Basler Museen künden Vertrag

Ab Januar 2011 wird der Schweizer Museumspass in 13 Museen aus Basel-Stadt und Baselland nicht mehr gültig sein. Unterschiedliche Auffassungen haben zu diesem Entscheid geführt.

Das Kunstmuseum Basel ist eines der 13 Museen, die den Schweizer Museumspass ab 2011 nicht mehr akzeptieren.

Das Kunstmuseum Basel ist eines der 13 Museen, die den Schweizer Museumspass ab 2011 nicht mehr akzeptieren. Bild: Keystone

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Für Theo Wyler käme es einer Katastrophe gleich: «Wenn die Basler Museen nicht mehr mit uns zusammenarbeiten würden, wäre das schlimm für uns», sagt der Geschäftsführer des Schweizer Museumspasses. «Wir sind deshalb immer noch in Verhandlungen über einen neuen Vertrag.»

Doch Eva Keller, Leiterin Museumsdienste Basel-Stadt, sieht es anders: «Wir haben uns um Verhandlungen bemüht – leider ohne Erfolg.» Deshalb werden nun 13 Museen aus der Region Basel ihre Zusammenarbeit mit der Stiftung Schweizer Museumspass per 31. Dezember 2010 nicht mehr fortführen.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Bei den Museen, die ab Januar 2011 den Schweizer Museumspass nicht mehr akzeptieren, handelt es sich um folgende: Augusta Raurica, Antikenmuseum mit Skulpturhalle, Historisches Museum mit Barfüsserkirche, Haus zum Kirschgarten und Musikmuseum, Kunstmuseum Basel mit Museum für Gegenwartskunst, Museum BL, Museum der Kulturen, Museum Tinguely, Naturhistorisches Museum und Pharmazie-Historisches Museum.

Schon seit Längerem würden die Bedürfnisse der Geschäftsstelle des Schweizer Museumspasses von jenen der Basler Museen abweichen, sagt Keller. «Vor allem was interne Kommunikation, finanzielle Transparenz und strategische Ausrichtung betrifft, konnte keine Annäherung erzielt werden.» Auf die Frage, ob diese Themen mit anderen Museen in der Schweiz besprochen worden seien, sagt Keller: «Nein, wir haben keine entsprechenden Gespräche geführt; wir wollten keinen Einfluss auf andere Museen ausüben.»

Kritik an Sonderkonditionen

Theo Wyler seinerseits kritisiert, dass die Basler Museen Sonderkonditionen gefordert hätten, welche die Stiftung einfach nicht sofort habe erfüllen können. Ausserdem habe es mit einem der Basler Museen Diskussionen über die Stiftungspolitik in Bezug auf Partnerschaften gegeben – speziell jene mit der Raiffeisenbank, weil deren Kreditkarte als Museumspass gilt. Auch wer über Swiss Travel System eine Reise bucht, hat mit dem Ticket Zutritt zu den Museen. Gegen 100 000 Eintritte würden damit pro Jahr verzeichnet, sagt Wyler, doch sei jenes eine Basler Museum nicht unbedingt an dieser Kundschaft interessiert.

Konkurrenz

Die Geschichte des Museumspasses ist lang und bewegt. Als Schweizer Premiere wurde 1992 der Basler Museumspass eingeführt. Das Beispiel machte schnell Schule: Nur drei Jahre später entstand der Schweizer Museumspass, dem inzwischen über 440 Museen angegliedert sind. Basel gab daraufhin seinen eigenen Pass auf und stieg beim nationalen Pass ein.

Etwa zur gleichen Zeit begann sich die Oberrheinkonferenz Gedanken über einen trinationalen Museumspass zu machen – 1999 wurde er Wirklichkeit. Basler Museen machten auch hier mit. Die Folge: Der Verkauf des Schweizer Museumspasses ging in Basel zugunsten des Oberrheinischen Passes zurück. Es entstand eine Konkurrenzsituation, die bis heute anhält.

Transparenz geschätzt

Mit seinen rund 200 Museen zwischen Olten, Basel, Strassburg und Mannheim entspricht der Oberrheinische Pass offensichtlich den Besuchergewohnheiten eines trinationalen Publikums. «Im Gegensatz zum Schweizer Museumspass schätzt man hier insbesondere die Transparenz in finanzieller Hinsicht, die klare Strategie und die gute interne Kommunikation», sagt Keller – und unterstreicht die Bedeutung des Oberrheinischen Museums-Passes mit Zahlen: Im Jahr 2009 gingen 19 500 Schweizer Museumspässe und 31 700 Oberrheinische Museums-Pässe über den Ladentisch. Im selben Zeitraum wurden in den Basler Museen 28 414 Eintritte mit dem Schweizer Museumspass und 113 732 mit dem Oberrheinischen Museums-Pass gezählt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 04.09.2010, 07:31 Uhr

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