Frischer Wind an der Birsmündung

Die neuen Betreiber des Parkpavillons wollen das Birsköpfli kulturell und gastronomisch beleben. Auch in puncto Sauberkeit und Littering soll sich einiges ändern.

Offene Willkommenskultur: Ab nächster Saison haben Pascal Moor, Gabriel Pellicano und Thomas Gander (v.l.) im Parkpavillon Birsköpfli das Sagen. Sie wollen die Nähe zu den Besuchern suchen.

Offene Willkommenskultur: Ab nächster Saison haben Pascal Moor, Gabriel Pellicano und Thomas Gander (v.l.) im Parkpavillon Birsköpfli das Sagen. Sie wollen die Nähe zu den Besuchern suchen. Bild: Stefan Leimer

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Das Birsköpfli ist beliebt. Familien und Jugendliche unterschiedlichen Alters vergnügen sich in der warmen Jahreszeit auf der schönen Wiese mit unverstelltem Blick auf den Rhein und Bademöglichkeiten für alle Ansprüche. Und wie überall, wo mehrere Nutzergruppen aufeinandertreffen, gibt es gelegentlich Konflikte. Solche wurden vom bisherigen Pächter des Pavillons in der Vergangenheit vermehrt beklagt.

Dies veranlasste die Christoph Merian Stiftung und die Allmendverwaltung, aktiv zu werden: Sie initiierten eine unabhängige Analyse der Gesamtsituation. Zuvor hatte ein Runder Tisch mit betroffenen Anspruchsgruppen die Erstellung einer Nutzerstudie begrüsst.

Verbesserungspotenzial

Die nun vorliegende Studie, die sich auf den basel-städtischen Teil des Birsköpflis beschränkt, bestätigt, dass die Örtlichkeit gerne genutzt wird, auch wenn der vergangene Sommer etwas weniger zum Verweilen einlud. Aufgrund der Vielfalt der Nutzer und der Nutzungen werden unterschiedliche Haltungen, Bedürfnisse und Erwartungen an diesen Freiraum gestellt.

«Das Birsköpfli ist eine schöne und gut funktionierende Anlage», wie Niklaus Hofmann, Leiter Allmendverwaltung beim Tiefbauamt Basel, anlässlich der Medienorientierung vor Ort ausführte. Von den Konflikten könne nur ganz am Rande gesprochen werden. Das Birsköpfli werde tagsüber mehr von Familien mit Kindern, abends dann grossmehrheitlich von Jugendlichen genutzt. Das Birsköpfli sei «ein lebendiger Ort»: Baden, Sport betreiben, grillieren und picknicken sind Tätigkeiten, die sowohl nachmittags als auch am Abend ausgeübt werden.

Eine grosse Mehrheit der Befragten empfindet die Atmosphäre am Birsköpfli als friedlich, ungezwungen und gemütlich.

Facelifting für Parkpavillon

Verbesserungspotenziale macht die Studie bei der Sauberkeit und dem Betrieb des Pavillons aus. Das Kleinkinder-Schwimmbecken hinter dem Pavillon soll besser beschattet werden. Überdies ist ein neues öffentliches Gratis-WC geplant. Die Massnahmen gegen das Littering sollen optimiert werden.

Für die nächste Saison wird überdies eine häufigere Reinigung des Uferbereichs geprüft. Und vielleicht, so Hofmann, werde noch ein Volleyballfeld eingerichtet. Ansonsten soll das Birsköpfli so belassen werden, wie es ist.

Der Parkpavillon soll unter der Leitung von Architekt Dietrich Lohmann geliftet werden. Die Gestaltung lehnt sich dabei an das Flair eines italienischen Strandhauses an. Die Studie zeigt deutlich, dass ein Grossteil der Befragten den Pavillon als nicht zufriedenstellend einstufte. Oder sie massen ihm aufgrund der Selbstversorgung keine besondere Bedeutung zu.

«Dies legt den Schluss nahe, dass die Anziehungskraft des Pavillons auf die Nutzerinnen und Nutzer bisher recht schwach war», schreiben die Verfasserinnen der Studie, die dem Büro Ernst Basler & Partner AG angehören. Kritik wurde vor allem seitens der Jüngeren geübt, während sich die Senioren mit dem Pavillon-Betrieb zufriedener zeigten.

Mit viel eigener Erfahrung

Tempi passati. Ab kommenden Mai soll frischer Wind den Pavillon-Betrieb beflügeln. Das neue Leitteam besteht aus Pascal Moor (Kulturelles), Thomas Gander (Sozialraummanagement) und Gabriel Pellicano (Gastronomie). Sie werden den Pavillonbetrieb nach der sanften Sanierung ab nächstem Jahr mit neuen gastronomischen und kulturellen Angeboten führen.

Die drei neuen Betreiber leben seit vielen Jahren im Breite-Quartier und nehmen für sich in Anspruch, aus eigener, häufiger Nutzung des Birsköpflis die Bedürfnisse der Zielgruppen gut zu kennen. Offeriert werden soll ein Angebot am Birsköpfli, das auf die verschiedenen Besucherinnen und Besuchern ausgerichtet ist – und dies «mit einer offenen Willkommenskultur», wie Pascal Moor betonte.

Die neuen Betreiber des Parkpavillons wollen die Nähe zu den Besucherinnen und Besuchern suchen – und gleichzeitig Angelpunkt im Geschehen und auch im Kontakt zu den Behörden sein.

Das Betriebskonzept der neuen Betreiber hat die Beurteilungskommission durch Professionalität, Kompetenz, Innovation und Flexibilität überzeugt. Diese Kommission setzte sich aus Vertretungen der Allmendverwaltung, der Stadtgärtnerei, der Stadtentwicklung, der Immobilien Basel-Stadt, der Christoph Merian Stiftung und des Neutralen Quartiervereins Breite-Lehenmatt zusammen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 01.10.2014, 10:09 Uhr

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