die lang gezogene Fläche von 16'000 Quadratmetern zwischen Heuwaage und Zolli wird neu gestaltet: Unter blauem Himmel und eitel Sonnenschein griff gestern Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels zum mit Tulpen umwundenen Spaten und eröffnete damit die Bauarbeiten.

Wie bei Baustellen üblich werden die Bürger auch hier mit Behinderungen oder Umleitungen rechnen müssen. «In Anbetracht dessen, was uns erwartet, werden wir diese Unannehmlichkeiten aber alle gerne über uns ergehen lassen», versicherte Johanna Gloor-Bär, Co-Präsidentin des Neutralen Quartiervereins Bachletten-Holbein. Sie freue sich auch auf die Kinderspielgeräte, die womöglich unter dem Viadukt platziert werden, wenn die Umgestaltung Mitte 2017 abgeschlossen wird.

Jungbäume und ein Problemkind

Die Optimierung der Fläche von Zolli bis Heuwaage beschert dem Nachtigallenwäldeli 6500 Quadratmeter mehr Grünfläche und 45 zusätzliche Jungbäume – allerdings werden im Zuge der Bauarbeiten auch etwa 30 Bäume gefällt. Auch das Gassenzimmer muss der grünen Oase weichen. Die daneben stehende Kuppel findet Ersatz in einem Neubau, der nicht nur ein Musiklokal, sondern auch die lange ersehnten Proberäume für junge Künstler beinhaltet. Das konnte Betreiber Simon Lutz kürzlich stolz und endgültig verkünden.

Ein neues Parking unter dem Erdbeergraben ermöglicht eine Erweiterung des Zoos über seinen ehemaligen Parkplatz. Zusammen mit der Umwandlung des Nachtigallenwäldelis vom heutigen Unort Basels zu einem Erholungspark wird auch einem möglichen Hochwasser vorgebeugt.

Hochwasserschutz und Parking

«An Hochwasser denkt man zwar eher in Bergkantonen, aber auch der Birsig ist ein Problemkind», führte Thomas Geiger vom Tiefbaumt aus. Wer jemals beim Eingang des Rathauses die Wassermarken der vergangenen Hochwasser gesehen hat, der weiss, dass den Baslern das Wasser tatsächlich ab und an bis zum Halse stand.

«Der Birsig», so Geiger, «ist nicht immer so ruhig und klar wie heute.» Weil der Fluss, der auch durch die Stadt fliesst, früher mitunter Abwasser mit sich führte, wurde er zugedeckt. Schwillt er an und reissen die Wassermassen Laub, Äste und gar Bäume mit sich, wird der Eingang in den unterirdischen Stollen verstopft, was zu einem Hochwasser führen kann. Um diesem Risiko vorzubeugen, wird der Zugang zum Stollen vergrössert, und darum das Heuwaage-Parkdeck abgerissen. Zwei Rechen beim Dorenbachviadukt und der Munimattbrücke helfen zusätzlich, den Stolleneingang von Treibgut frei zu halten.

Den Durchgangsort Nachtigallenwäldeli in eine grosszügigen Park zu verwandeln, kostet insgesamt 11,2 Millionen Franken, welche aus dem Mehrwertabgabefonds und – für den Hochwasserschutz – aus den Mitteln des Tiefbauamtes und Bundessubventionen finanziert wird. (Basler Zeitung)

Erstellt: 21.03.2015, 14:10 Uhr

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