Bund schlägt Rheintunnel zur Entlastung der A2 vor

Die Ausbau-Pläne für die Basler Osttangente sind um eine Variante reicher: Der Bund schlägt den Bau eines Transittunnels zwischen Birsfelden und Kleinhüningen vor. Die bestehende Osttangente soll zur Stadtautobahn werden.

Ein neuer Autobahntunnel soll die bestehende Osttangente vom Durchgangsverkehr entlasten.

Ein neuer Autobahntunnel soll die bestehende Osttangente vom Durchgangsverkehr entlasten. Bild: Lucian Hunziker

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Mit einem neuen, zwei Röhren umfassenden Tunnel zwischen Birsfelden und Basel Nord soll der Engpass auf der A2 durch Basel entlastet werden. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) schätzt die Kosten dafür auf 1,4 Milliarden Franken. Basel-Stadt und Baselland begrüssen die neue Variante.

Die A2 bei Basel sei «eine der hässlichsten Engpässe in der ganzen Schweiz», sagte ASTRA-Direktor Rudolf Dieterle am Montag in Basel. Deshalb sei eine Engpassbeseitigung seit Jahren in Diskussion. Ursprünglich war eine Verbreiterung der bisherigen A2 vorgesehen. Dies stiess in Basel aber auf Widerstand.

Unter dem Rhein durch

Gemäss der neuen Variante «Rheintunnel Basel» soll ein Teil des Verkehrs beim A2-Zubringer Birsfelden in den Tunnel geführt werden und bei der heutigen Ausfahrt Klybeck an die Nordtangente angebunden werden. Der Tunnel würde dabei unter dem Rhein hindurch geführt. Die heutige A2 bleibt in ihrer jetzigen Form bestehen.

Mit dem Tunnel kann die bestehende A2 vom Verkehr von und nach Frankreich sowie Basel Kannenfeld und Allschwil entlastet werden. Möglich ist zudem eine Erweiterung Richtung Deutschland. Dies würde zusätzlich 300 Millionen Franken kosten.

Entlastung für gesamtes Verkehrsnetz

Vorläufig ist geplant, je Röhre eine Fahrspur und einen Pannenstreifen zu bauen. Später sei auch ein Ausbau der Tunnelröhren auf zwei Fahrspuren möglich, sagte der ASTRA-Diektor.

Laut Dieterle nimmt die A2 hauptsächlich regionalen und städtischen Verkehr auf. Weil die Tunnelvariante das nachgelagerte Verkehrsnetz entlastet und bezüglich Wohnqualität deutlich besser abschneidet als die Erweiterung der bisherigen A2, erwartet das ASTRA eine finanzielle Beteiligung der Kantone Basel-Stadt und Baselland. Dies müsse in der generellen Projektierung geregelt werden.

1,4 Milliarden Franken kostet die Tunnelvariante, die Erweiterung der bestehenden A2 hätte - Stand heute - 1,1 Milliarden gekostet. Über die Zusatzausgaben von 300 Millionen Franken wird nun gefeilscht. Die Baselbieter Baudirektorin Sabine Pegoraro will vorläufig von einer Kostenbeteiligung nichts wissen. Ihr Kanton habe keine Wünsche angebracht.

Basler Wünsche erfüllt

Der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels sagte, die neue Variante entspreche den Wünschen des Stadtkantons. Die Kapazitätserweiterung erfolge vollständig unterirdisch.

Beide Regierungen begrüssten den Vorschlag des ASTRA und wollen mit dem Bund zusammenarbeiten. Bis zum Herbst wollen sie zum Projekt eingehender Stellung nehmen. Das Projekt muss nun weiter bearbeitet werden. Ein Baubeginn ist frühestens für 2025 vorgesehen.

Weil der tägliche Stau auf der A2 bereits jetzt das ganze regionale Strassennetz belastet, verlangte Pegoraro Sofortmassnahmen. «15 Jahre bis zur Fertigstellung des Tunnels können wir nicht warten», sagte sie. Komme hinzu, dass die bisherige A2 saniert werden muss. Das ASTRA prüft auf dem Abschnitt Hagnau-Augst eine Engpassbeseitigung. Dazu sollen die Fahrstreifen von drei auf vier pro Richtung erhöht werden. (amu/gst/sda)

Erstellt: 07.07.2014, 10:57 Uhr

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