Grüne wollen Mirjam Ballmer aus BVB-Verwaltungsrat werfen

Das Grüne Bündnis geht auf Distanz zur BVB-Führung und lässt auch die grüne Vizepräsidentin über die Klinge springen.

Die eigene Partei will BVB-Vizepräsidentin Mirjam Ballmer absägen.

Die eigene Partei will BVB-Vizepräsidentin Mirjam Ballmer absägen. Bild: Keystone

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Die Worte von Fraktionsvertreterin Tonja Zürcher (Grünes Bündnis) sind hart: «Der Fisch stinkt vom Kopf her». Sie fordert damit den Regierungsrat auf, im Verwaltungsrat der BVB Tabula Rasa zu machen. Pikant bei dieser Forderung: Auch die ehemalige Grünen-Grossrätin Mirjam Ballmer hat einen Sitz im Verwaltungsrat inne. Will das Grüne Bündnis tatsächlich ihre ehemalige Parteikollegin aus der BVB-Verwaltung werfen? Zürcher bestätigt gegenüber der BaZ diese Absicht: ««Die Fraktion des Grünen Bündnis hat mit grossem Mehr entschieden, dass die momentanen Verwaltungsratsmitglieder vom Regierungsrat für die Periode 2018-2021 ausnahmslos ersetzt werden sollen. Auch Mirjam Ballmer.»

Grund für diesen Entscheid ist das momentane Sparprogramm der Regierung sowie des Verwaltungsrats und der BVB-Direktion. Die Grünen seien bereits damals mit den Sparmassnahmen von 1 Millionen Franken pro Jahr nicht einverstanden gewesen, hält Zürcher in ihrer Rede vor dem Parlament fest. «Umso gravierender ist es, dass der Regierungsrat nicht einmal dann intervenierte, als der Verwaltungsrat und die BVB-Direktion das Sparziel verfünffachten.»

Mirjam Ballmer, die lange als Aushängeschild der Grünen galt, zog sich laut Zürcher den Zorn ihrer Partei zu, als sie an einer Medienkonferenz vergangene Woche das schlechte Betriebsklima, die momentanen Sparmassnahmen sowie die fahrlässige Untätigkeit der BVB-Spitze relativierte und Baudirektor Hans-Peter Wessels (SP) den Rücken stärkte.

Ballmer überrascht

«Das Grüne Bündnis nimmt den BVB-Bericht der Geschäftsprüfungskommission zur Kenntnis und verlangt von Regierungsrat Wessels, dass er endlich die Konsequenzen zieht und Verantwortung übernimmt», beendete Zürcher ihr Votum.

Via Kurznachrichtendienst Twitter zeigt sich Mirjam Ballmer überrascht ob dem Dolchstoss der ehemaligen Parteikollegen. Vor allem weil diese Ballmer noch im Juli als «oberste Drämmlerin» hochgejubelt haben. Sichtlich haben sich die Zeiten nun geändert.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.09.2017, 17:15 Uhr

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