Abschied

«Cindy's Diner» verlässt die Stadt

Wer die Hamburger von «Cindy’s Diner» lieber mag als diejenigen der Konkurrenz, muss ab April ins Auto steigen. Das Lokal in der Steinen schliesst.

Bald geschlossen: Das Lokal an der Steinenvorstadt bietet nur noch bis Ende April seine Burger an.

Bald geschlossen: Das Lokal an der Steinenvorstadt bietet nur noch bis Ende April seine Burger an. Bild: Henry Muchenberger

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Die drei jungen Frauen, die jeden Freitag, wie sie sagen, zum Pizzaessen ins «Cindy» gehen, werden es bedauern. Ebenso wie der Vater, der hin und wieder seiner kleinen Tochter zuliebe einen Fastfood-Zmittag einschaltet, «aber wegen der besseren Qualität nur bei ‹Cindy›». «Cindy’s Diner» in der Steinenvorstadt wird per 31. März schliessen.

Marché International, ein Unternehmensbereich der Mövenpick-Gruppe, die unter anderem das Restaurantkonzept «Cindy’s Diner» betreibt, begründet den Schliessungsentscheid mit dem auslaufenden Mietvertrag. Dieser hätte allerdings problemlos verlängert werden können, wie die Verwaltung der Liegenschaft in der Steinenvorstadt 30 bestätigt. Es müssen also noch andere Überlegungen hinter der Schliessung stecken. Man habe den auslaufenden Mietvertrag zum Anlass genommen, räumt Marché-Sprecherin Monika Matzka ein, die künftige Strategie von «Cindy’s Diner» zu überdenken. Und ist zum Schluss gekommen, «den Vertrag nicht zu verlängern». Der strategische Fokus von «Cindy’s Diner» liege vermehrt auf Hochfrequenzstandorten an Autobahnen und Flughäfen, so die offizielle Aussage. Und die neue Konkurrenz in der Steinen, der letzte Woche neu eröffnete «Burger King»? «Das hat mit der Schliessung nichts zu tun», sagt Monika Matzka. Jedenfalls nicht direkt, das sei höchstens ein Umstand, der noch dazugekommen sei.

«Cindy» hat Kultstatus

Die 20 Angestellten, die dort arbeiten, wurden gestern Nachmittag über die Schliessung informiert. Marché International versuche «so weit wie möglich», sie in anderen Restaurants zu beschäftigen. Das hiesse im Raum Basel entweder in der Mövenpick-Brasserie Baselstab am Marktplatz oder im Marché Bistro am Grenzübergang Basel-Weil. Den anderen, schreibt Marché International, «biete man Hilfestellung bei der Stellensuche».

Die einen verlieren mit dem Wegzug von «Cindy» ihren Arbeitsplatz, andere – wenn das auch weit weniger schlimm ist – einen Ort mit einem gewissen Kultstatus. Für viele wegen seinem optischen Konzept, dem 50er-Jahre-Look, der momentan wieder sehr angesagt ist. Aber nicht nur deswegen: Das «Cindy» sei für ihn untrennbar mit seiner Jugend verbunden, sagt beispielsweise ein 37-jähriger Kollege. Er ist überzeugt, dort den allerersten Hamburger in seinem Leben gegessen zu haben. Was zwar möglich ist, aber das erste Hamburger-Lokal in Basel war «Cindy» nicht. Diesen Rang besetzt «McDonald’s», das 1979 am Barfüsserplatz sein erstes Lokal eröffnete, «Cindy» kam vier Jahre später dazu.

Nur noch an der Autobahn

Das Konzept «Cindy’s Diner» ist im doppelten Sinn des Wortes ein Kind des Mövenpick-Gründers Ueli Prager, der 1962 mit der «Silberkugel» die erste Schweizer Fastfood-Kette schuf. Seine kleine Tochter, heisst es in der Firmengeschichte, habe daraufhin ebenfalls einem Konzept einen Namen geben wollen. Sie durfte. Das zweite Fastfood-Kind Pragers bekam von seiner Tochter den Namen Cindy – weil sie ein grosser Fan von Cinderella gewesen sei. Das erste «Cindy’s Diner» wurde 1971 im aargauischen Spreitenbach eröffnet. Auch das gibts nicht mehr.

Die einzigen «Cindy’s Diner» in der Schweiz werden ab April die drei an den Autobahnen sein, zwei bei Wädenswil (ZH), eines in Deitingen (SO). (Basler Zeitung)

Erstellt: 12.01.2011, 07:22 Uhr

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Fast Food mit Aussicht

Geradezu edel sieht es aus, das letzte Woche eröffnete, dreistöckige Burger-King-Lokal in der Steinenvorstadt: Nicht das sonst für Fast-Food-Restaurants übliche Interieur aus Kunststoff steht für den Gast bereit – hier sitzt man auf weissen Lederstühlen und an massiven Holztischen; und wenn man einen Platz vor den grossen Fensterfronten ergattern kann, bietet sich einem von oben die Aussicht auf das ganze Treiben in der Steinen.

Rund zwei Millionen Franken investierte Gastrounternehmer Harald Süss gemäss eigenen Angaben in den von Ferrara Architekten geplanten Bau seines zweiten «Burger King» in Basel. Dabei habe die neue, zweigeschossige Unterkellerung wegen des Grundwassers respektive des Birsigs, der unterirdisch parallel zur Steinen fliesst, «die Sache nicht gerade einfacher gemacht», sagt Süss. Das Problem ist gelöst, der Bau fertiggestellt, das Restaurant geöffnet, Harald Süss zufrieden: «Der Start ist gelungen. Die Anzahl Gäste der ersten Tage übersteigt deutlich unsere Erwartungen.»

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