Einsprachen gegen geplanten Hafenkran am Altrheinweg

Am Klybeckquai sei das ehemalige Gerät als Denkmal wertlos. Es gehöre streng genommen auf die Grossbasler Seite des Rheins.

Am Altrheinweg in Basel soll der Kran neu aufgestellt werden.

Am Altrheinweg in Basel soll der Kran neu aufgestellt werden. Bild: google

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Am Kleinbasler Altrheinweg rund 300 Meter unterhalb der Dreirosenbrücke soll ein alter Hafenkran zu stehen kommen. Die Maschine war bis 2010 auf der anderen Seite beim ehemaligen Hafen St. Johann in Betrieb und hat dort während Jahrzehnten Frachtschiffe entladen. Bis voraussichtlich Frühling 2017 soll dieser Hafenkran nun im Spickel Uferstrasse/Altrheinweg wieder aufgebaut werden.

Wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) von Hans-Peter Wessels (SP) vor Kurzem in einer Medienmitteilung bekannt gab, soll die Bevölkerung den Kran über eine Treppe betreten können. Das Gerät soll in ein Restaurant umfunktioniert werden. Über das gas- tronomische Konzept will das BVD voraussichtlich noch vor Ende Jahr informieren.

Gegen die Baupublikation des Hafenkrans sind beim Bau- und Gast- gewerbeinspektorat mehrere Einsprachen eingegangen, wie BVD-Sprecher Marc Keller auf Anfrage sagt. Die Einsprachefrist ist am letzten Freitag verstrichen. Bei einem der Einsprechenden handelt es sich um Philippe Ramseyer. Als Hauptgrund für seine Einsprache nennt der Heimatschutz-Interessierte die Verschiebung des Krans vom Gross- ans Kleinbasler Rheinufer. Zwar sei ursprünglich offenbar geplant gewesen, dass der Kran am ehemaligen Standort beim Hafen St. Johann wieder aufgebaut wird. «Dagegen wäre nichts einzuwenden gewesen», sagt Ramseyer. «Wenn nun dieser Kran aber auf den Klybeckquai disloziert wird, ist er kein Denkmal mehr.»

Aus denkmalpflegerischer Sicht sei ein Objekt, das an einen anderen Ort versetzt werde, als Denkmal wertlos. «Der Standort ist Teil des Denkmals», sagt Ramseyer. Hinzu komme, dass ein solcher Typ Hafenkran nie auf dem Klybeckquai installiert gewesen sei, sagt Ramseyer, der Mitglied beim Basler Heimatschutz ist.

Heimatschutz teilt Einschätzung

Christof Wamister, Obmann des Basler Heimatschutzes, kann den Gedankengang Ramseyers nachvollziehen. Er betont aber, dass Ramseyer als Privatperson und nicht im Namen des Heimatschutzes eingesprochen habe. «Im strengen Sinn ist seine Einschätzung aber richtig. Am Standort Klybeckquai handelt es sich bei diesem Kran um ein Industriedenkmal ohne Funktion.» Es sei allerdings positiv zu würdigen, dass er überhaupt wieder aufgestellt werden solle und nicht demontiert in einer Lagerhalle liegen bleibe. Wamister: «Es ist auch eine Leistung, den Kran wieder aufzubauen, auch wenn an diesem Ort nicht mit diesem Kran gearbeitet worden ist.» Auch der Basler Heimatschutz habe eine Einsprache geprüft. «Wir sind aber zum Schluss gekommen, dass wir darauf verzichten.»

Das Bau- und Gastgewerbeinspektorat muss die verschiedenen Einsprachen gegen das Projekt nun überprüfen. Bei einem negativen Entscheid gegen die Einsprechenden können diese einen Rekurs weiter an die Baurekurskomission ziehen und dann mit ihrem Anliegen weiter ans Verwaltungs- sowie ans Bundesgericht gelangen. Wann und ob überhaupt die Bevölkerung den Kran als Restaurant betreten kann, ist damit zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

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(Basler Zeitung)

Erstellt: 23.11.2016, 07:23 Uhr

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