Grünes Licht für Kreisel vor dem Kunstmuseum

Der St. Alban-Graben wird umgebaut. Die Grünen waren mit der «halbbatzigen Vorlage» unzufrieden, weil die Autofahrer nun nicht durch die Tramhaltestelle ausgebremst werden.

Diese Kreuzung vor dem Kunstmuseum wird einen Kreisel erhalten.

Diese Kreuzung vor dem Kunstmuseum wird einen Kreisel erhalten. Bild: Dominik Plüss

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Der St. Alban-Graben beim Basler Kunstmuseum kann saniert und umgestaltet werden. Der Grosse Rat hat am Mittwoch dafür gut 13 Millionen Franken bewilligt. Zu reden gab im Parlament die künftige Verkehrsführung vor dem Museum, insbesondere für Velos.

Kernpunkt der Umgestaltung zwischen den Knoten Kunstmuseum und Bankverein ist ein Kreisel vor dem Museumserweiterungsbau. Auslöser für das Projekt ist vor allem das geplante unterirdische Parking Kunstmuseum - dessen Baubewilligung liegt seit Oktober 2016 vor. Zudem muss die Tramhaltestelle behindertengerecht gestaltet werden.

Die vorberatende Umwelt-, Verkehrs- und Umweltkommission (Uvek) hatte die Regierungsvorlage modifiziert, was die Velo-Führung betrifft, und dazu die Projektsumme um 130'000 Franken auf 13,19 Millionen aufgestockt. Konkret will die Uvek in Fahrtrichtung Wettsteinbrücke statt einer Kaphaltestelle eine Velolichtinsel.

Regierung für UVEK-Kompromiss

Bei eine Kaphaltestelle wartet der ganze Verkehr auf Strassenniveau hinter dem Tram. Bei einer Velolichtinsel führt eine Rampe die Velos auf Trottoirhöhe, wo sie eine Ampel bei einfahrenden Trams stoppt. Zu Beginn der Debatte stellte sich auch Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels namens der Regierung hinter den UVEK-Antrag.

Im Plenum beantragte jedoch das Grüne Bündnis Rückweisung der «halbbatzigen Vorlage», die alte Verkehrsachsen zementiere und Velos und Trams Nachteile bringe, dies an die Regierung. Die Bevölkerung warte auf versprochene Verbesserungen der Lebensqualität; vor dem Kunstmuseum böte sich eine verkehrsbefreite echte «Flaniermeile» an.

Die anderen Fraktionen von rechts bis links lobten den UVEK-Antrag als gelungenen Kompromiss mit einigen Verbesserungen und akzeptablen Nachteilen. SVP und SP kritisierten am Rande die Umsetzungspraxis der Basler Verwaltung für das Behindertengleichstellungsgesetz als sehr weitgehend und teils nachteilig für Nichtbehinderte.

Basis Verkehrs-Kompromiss von 2008

Die LDP kritisierte die Velo-Lichtinsel als «sauteure Variante», die nur im Kompromiss ausnahmsweise akzeptierbar sei. Die FDP bezifferte den Mehrpreis dafür auf nur ein Prozent der Investitionssumme. Am Ende wurde Rückweisung mit 75 gegen 16 Stimmen abgelehnt und die Vorlage mit 82 gegen 4 Stimmen bei 10 Enthaltungen gutgeheissen.

Die Strasse soll angegangen werden, wenn das Parking darunter tatsächlich kommt. Die Ein- und Ausfahrt zu jenem erfolgt über Zufahrten bestehender Parkhäuser: Die Einfahrt ist im Luftgässlein vorgesehen, die Ausfahrt im St. Alban-Graben. In einem Gebäude an einer Ecke der beiden Strassen ist der Personen-Zugang geplant.

Mit dem Beschluss zum Bebauungsplan hatte das baselstädtische Parlament 2013 die rechtlichen und planerischen Voraussetzungen für das Parking an «bester Innerstadtlage» geschaffen. Errichtet werden soll es im Baurecht. Wie Wessels nun sagte, soll demnächst ein Investor vorgestellt und der Parking-Baubeginn terminiert werden.

Das Parking ist Teil eines Innerstadt-Verkehrs-Kompromisses von 2008, zu dem auch die inzwischen erfolgte Sperrung der Mittleren Brücke für den motorisierten Individualverkehr gehört. Für die 350 neuen unterirdischen Parkplätze müssen zudem oberirdische aufgehoben werden. Das Parking-Projekt unter dem St. Alban-Graben hatte sich im Parlament gegen ein anderes um die Ecke an der Dufourstrasse durchgesetzt. (amu/sda)

Erstellt: 14.03.2018, 10:38 Uhr

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