Gesund und glücklich

Das Gesundheitsdepartament Basel-Stadt hat die Ernährung und psychische Gesundheit von Jugendlichen untersucht. Insgesamt lassen sich eingige postive Trends feststellen.

Nicht mehr so beliebt: Fastfood findet immer seltener Anklang bei den Basler Jugendlichen. Bild: Moritz Hager

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1093 Schülerinnen und Schüler wurden anhand der freiwilligen, schulärztlichen Untersuchungen von 2012-2014 zu ihrer Ernährung und psychischen Gesundheit befragt. 404 davon besuchten ein Gymnasium, die restlichen 689 eine Weiterbildungsschule (WBS) in Basel. Ausserdem wurden die bisher durchgeführten Impfungen der im Durschnitt 15,4 Jahre alten Jugendlichen registriert. So liess sich feststellen, dass 80 Prozent von ihnen das Thema Ernährung für wichtig halten. Sie scheinen auch die Grundregeln einer ausgewogenen Verpflegung zu kennen: Nur vier Prozent konsumieren täglich oder öfter Fastfood, mehr als die Hälfte nimmt dafür jeden Tag mindestens einmal Früchte und Gemüse zu sich.

Auch bei den Energydrinks macht sich eine Trendwende bemerkbar. Gehörten diese für viele noch vor einigen Jahren zur täglichen Ernährung, werden sie heute von 73 Prozent der Befragten nur noch selten bis nie getrunken. Allerdings stehen Süssgetränke hoch im Kurs: 37 Prozent führen sich mehrmals pro Woche die flüssigen Kalorienbomben zu, 38 Prozent sogar noch öfter. Auch die Essenszeiten sind noch nicht optimal. Nur etwa die Hälfte (54 Prozent) isst ein Frühstück oder Znüni, letzteres fällt auch gerne ungesund aus. 62 Prozent greifen zum süssen Weggli oder Schokoriegel, 25 Prozent gar zu Chips und Pizza. Immerhin trinken 80 Prozent auch Wasser dazu, über die Hälfte (53 Prozent) kann aber trotzdem nicht auf ein Süssgetränk verzichten.

Die Jugendlichen wurden nicht nur zu ihrem Essverhalten, sondern auch zu ihrem BMI und Körpergefühl befragt. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren gibt es Anzeichen, dass die Zahl der Übergewichtigen in dieser Alterskategorie nicht weiter zunimmt. Aktuell sind 27 Prozent der Befragten übergewichtig. Jungen sind mit rund einem Drittel häufiger betroffen als Mädchen, bei denen nur knapp ein Viertel mit überschüssigen Kilos zu kämpfen hat. Besorgniserregend ist, dass sich auch normalgewichtige Mädchen häufig zu dick fühlen. 42 Prozent geben an, sie wären gerne schlanker, obwohl ihr BMI ihnen ein gesundes Gewicht attestiert. Bezeichnend ist auch, dass am Gymnasium nur 14 Prozent der Schüler an Übergewicht leiden, wohingegen an der WBS über ein Drittel betroffen ist.

Gut informiert

Trotz der Gedanken rund ums Gewicht beurteilen 88 Prozent der Befragten ihre psychische Gesundheit erfreulicherweise als gut bis sehr gut. Drei Prozent fühlen sich hingegen schlecht oder gar sehr schlecht. Knapp 50 Prozent litten in den vergangenen 12 Monaten unter Stress, andere Probleme wie Schlafstörungen (21 Prozent) und Ängste (12 Prozent) folgen dahinter. Sieben Prozent haben schon tiefe Hoffungslosigkeit erlebt und über 20 Prozent hegten schon einmal den Gedanken, dass ihr Leben nicht lebenswert sei.

Durch die Umfrage zeigte sich auch, dass die Basler allgemein gut über psychische Krankheiten Bescheid wissen und ihnen gegenüber tolerant sind. 74 Prozent stimmen der korrekten Aussage zu, dass jeder eine psychische Erkrankung entwickeln kann, nur vier Prozent glauben nicht daran. Auch wissen bereits 84 Prozent, dass solche Erkrankungen nicht nur im Erwachsenenalter auftreten können. Knapp ein Drittel der Befragten gibt sogar an, eine betroffene Person zu kennen.

Gut geimpft

Auch bei den Impfungen lässt sich Positives vermelden. Basler Kinder und Jugendliche weisen besonders hohe Durchimpfungsraten auf, wenn es um Krankheiten wie Masern, Hepatitis B, Tetanus, Kinderlähmung und Diphterie geht. Auch bei der Gebärmutterhalskrebs-Impfung liegt die Rate bereits bei 64 Prozent. Sie wird erst seit 2008 empfohlen. Bei Keuchhusten erreicht der Impfschutz allerdings nicht die gewünschten Werte. Dies steht allerdings in Zusammenhang mit geänderten Bestimmungen. Insgesamt wird in Basel sehr gut geimpft, auch verglichen mit dem Schweizweiten Durchschnitt.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2015, 16:59 Uhr

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