Feiern wie im Regenwald

Die Jungle Street Groove-Parade liess trotz bürokratischer Hürden und abschreckendem Wetter elektronische Herzen höher schlagen.

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Jungle Street Groove, das ist nicht einfach «die Zürcher Street Parade am Rhein». Jungle Street Groove (JSG), das ist noch richtiges Feiern. Ohne dass ständig irgend eine Ex-Vize-fast-Miss-Schweiz oder sonstige Cervelatprominenz mit einem Kamerateam herumrennt. JSG ist noch unabhängig, jung, wild, aber eben auch klein. Und sie unterscheidet sich in der Art der Musik, die gespielt wird.

Denn «Jungle» steht nicht für die Regenwald-ähnlichen Wetterbedingungen, das war dieses Jahr einfach Pech, sondern für die Musikrichtung. Gespielt wurden Jungle, Drum'n'Bass, Dubstep sowie verschiedene genreähnliche Musik. Das Publikum ist traditionellerweise dem Anlass angepasst: Jung, alternativ, friedlich. Dieser Eindruck wird vom OK bestätigt. Es sei alles reibungslos abgelaufen, und trotz der widrigen Bedingungen hätten ersten Schätzungen zufolge rund 4000 Leute die zwölf Groovetrucks bis nach der mittleren Brücke begleitet.

Friedliches Fest

«Wir treffen uns alle um 16 Uhr am Schaffhauserrheinweg in Basel», hatte es auf der offiziellen JSG-Seite geheissen. Um vier Uhr war es kalt, es regnete, die Wettergötter schienen allesamt etwas gegen den Anlass zu haben. Eineinhalb Stunden später, beim Partystart um halb sechs Uhr, hatten sich doch schon einige Menschen neben den noch stummen Wägen eingefunden. Als dann die ersten Beats aus den Boxen dröhnten, brach unter den Anwesenden Jubel aus. Die Menschenmenge wurde immer grösser, es wurde getanzt, es wurden alte Freunde begrüsst, die zu Anfang getrübte Stimmung hatte sich gelegt.

Dabei war lange nicht sicher gewesen, ob es die Parade dieses Jahr überhaupt geben würde. Die Basler Regierung hatte nicht nur die Route gekürzt, diese hatte früher beim Münster begonnen, sondern dem OK auch Bedingungen gestellt, zum Beispiel mussten Strassenreinigung und (präventive) Sicherheitskräfte aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Das Geld dazu wurde erfolgreich bei den Fans per Crowd-Funding gesammelt. Dass eine Stadt, die sich gerne mit den Worten «Jugend» und «Kultur» schmückt, einer jungen Veranstaltung solche Steine in den Weg legt, ist schade. Nichtsdestotrotz wurde das nötige Geld aufgetrieben, und so konnte, wer wollte, mit Gleichgesinnten einen tollen Abend verbringen. Und wenn man wollte, noch die ganze Nacht, denn verschiedene Clubs in Basel boten Afterparties an, bei bis zum Morgengrauen weitergefeiert werden konnte. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2012, 01:22 Uhr

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