Ein Theologe quält sich zum Weltrekord

Über 111 Mal will Christoph Fuhrbach mit dem Velo den Rührberg bei Basel erklimmen. Am Samstag um 20 Uhr wird es ernst: Innerhalb von 24 Stunden soll der Theologe 20'000 Höhenmeter bewältigen – mitten im Hochsommer.

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Zum Veloweltrekord kommen soll es auf dem Rührberg bei Grenzach-Wyhlen (D) – einen Kilometer hinter dem Chrischona-Turm. Dass es nun wieder kühler wird, passt dem Deutschen gar nicht. «Ich bin ein Hitzefahrer», sagt Christoph Fuhrbach, dem Fahrtwind und Nachttemperaturen als Abkühlung ausreichen. Deshalb sei auch keiner der Schweizer Alpenpässe für seinen Weltrekordversuch infrage gekommen: zu kühl die Luft, zu wenig stark die Steigung. «Ich brauche eine möglichst steile Strasse ohne viele Kurven», erklärt der Ausdauersportler.

Mit satten zehn Prozent Steigung und keiner grösseren Krümmung ist die Route auf den Rührberg deshalb perfekt für Fuhrbach. Dass der Hügel zwischen Grenzach-Wyhlen und Riehen mit seinen 500 Metern über Meer relativ mickrig ist, kommt ihm gerade recht: Auf der rund zwei Kilometer langen Strecke kühlen beim Runterbrausen die Muskeln nicht ab, und das regelmässige Wenden hält dem 39-Jährigen nachts zumindest ein bisschen die Müdigkeit vom Leib.

An die Grenze gehen für eine gerechtere Welt

Mindestens 111,4-mal muss sich Fuhrbach die 180 Höhenmeter auf der Klosterstrasse hinaufquälen. Dann hat er den Weltrekord von 20 049,90 Höhenmetern egalisiert. «Eigentlich bin ich aber kein Rekordjäger», sagt der Amateursportler. Viel eher wolle er seine Grenzen ausloten und dabei für eine gerechtere Welt werben.

«Ich leide vollkommen freiwillig 24 Stunden lang. Ganz im Gegensatz zu vielen Menschen in den südlichen Ländern, deren meist unverschuldetes Leiden nach einem Tag nicht zu Ende ist», erklärt der studierte Theologe. Als Referent für weltkirchliche Aufgaben im Bistum Speyer beschäftigt er sich mit dem Leid der Dritten Welt. Und damit, dass die westliche Lebensweise dafür mitverantwortlich ist. Deshalb fliesst für jeden erklommenen Höhenmeter ein Euro an ein Hilfsprojekt in Peru, wo Teile der Bevölkerung unter den Folgen des Goldabbaus westlicher Unternehmen leiden. «Diese Menschen leisten wesentlich Schwierigeres als ich», findet der Deutsche, der vor 14 Jahren zum ersten Mal daran dachte, diesen Rekord zu brechen.

Ausnahmsweise ohne Birkenstock-Sandalen

Wenn Christoph Fuhrbach am Samstag um 20 Uhr in Grenzach-Wyhlen den Weltrekord in Angriff nimmt, geht für ihn eine zweijährige Vorbereitungsphase zu Ende, die nicht immer ohne Probleme verlief. Ende März wurde er beim Training von einem Auto angefahren und musste zwölf Tage das Bett hüten. «Wenn es gut läuft, bin ich am Ende 23 Stunden und 45 Minuten auf dem Rad gewesen», gibt sich Fuhrbach zuversichtlich. «Gerastet wird nämlich nicht.»

Nicht dabei beim Ernstkampf sind seine treuen Trainingsbegleiter, die Birkenstock-Sandalen. Hinsichtlich der zu erwartenden Strapazen wurden sie durch Sandalen «mit deutlich härterer Sohle» ersetzt. Auf dass diese durchhalten bis am Sonntag um 20 Uhr. (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.07.2010, 13:01 Uhr

Weltrekordversuch

Am Samstag, 24. Juli, um 20 Uhr startet Fuhrbachs 24-stündige Weltrekordjagd in Grenzach-Wyhlen. Im Zielraum sorgen Musik und Moderatoren für Unterhaltung.

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