Basler haben keine Lust auf ein sauberes Rheinbord

Die Recycling-Stationen am Kleinbasler Rheinufer sind wirkungslos. Nun werden sie wieder entfernt. Die Leute haben ihren Abfall lieber liegen gelassen.

Müll am Basler Rheinufer: Im Sommer ein alltägliches Bild.

Müll am Basler Rheinufer: Im Sommer ein alltägliches Bild. Bild: Pino Covino

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Die acht Recycling-Stationen am Kleinbasler Rheinufer für Glas, PET und Blechdosen werden demontiert. Der Pilotversuch im Sommer hat nicht die erhoffte Verbesserung erbracht: Das Littering nahm nicht ab, und nur ein Bruchteil der Abfallmenge wurde separiert.

Die acht Wertstofftrennsysteme standen von Juli bis September 2017 rund drei Monate zwischen der Dreirosen- und der Wettsteinbrücke. Insgesamt wurden darin 550 Kilo PET, 650 Kilo Aluminium- und Weissblech-Dosen sowie 6200 Kilo Glas gesammelt, wie das baselstädtische Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Montag mitteilte.

Diese 7,2 Tonnen innert drei Monaten sind indes nur ein Bruchteil der rund 2000 Tonnen, die dort jährlich in Mistkübeln und blauen Abfallcontainern zusammenkommt. Abfälle und Wischgut zusammengezählt, sammelt die Stadtreinigung am Rheinbord bis zu fünf Tonnen ein - pro Tag.

So wurden die «Erwartungen (...) nur teilweise erfüllt», wie das BVD bilanziert. Viele Wertstoffe seien während des Pilotprojektes weiterhin in die blauen Container geworfen worden. Ein Sprecher der Stadtreinigung sprach von einem gewissen Verlangerungseffekt von normalen Kübeln zu den Trennsystemen; der jedoch «relativ kein» geblieben sei. Nicht beobachtet worden sei derweil, dass Glas oder PET statt in normale Sammelstellen ans Rheinufer gebracht wurde.

Zielpublikum verfehlt

Litterer liessen sich nicht von den Trenncontainern beeindrucken: Am Boden sei «nicht spürbar weniger Abfall» gelandet. Fazit: Offenbar hätte primär jene Leute ihre Abfälle getrennt, die sie sonst auch nicht auf der Strasse liegen liessen.

Positiv verbucht wird immerhin, dass die dort gesammelten Wertstoffe recht wenig verunreinigt waren: Fremdabfall war beim Glas nur zwei Prozent dabei, beim Metall fünf und beim PET 13 Prozent, wie es weiter hiess. Die Trennsysteme hätten auch keine wilden Abfalldeponien ausgelöst und sich bezüglich Vandalismus bewährt.

Die Kosten für das Pilotprojekt waren vor dem Start auf maximal 65'000 Franken veranschlagt worden. Gemäss dem Sprecher war nun die Summe unter Einbezug von Planung und Administration höher.

Nach dem ernüchternden Ergebnis der Trennsammlung will die Stadtreinigung im kommenden Sommer einen Versuch mit nachträglicher Trennung der gemischt gesammelten Abfälle durchführen. Danach werde entschieden, welches Prinzip man künftig anwende. (amu/sda)

Erstellt: 06.11.2017, 13:35 Uhr

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