Deutliche Mehrausgaben bei der Sozialhilfe

Innert 15 Jahren hat sich die Sozialhilfequote bei jungen Ausländern im Kanton Basel-Stadt mehr als verdoppelt.

142,4 Millionen Franken flossen gemäss Sozialberichterstattung in die Sozialhilfe.

142,4 Millionen Franken flossen gemäss Sozialberichterstattung in die Sozialhilfe. Bild: Henry Muchenberger

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Rund 656 Millionen Franken hat der Kanton Basel-Stadt im vergangenen Jahr an Sozialleistungen ausgerichtet. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die am häufigsten genutzte Sozialleistung im Stadtkanton waren erneut Prämienverbilligungen.

Etwas mehr als 50'000 Personen haben 2016 Prämienverbilligungen in Anspruch genommen, wie es in einer Mitteilung des Präsidialdepartements Basel-Stadt vom Mittwoch heisst. Das ist über ein Viertel der Bevölkerung. Die dafür ausbezahlten Leistungen betrugen insgesamt 194,2 Millionen Franken, wobei ein Teil davon auch über Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen entrichtet wurde.

142,4 Millionen Franken flossen gemäss Sozialberichterstattung in die Sozialhilfe. Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Sozialhilfequote im Kanton Basel Stadt liegt bei 6,9 Prozent. Betrachtet man nur die Stadt Basel, liegt die Quote bei 7,3 Prozent. Tiefer ist sie in Riehen (3,5 Prozent) und Bettingen (1,3 Prozent).

Dramatischer Anstieg der Sozialhilfequoten

In Basel-Stadt erhielten im vergangenen Jahr rund 12'000 Personen Sozialhilfe. Ausländerinnen und Ausländer wiesen mit 10,4 Prozent respektive 11,3 Prozent eine deutlich höhere Sozialhilfequote auf als Schweizerinnen (4,4%) und Schweizer (6,2%). Der höchste Anstieg wurde ingesamt bei jungen Erwachsenen verzeichnet. Bei männlichen Ausländern im Alter von 18 bis 25 Jahren hat sich die Sozialhilfequote innerhalb von 15 Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2001 waren 7,4 Prozent der Ausländer Sozialhilfeempfänger. Die Quote bei den Schweizer Männern dieser Altersgruppe lag vor 15 jahren beinahe gleichauf.

2016 lag die Quote in der gleichen Altersgruppe bei Schweizern bei 8,2 Prozent und bei Ausländern bei 17,8 Prozent. Bei den unter 18-jährigen Ausländern liegt die Quote neu sogar bei 20,4 Prozent (2011: 12,5 Prozent). Bei fast allen darüber liegenden Altersgruppen liegen die Quoten bei ausländischen Männern nur wenig über dem Wert von 2001.

Zum Vergleich: Bei ausländischen Frauen zwischen 18 und 25 stieg die Quote zwar ebenfalls an, allerdings weniger dramatisch: Von 8,9 auf 14,3 Prozent innert 15 Jahren. Bei Schweizerinnen der gleichen Altersgruppe ist die Sozialhilfequote hingegen von 8 auf 6,9 Prozent gesunken. (Eine Übersicht über die Sozialhilfequoten in Basel-Stadt finden Sie >hier<.)

Ergänzungsleistungen zur AHV wurden 126,8 Millionen Franken ausbezahlt. 110,3 Millionen Franken gingen in Ergänzungsleistungen zur IV. Ergänzungsleistungen zur AHV wurden von gut 7800 Personen, solche zur IV von gut 7000 Personen in Anspruch genommen. Weitere Gelder flossen etwa in die ausserfamiliäre Unterbringung von Jugendlichen, Tagesbetreuungsplätze und Stipendien. (pre/sda)

Erstellt: 10.05.2017, 13:20 Uhr

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