Es drohen noch mehr Staus in der Innenstadt

Wegen der Kunstmuseums-Baustelle kommt es regelmässig zu Verkehrsbehinderungen. Ab 2014 kommen Staus wegen der Umgestaltung der Elisabethenstrasse hinzu. Verbände befürchten die totale Blockade.

Im Sommer ganz gesperrt. Die Elisabethenstrasse wird ab Frühjahr 2014 zwischen Elisabethenanlage und Henric-Petri-Strasse saniert.

Im Sommer ganz gesperrt. Die Elisabethenstrasse wird ab Frühjahr 2014 zwischen Elisabethenanlage und Henric-Petri-Strasse saniert. Bild: Nicole Pont

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Im Frühjahr 2014 soll mit der Sanierung und Umgestaltung der Elisabethenstrasse begonnen werden. «Wenn keine Einsprachen zur im Kantonsblatt publizierten öffentlichen Planauflage eingehen, soll der Baubeginn im April oder Mai sein», sagt André Frauchiger, Mediensprecher des Tiefbauamts. In einer ersten Etappe sollen im Bereich zwischen Elisabethenanlage und Henric-Petri-Strasse die Tram­geleise erneuert, die Leitungen im Boden ausgewechselt, die Trottoirs verbreitert sowie der Strassenbelag saniert werden. Bis Ende 2015 sollen diese ­Arbeiten fertiggestellt sein.

Die Baustellen dürften den Autoverkehr auf der Hauptverkehrsachse Elisabethenstrasse – vor allem in den Stosszeiten morgens und abends – zum Stocken bringen und zu Staus führen. «Verkehrsbehinderungen in den Stosszeiten sind nicht auszuschliessen», sagt Frauchiger. Von Anfang Juli bis Ende August 2014, während der Sommermonate, wenn wegen der Ferien weniger Autos unterwegs sind, werde die Elisabethenstrasse zwischen Klosterberg und Elisabethenanlage wegen des Gleisbaus vollständig gesperrt.

Mehr Autos in der Dufourstrasse

Um stehende Autokolonnen, die auch die Trams blockieren, wegen der Bauarbeiten zu vermeiden, fordert Christian Greif, Geschäftsführer der Sektion beider Basel des Auto­mobilclubs der Schweiz (ACS), den Zeitpunkt der Aufnahme der Bauarbeiten in der Elisabethenstrasse hinauszuschieben. «Das wäre im Interesse des Verkehrsflusses. Man müsste zuwarten, bis es eine taugliche Achse gibt, um vom Gross- ins Kleinbasel zu fahren.» Eine Ausweichroute gebe es aktuell nicht.

Schon jetzt kommt es während der Stosszeiten im Bereich Aeschenplatz, Brunngässlein, Dufourstrasse, Wettsteinbrücke, St.-Alban-Graben – also im Grossraum Aeschen – zu stockendem Kolonnenverkehr und Staus. Grund ist neben der Verkehrszunahme die Grossbaustelle für das neue Kunstmuseum. «Die Bauarbeiten in der Elisabethenstrasse werden zu zusätzlichen Verkehrsbehinderungen führen. Das heisst, noch mehr Fahrzeuge werden über den Aeschengraben und die Dufourstrasse ausweichen», sagt David Weber, Kommunikationsleiter des Gewerbeverbands Basel-Stadt.

Es wäre vernünftig, mit der Umgestaltung der Elisabethen­strasse zuzuwarten, bis die massiven Verkehrsbehinderungen in der Dufourstrasse beendet seien, findet Weber. Beide Zufahrtswege zur Wettsteinbrücke gleichzeitig zu behindern, würde das schon grosse Verkehrschaos in diesem Bereich noch verschlimmern. «Das kann nicht im Interesse der Behörden sein», sagt Weber.

Mit Simulation überprüft

Laut dem Amt für Mobilität fahren durch die Elisabethenstrasse täglich rund 6000 Autos. «Ein grosser Teil, etwa 4000 Autos, ist Durchgangsverkehr», sagt Martin Weibel, Abteilungsleiter Verkehrstechnik. Auch er spricht von möglichen Behinderungen. Das Tiefbauamt werde nun aber dafür sorgen, dass der Bauablauf in der Elisabethenstrasse so ausgestaltet werde, damit die Beeinträchtigungen für den Verkehr möglichst klein sind.

«Am besten arbeiten die Bauunternehmen in kleinen Etappen», sagt Weibel. Die beiden Baustellen, also die erste Etappe Elisabethenstrasse und die Dufourstrasse würden gleichzeitig funktionieren. «Wir haben das im Rahmen des Gesamtverkehrsmodells mit einer Simulation überprüft», sagt Weibel.

In einer zweiten Etappe soll dann der Bereich Henric-Petri-Strasse bis Bankverein fertiggestellt werden. Dort gibt es eine behindertengerechte Kaphaltestelle für die Trams und neue Schienen. Laut Frauchiger soll das Mitte 2017 bis 2018 passieren. Danach wird die Elisabethenstrasse für den Individualverkehr nur noch in Fahrtrichtung Bahnhof SBB passierbar sein. In umgekehrter Richtung ist nur noch Zubringer- und Anlieferdienst gestattet. Der Zeitplan für die zweite Etappe sei auch noch abhängig von der Umgestaltung des Aeschengrabens.

Dass die Elisabethenstrasse als Hauptverkehrsachse einspurig geführt wird, hat der Grosse Rat 2010 beschlossen. Die Bürgerlichen haben dagegen das Referendum ergriffen. Das Basler Stimmvolk hat das Projekt aber in einer Abstimmung im Juni 2011 mit 62,5 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen.

Tempo 30 wird eingeführt

Die Elisabethenstrasse soll für Fussgänger attraktiver werden, damit der Weg vom Bahnhof in die Innenstadt übersichtlicher wird. Auch die Velofahrer sollen profitieren. Im Zug des Verkehrskonzepts Innenstadt soll in der Elisabethenstrasse auch das Tempo gedrosselt werden. Autos dürfen künftig nur noch mit 30 Stundenkilometern fahren. Im Ratschlag ist festgehalten, dass der Einbahnmodus erst eingeführt werden darf, wenn die Behinderungen im Bereich Dufourstrasse und Kunst­museum behoben sind. (Basler Zeitung)

Erstellt: 28.11.2013, 07:00 Uhr

Umfrage

Im Frühjahr 2014 beginnen die Bau­arbeiten in der Elisabethenstrasse. ACS und Gewerbeverband fordern, damit zuzuwarten. Soll die Umgestaltung aufgeschoben werden?

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