Geschenkter Hafenkran wird aufgestellt

Die Terrainarbeiten am Basler Rheinufer für den stählernen Kran haben vergangene Woche begonnen. Der Kran ist ein Geschenk von Novartis. Die Anwohner sind wenig erfreut.

Der Hafen St. Johann, wo der Kran herkommt, war von 1906 bis 1911 für die Kohleanlieferung an das dortige Gaswerk gebaut worden.

Der Hafen St. Johann, wo der Kran herkommt, war von 1906 bis 1911 für die Kohleanlieferung an das dortige Gaswerk gebaut worden. Bild: Roland Schmid

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Ein ausrangierter Hafenkran aus dem 2010 aufgehobenen Basler Rheinhafen St. Johann wird gegenüber wieder aufgebaut. Die Arbeiten haben nun begonnen, nachdem Einsprachen abgewiesen und nicht weitergezogen worden waren.

Ab Donnerstag werden am Rheinufer die neuen Fundamente für den Kran gebaut, wie ein Novartis-Sprecher am Montag nach einem Bericht der «TagesWoche» sagte. Der Konzern schenkt der Stadt den stählernen grossen Kran mit Kabine, der bei der Aufhebung des Hafens St. Johann für den Novartis Campus nutzlos geworden war. Das Ungetüm mit Baujahr 1970 soll am 28. August in Hüningen an den Rhein gekarrt werden. Per Schiff geht es dann zum anderen Ufer an den Klybeckquai - just vis-à-vis des neuen Campus-Restaurants unweit der Dreirosenbrücke. Fertig stehen soll er am 15. September. Der Umzug über den «Bach» kostet den Kran den standortabhängigen Denkmalstatus.

Sieben Jahre Dornröschenschlaf

Der Kran war nach der Hafenschliessung im Jahr 2010 demontiert und im nahen Elsass eingelagert worden. Die baselstädtische Regierung hatte im vergangenen Oktober angekündigt, nach dem Wiederaufbau solle er für die Bevölkerung begehbar werden. Ihr Plan war, den Kran für ein ganzjährig betriebenes Restaurant oder eine Bar zu nutzen. Ob und wie Gastronomie den Kran beleben wird, ist jetzt jedoch wegen Widerständen aus der Nachbarschaft noch offen. Eine Ausschreibung für eine Betreiberschaft gab es laut dem Novartis-Specher nicht, da der Standort nicht auf der Allmend, sondern auf Boden der Schweizerischen Rheinhäfen liege. Interessierte hätten ein Konzept eingereicht, das nun diskutiert werde. Die Eröffnung sei wohl 2018 realistisch.

Auf dem Klybeck-Industrieareal, an dessen Ufer der Kran nun montiert wird, soll indes ein neues Stadtquartier mit Gewerbeflächen und Wohnraum für etwa 10'000 neue Einwohner entstehen, wie im Mai bekannt geworden war. Novartis und BASF werden ihre Flächen dort künftig weniger oder gar nicht mehr für Industriezwecke benötigen.

Vor künftigem neuem Quartier

Auf ersten Testplanungen mit neuer Fussgänger-Rheinbrücke oder Freizeitboothafen ist der Kran indes nicht zu sehen. Laut dem Novartis-Sprecher hat dies wegen der Flughöhe dieser Pläne nichts zu bedeuten. Erst mit Bebauungsplänen wird die Arealzukunft konkret - diese zeigen dann, ob der Kran wider Erwarten im Weg steht.

Der Hafen St. Johann, wo der Kran einst stand, war 1906 bis 1911 für die Kohleanlieferung an das dortige Gaswerk erstellt worden. Die Kohlevergasung samt Verwertung anfallender Stoffe ist die Wiege der chemisch-pharmazeutischen Industrie und damit des heutigen Reichtums der Region Basel. Was die Hafenkran-Geschichte kostet, gibt Novartis nicht bekannt. (dou/sda)

Erstellt: 17.07.2017, 14:33 Uhr

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