Einbruchswelle rollt über Basel

Die Zahlen sind stark angestiegen. Die Kriminalpolizei macht kriminelle Organisationen und Banden aus Osteuropa für die Einbrüche verantwortlich. So können Sie sich schützen.

Kriminaltouristen. Organisierte Banden aus Osteuropa sind für einen Grossteil der Einbrüche in der Region verantwortlich.

Kriminaltouristen. Organisierte Banden aus Osteuropa sind für einen Grossteil der Einbrüche in der Region verantwortlich. Bild: Colourbox

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Woher SVP-Politiker Eduard Rutschmann die Information genau hat, will er nicht sagen. In einer Anfrage an den Regierungsrat schreibt er gestern, «gegenüber dem Jahre 2011 sind im Jahre 2012 fast doppelt so viele Einbruchsdelikte gemeldet worden» und die Tausendergrenze sei bereits überschritten.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bestätigt den Anstieg der Einbruchsdelikte und liefert die Zahlen: Im ersten Halbjahr 2011 verzeichnete die Kriminalpolizei 653 Einbruch- und Einschleichdelikte. In der gleichen Periode 2012 waren es bisher 1080. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass diese Zahl noch weiter ansteigen wird.

Diebe operieren in ganz Europa

«Mit Sicherheit gibt es weitere Fälle, da in der Regel noch nicht alle Einbruchsdelikte gemeldet worden sind», sagt Peter Gill, Medienchef der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. Für die Zukunft lasse sich daraus aber keine Tendenz ablesen und auch keine Prognose erstellen. Gill: «Wie sich das zweite halbe Jahr bezüglich Einbrüchen entwickelt, werden wir Ende Jahr sehen. Im Moment können wir dazu nichts sagen.» Die Kriminalpolizei macht kriminelle Organisationen und Banden aus Osteuropa für die Einbrüche verantwortlich. Der freie Personenverkehr innerhalb von Europa ermöglicht Kriminellen eine beinahe ungehinderte Mobilität in Europa und ein Operieren in verschiedenen Ländern. «Diese Art von Kriminalität ist eine klare Folge der Schengenverträge, die die Schweiz unterschrieben hat. Wir dürfen die Grenzen nicht mehr so wie vorher kontrollieren», sagt Rutschmann und fordert Massnahmen vom Staat.

Um «diesem Ansturm von Einbrüchen Herr zu werden», wie es Rutschmann formuliert, solle die Basler Regierung jetzt Massnahmen erlassen. «Die Einbrüche wirken sich nicht nur auf das Sicherheitsgefühl aus, sondern treiben die Versicherungsprämien der Haus- und Wohnungsbesitzer in die Höhe, und das betrifft uns alle», sagt Rutschmann. Darum schlägt der ehemalige Grenzwächter vor, in den besonders gefährdeten Quartieren private Sicherheitsfirmen patrouillieren zu lassen. Diese dürften bei einer Beobachtung nicht eingreifen, könnten jedoch die Polizei alarmieren. Rutschmann: «Das wäre sicherlich billiger als die volkswirtschaftliche Belastung durch gestiegene Versicherungsprämien.»

Anstieg auch im Baselbiet

Die Einbrecher scheinen sich diesmal auf Basel fokussiert zu haben. Zwar verzeichnet auch das Baselbiet seit Anfang Jahr mehr Einbrüche als in der gleichen Periode 2011, doch der Anstieg fällt nicht so stark aus. «Die Werte liegen per Ende der vergangenen Woche um rund einen Viertel über den Werten der gleichen Periode des Vorjahres», sagt Meinrad Stöcklin, Mediensprecher der Kantonspolizei Baselland. Im Elsass und in Südbaden gab es keinen sprunghaften Anstieg der Einbrüche. Nur bei Firmen stellt Lörrach eine leichte Häufung fest. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt hat eine Aufstellung von Massnahmen ausgearbeitet, damit sich Haus- und Wohnungsbesitzer besser vor Einbrüchen schützen können, gerade während der Ferienzeit:

> Bitten Sie Nachbarn, Freunde oder Bekannte, auf Ihre Wohnung oder Ihr Haus aufzupassen.
> Informieren Sie Nachbarn und Bekannte über den Abreise- und Rückreisezeitpunkt, damit diese im Rahmen der Nachbarschaftshilfe ein Auge auf Ihre Wohnung oder Ihr Haus werfen können.
> Installieren Sie eine Zeitschaltuhr für die Innenbeleuchtung.
> Hinterlassen Sie auf dem Telefonbeantworter keinen Ansagetext, welcher auf die Abwesenheit hinweist.
> Schliessen Sie alle Fenster und Türen (auch Garage, Keller, Dachfenster, Balkontüre).
> Die Rollläden sollten regelmässig geöffnet und geschlossen, Briefkästen regelmässig geleert werden.
> Deponieren Sie Wertsachen und Dokumente in einem Tresor oder einem Bankschliessfach. (Basler Zeitung)

Erstellt: 16.06.2012, 12:12 Uhr

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