Baselworld rüstet sich für Promis

Während die Messebaustelle hinter Hüllen verschwindet, hofft man bei der Baselworld auf einen Besuch des kalifornischen Ex-Gouverneurs Arnold Schwarzenegger.

Blumen für Arnie. Der Messeplatz wird herausgeputzt. Foto Roland Schmid

Blumen für Arnie. Der Messeplatz wird herausgeputzt. Foto Roland Schmid

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«Zwischenjahr» ist ein Begriff, den Baselworld-Sprecher Bernhard Keller nicht gerne mag – auch wenn 2012 faktisch das Jahr zwischen Startschuss und Eröffnung des neuen Messebaus ist. Aber «Zwischenjahr», das töne zu sehr nach Provisorium und werde darum der diesjährigen Ausgabe der Uhren- und Schmuckmesse im Ansatz nicht gerecht, findet Keller. Weil sich trotz der aktuellen Baustelle nichts ändert, weder für Besucher noch für Aussteller: «Die Arbeiten werden während der Messe unterbrochen und die Infrastruktur steht zur Verfügung wie im vergangenen Jahr.» Alles beim Alten also, drinnen wie draussen? Natürlich nicht, schliesslich hinterlässt eine Baustelle ihre Spuren, auch wenn nicht gearbeitet wird. Und trotzdem sagt Keller: «Von den Bauarbeiten wird man während der Baselworld nichts mitbekommen.»

Es ist Beat Müller, Eigentümer der Firma Famont, der sich zusammen mit seinem Team darum kümmert, dass pünktlich zur offiziellen Eröffnung nichts mehr an die Grossbaustelle auf dem Messeplatz erinnert: Zusammen mit seinem Team lässt er seit einem Monat alle Baustellen-Elemente hinter einer silbernen Verkleidung verschwinden. Eine Herausforderung sei das, aber auch ein unternehmerischer Glücksfall, sagt Müller, dessen Firma seit zehn Jahren für die Baselworld die Messegebäude verhüllt: «Der Auftrag in diesem Jahr umfasst zwar eine kleinere Fläche, ist aber viel aufwendiger, was sich natürlich rechnet für uns.»

«Es ist schon schön geworden»

Meter um Meter des grauglänzenden Bezuges spannen die Monteure um alles, was das Auge beleidigen könnte – und ziehen damit das Wohlwollen der Bevölkerung auf sich. «Endlich», wie Müller sagt: «Am Anfang beschwerten sich die Passanten bei uns. Sie fanden es verrückt, welcher Aufwand hier betrieben wird.» Mittlerweile aber habe die Stimmung umgeschlagen, «es ist halt schon schön geworden» sei ein Kompliment, das er mit dem Fortschreiten der Arbeit immer öfter gehört habe. «Das freut uns natürlich», sagt Müller, bevor er wieder zu seinem Bostitch greift; genug geplaudert, es gilt, den Zeitplan einzuhalten. Nicht mehr lange, dann geht es los mit der Baselworld 2012 und bis dahin muss alles fertig sein.

Geschäftige Stimmung herrscht auch auf dem übrigen Areal: In den Hallen werden die Stände eingeräumt, an der Tramhaltestelle bringen BVB-Monteure zwei zusätzliche Billettautomaten an, Mitarbeiter der IWB putzen das Wasserbecken und mehrere Gärtner pflanzen Blumentöpfe in die vielen Container auf dem Platz. Konzentriert gehen sie alle ihrer Arbeit nach, jeder Handgriff sitzt, von Stress keine Spur. Routine im besten Sinne, wie es scheint.

Wortwörtlich wertvolle Messe

Oder, wie Basel-Tourismus-Direktor Daniel Eggloff sagt: «Die Maschinerie an der Uhren- und Schmuckmesse läuft dank jahrelanger Erfahrung aller Beteiligten hervorragend.» Wie Baselworld-Sprecher Keller geht Egloff von einem normalen Messejahr aus, mit ausgebuchten Hotels, vollen Restaurants und Besuchern, die der Stadt während einer Woche einen Hauch von Glamour verleihen: «Die Baselworld ist für Basel im wahrsten Sinne des Wortes sehr wertvoll. Wir sind stolz, diese Weltmesse in der Stadt zu haben.»

Insgesamt 1815 Vertreter aus der Luxusgüter-Branche sind es in diesem Jahr, die sich und ihre kostbaren Waren ab morgen in den Hallen der Messe Basel für eine Woche auf 160'000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren. Einige von ihnen, sagt Baselworld-Sprecher Bernhard Keller, machen hier jeweils bis zu 90 Prozent ihres Jahresumsatzes, «vor allem für die Uhrenindustrie ist die Baselworld matchentscheidend, weil hier alle wichtigen Marken ausstellen». Wer einen Trauring oder eine Uhr für den Liebsten sucht, sei aber an der Uhren- und Schmuckmesse am falschen Ort: «Die Aussteller wenden sich ausschliesslich an ein interessiertes Fachpublikum. Als Privatperson kann man bei uns nichts kaufen.»

Kommt Schwarzenegger?

Ein Erlebnis ist die Baselworld trotzdem für die ganze Stadt, gilt Basel in dieser Zeit doch als Treffpunkt für allerlei Prominenz. So wurde schon Schauspieler Leonardo DiCaprio eingeflogen, um als Werbeträger einer Uhrenfirma für Schlagzeilen und gute Presse zu sorgen und auch Hotelerbin Paris Hilton gab sich vor drei Jahren die Ehre – damals lag ihr Marktwert noch deutlich höher als heute.

Glaubt man den Gerüchten, wird in diesem Jahr der Muskelprotz, Schauspieler und kalifornische Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger erwartet. Wann der in die Jahre gekommene Actionheld kommt, wo er absteigt, wie lange er bleiben wird – offizielle Auskünfte gibt es keine. Aber einen Tipp, wenn man so will, von Neu-«Kunsthalle»-Wirt Christian Vultier: «Bei uns verkehren während der Baselworld immer wieder Menschen, die man sonst nur in Hochglanzmagazinen sieht.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 07.03.2012, 09:14 Uhr

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