Dialekt im Kindergarten: Regierung präsentiert Gegenvorschlag

Die Basler Regierung will dem Souverän einen Gegenvorschlag zur Initiative «Ja zum Dialekt» unterbreiten. Das Volksbegehren lehnt die Exekutive ab: Der Dialekt soll nicht als Unterrichtssprache für den Kindergarten im Schulgesetz verankert werden.

Zweisprachig: Der Kindergarten-Lehrplan soll gleichwertige Lernziele für Dialekt und Standarddeutsch enthalten.

Zweisprachig: Der Kindergarten-Lehrplan soll gleichwertige Lernziele für Dialekt und Standarddeutsch enthalten. Bild: Hannes-Dirk Flury

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Wie das Erziehungsdepartement (ED) mitteilt, soll im Schulgesetz festgeschrieben werden, dass der Kindergarten-Lehrplan für Dialekt und Standarddeutsch gleichwertige Lernziele enthalten muss. Die Aufteilung der beiden Sprachen im Unterricht soll jedoch weiterhin im Lehrplan geregelt werden.

Sprachförderziel gefährdet

Die im Januar 2009 mit 5072 Unterschriften eingereichte Initiative «Ja zum Dialekt» möchte den Dialekt als Unterrichtssprache in den beiden ersten Jahren nach der Einschulung im Schulgesetz verankern. Die Förderung in Hochdeutsch soll lediglich in einzelnen Sequenzen erfolgen.

Von einer solchen Beschränkung will die Regierung jedoch nichts wissen, weil diese das angepeilte Sprachförderziel gefährde. Die Standardsprache lasse sich so nicht als lebendige und positiv besetzte Umsatzsprache etablieren.

Didaktische Regelungen gehörten zudem nicht ins Schulgesetz, hält das ED weiter fest. Die laufende Harmonisierung der kantonalen Lehrpläne würde dadurch behindert.

Gleichwertige Lernziele

Den Initianten will die Regierung in ihrem Gegenvorschlag insofern entgegenkommen, als sie im Schulgesetz für den «Kindsgi»- Lehrplan gleichwertige Lernziele für Dialekt und Standarddeutsch verankern will. Für die Festlegung der Zeitanteile zuständig ist jedoch der Erziehungsrat, wie es im Communiqué heisst.

Prüfen müsse der Erziehungsrat auch, ob er für den Dialekt einen Mindestanteil festlegen wolle, hält das ED weiter fest. Allerdings müsse die Standardsprache aus lernpsychologischen Gründen gegenüber dem Dialekt eine leicht privilegierte Stellung behalten.

Mehr als «Lieder- und Verslisprache»

Einen Mindestanteil für den Dialekt schlägt laut dem ED auch eine Sprachexpertin in einem unabhängigen Bericht vor. Ihrer Ansicht nach sollen Mindestanteile im Lehrplan für beide Sprachen verhindern, dass der Dialekt auf eine «Lieder- und Verslisprache» reduziert wird.

Im Kanton Basel-Stadt wird in den Kindergärten seit dem Schuljahr 2009/10 mindestens zur Hälfte in Standarddeutsch unterrichtet. Der Erziehungsrat hat die Pflege des Dialekt auf den gleichen Zeitpunkt hin in den Lehrplan aufgenommen. Die Kindergärtler selbst können während der ganzen Unterrichtszeit sprechen, wie sie wollen. (dis/sda)

Erstellt: 06.05.2010, 15:33 Uhr

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