Die «Provisorische Tramhaltestelle» ist nun definitiv

Einen Monat hat es gedauert, bis die provisorische Haltestelle an der Feldbergstrasse die offizielle Bewilligung bekommen hat. Die bisherigen Reaktionen auf den Kunstraum sind überaus positiv, nur einer hat sich beschwert.

Die «Provisorische Tramhaltestelle», drei ihrer Initianten und die aktuelle Ausstellerin Andrea Kamm.

Die «Provisorische Tramhaltestelle», drei ihrer Initianten und die aktuelle Ausstellerin Andrea Kamm. Bild: Sarah Degen

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Wir sind legalisiert», prangt auf ihrem Blog. Nach nur einem Monat haben die Initianten der «provisorischen Tramhaltestelle» ihre Bewilligung erhalten. Erfahren haben sie es selbst erst eine Woche nach Publikation der zuständigen Behörde durch die Presse, sagt Joel Andres. Doch von vorne; Mitte Juni begann eine Facebook-Gruppe mit dem Namen «Provisorische Tramhaltestelle» Freunde zu akquirieren, das Ziel der Gruppe: Freiräume zu erobern (baz.ch. berichtete).

Über ein Monat ist vergangen, seit die vier jungen Männer die Dreiecksinsel an der Feldbergstrasse in Beschlag genommen haben. In der Zwischenzeit fanden mehrere Konzerte sowie Ausstellungen statt. Das Motto: Der Künstler ist König und bestimmt was, wie und wie lange präsentiert wird. Dabei soll vor allem Künstlern aus dem Quartier eine Plattform geboten werden, doch auch andere sind angesprochen. Leider zieren sich die Künstler derweil noch, bei der Tramhaltestelle auszustellen. Darum müssen einzelne zu ihrem Glück gezwungen werden, so auch die aktuelle Ausstellerin Andrea Kamm. Sie ist die Cousine eines der vier Gründungsmitglieder.

Die Reaktionen

Dabei steht der Raum mit seiner Infrastruktur den Künstlern kostenlos zur Verfügung. Eine Solarzelle sorgt für die Beleuchtung der weiss gestrichenen Wände in der hölzernen Box. Bands, die auf einen Verstärker angewiesen sind, müssen diesen selbst mitbringen. Der Raum wirkt aber durch seine Grösse alleine schon als idealer Beschaller. «Lärm darf bis 22 Uhr gemacht werden» sagt Andres. Deshalb kooporiere man bei Bandauftritten oft mit der gegenüberliegenden Bar «Agora», welche bis 4 Uhr in der Früh lärmen darf.

Die Anwohner der Feldbergstrasse sind sich Lärm gewohnt, und so gab es bislang fast keine Reklamationen. Der Einzige, welcher sich beschwert hat, ist der Abwart der vier Jungs, welche Anwohner der Dreiecksinsel sind. Der Abwart selbst ist jedoch kein Anwohner der Insel und somit kein Direktbetroffener. Allgemein sei die Resonanz auf das Projekt äusserst positiv und das Publikum sehr divers. Es wurden auch schon Märchenstunden von der anliegenden Kinderkrippe organisiert.

Künstler, welche die kostenlose Plattform nutzen wollen, können sich mit einem konkreten Terminvorschlag per E-Mail melden. Das Projekt läuft noch bis 1. Oktober. Was danach passiert, wissen die vier Initianten noch nicht so genau, am Liebsten würden sie den Kiosk auf der Insel erobern. Doch dazu sind mehrere Instandsetzungen sowie Umbauten nötig. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.08.2011, 14:28 Uhr

Artikel zum Thema

Freiraum-Projekt scheitert fast vor Eröffnung

Eine Gruppe von Leuten haben an der Feldbergstrasse einen Veranstaltungsraum gebaut – ohne Bewilligung. Noch vor der Eröffnung schaute die Polizei vorbei. Mehr...

«Desinteressiert an Zwischennutzung»

Die Regierung ignoriere die Forderung nach Zwischennutzungen und Freiräumen, kritisieren Jungpolitiker. Sie sei deshalb auch mitschuldig an illegalen Besetzungen. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Kommentare

Blogs

Tingler Zeichen der Zukunft
History Reloaded Ländler statt Swing

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Die Welt in Bildern

Rochen statt Rentier: Ein als Weihnachtsmann verkleideter Taucher gesellt sich zu den Bewohnern des Ceox-Aquariums in Seoul. Südkorea ist das einzige ostasiatische Land, das Weihnachten als nationalen Feiertag anerkennt. (7. Dezember 2018)
(Bild: Chung Sung-Jun/Getty Images) Mehr...