Das neue Casino-Projekt hat schon viele Freunde

Die Casino-Gesellschaft startet eine Charme-Offensive für die Erweiterung des Kultur- und Konzerthauses.

Zwischen Kirche und Casino. Neu soll der Eingang zum Musiksaal auch vom Barfüsserplatz aus erreichbar sein.

Zwischen Kirche und Casino. Neu soll der Eingang zum Musiksaal auch vom Barfüsserplatz aus erreichbar sein. Bild: © Herzog & de Meuron

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Acht Jahre nach der Ablehnung des Casino-Neubaus von Zaha Hadid will es die Casino-Gesellschaft nochmals wissen: In einer Grossoffensive flatterte den Basler Stimmbürgern eine Zeitungsbeilage mit Visualisierungen des neuen Casinos in die Briefkästen. Basels Stararchitekten Herzog & de Meuron haben in untypisch sanfter Architektursprache einen Casino-Erweiterungsbau entworfen.

«Dieses Projekt löst die betriebstechnischen sowie die räumlichen Probleme in einer feinen Sprache», sagt Thomas Koeb, Direktor der Casino-Gesellschaft. Er ist für das Projekt äusserst zuversichtlich gestimmt; schliesslich ist die öffentliche Planungsauflage im vergangenen Sommer ohne Einsprache über die Runde gegangen.

40 Prozent grösser

Geplant ist ein historisch gut verträglicher Erweiterungsbau des Musiksaals zwischen dem Stadtcasino und der Barfüsserkirche. Dieser Saal mit seiner hervorragender Akustik ist im Jahr 1876 vom Architekten Johann Jakob Stehlin d. J. erstellt worden. Nun soll die nutzbare Fläche um 40 Prozent vergrössert werden. In absoluten Zahlen: Anstatt 6466 Quadratmeter sollen es 9078 Quadratmeter werden. 77,5 Millionen Franken soll der Um- und Ausbau kosten. 51 Prozent davon will die Casino-Gesellschaft selber aufbringen. Der Rest soll aus staatlichen Mitteln berappt werden. «Im Gegensatz zu anderen namhaften städtischen Konzertsälen erhält die Casino-Gesellschaft Basel keine alljährlich wiederkehrenden Subventionen», sagt Koeb. Die Spendensammlung sei seit vergangenem Herbst im Gange und man habe schon namhafte Zusagen.

Konkrete Zahlen nennt er nicht, sagt jedoch, dass man beim Zaha-Hadid­-Projekt immerhin auf fast 40 Millionen Franken gekommen sei. Diese Summe habe man nach der verlorenen Abstimmung zurückzahlen müssen. «Doch die Gönner waren enttäuscht und sagten, dass man wieder auf sie zukommen solle, wenn ein neues Projekt vorliege», sagt Koeb. Er verweist darauf, dass die Spenden auch dazu beitragen, die Säle günstiger vermieten zu können. «Wenn wir hohe Bankkredite verzinsen müssen, ist das nicht mehr möglich.»

Das Parlament muss den Kredit – voraussichtlich im Herbst – noch absegnen. Dabei ist Patrick Hafner (SVP), Präsident der Finanzkommission, wichtig, dass Auflagen gemacht werden. «Es ist ja nicht selbstverständlich, dass einem privaten Verein ein Haus finanziert wird», sagt er. Da müsse die Regierung klare Abmachungen treffen, welche alle relevanten Elemente umfasse.

Grundsätzlich jedoch dürfte das neue Projekt auf grössere Akzeptanz stossen als der grosse, dominante Wurf von Hadid. So sagt Roland Lindner (SVP), Architekt und Mitglied der Baukommission: «Alles ist besser als das alte Projekt.» Doch Details müsse man noch studieren.

Positiv äussert sich der Basler Heimatschutz, obwohl der Neubau ein Baudenkmal, die Barfüsserkirche, be­drängt. Präsident Christof Wamister ist gar im Unterstützungskomitee für das Projekt. «Ja, es kommt näher an die Barfüsserkirche als zuvor», sagt er. Doch im 19. Jahrhundert wurde ein riesiges Kaufhaus direkt neben die Kirche gestellt, das erst für den Bau des Musiksaals 1874 abgebrochen wurde. Natürlich werde nun der Durchgang schmaler und es werde weniger Platz für Marktstände geben. «Doch hier ist jetzt wohl ein taugliches Konzertleben wichtiger.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 27.05.2015, 16:15 Uhr

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