Happy Birthday Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Frank B. Vischer!

Frank Vischer ­feierte vergangene Woche seinen 90. Geburtstag. Wer nicht mindestens einen Doktortitel besass, eine Stadtvilla im Gellert, den Faust auswendig konnte oder dem Vischer-Clan an­gehörte, war an der Feier fehl am Platz. Die Klatschkolumne.

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Frank Vischer, Senior Counsel bei Vischer Anwälte, ehemaliger Rechts­berater des Bundesrats, Forscher mit mehrfachen Ehrendoktor­würden, heraus­ragender Lehrer – kurz: juristisches Universalgenie – ­feierte vergangene Woche seinen 90. Geburtstag. Zum elitären Fest im Restaurant Schützenhaus ­fanden sich Familie, Freunde und Anwälte der Kanzlei ein. Wer nicht mindestens einen Doktortitel besass, eine Stadtvilla im Gellert, den Faust auswendig konnte oder dem Vischer-Clan an­gehörte, schien hier fehl am Platz. So viel zur persönlichen Ausgangs­­lage als Zaungast inmitten des Bildungsbürgertums.

«Es wundert mich, dass Sie hier sind, Frau Wernli!», grüsste Anwalt Ueli Vischer, Cou-Cousin des Gefeierten. Wen wunderts nicht? Vereinzelte argwöhnische Blicke waren kaum zu übersehen. «Lassen Sie mich wissen, falls ich helfen kann.» Sehr aufmerksam. Er leitete als eine Art Conferencier zu den Ansprachen über und weil wir ­keinen Prozess am Hals wollen, ­schreiben wir heute nur nette Dinge.

Die Rechtsprofessoren Corinne Widmer Lüchinger, Thomas Geiser und Thomas Sutter-Somm präsentierten dann eine Festschrift mit ausgewählten Schriften des Jubilars.«Das sind die Vorteile, dass Frank in so vielen Verwaltungsräten sass: Man findet einfacher Sponsoren zur Mitfinanzierung», scherzte Geiser. Auch Rechtsexperte Peter Gloor sorgte für Lacher: «Zum Glück hat Frank das B und nicht das A im Zweitnamen, so ist jede Verwechslung mit Frank A. Meyer ausgeschlossen!» Er schlug vor, Vischer von nun an «Exzellenz» zu nennen. Herrje. Wie kommt man mit einer akademischen Supermacht für diese simple People-Spalte ins Gespräch, ohne als komplette Ignoranz-Eule dazustehen?

Medienscheue Gäste

«Haben Sie eine Bewilligung, hier zu sein?», wurde man dann passenderweise von einem der Vischer-Anwälte gefragt. Bitte? «Natürlich ist Frau Wernli eingeladen», kam Conradin Cramer zu Hilfe. Der Grossrats­präsident war Kolumnistinnen-­Protektor und Assistent zugleich, indem er jeweils die Bereitschaft der Gäste fürs Foto abklärte. Man dankts ihm herzlich (viele lehnten ab, da zu indiskret).

Nach dem Essen sprach das Geburtstagskind: «Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Mit jedem fühle ich mich sehr verbunden.» Stehende Ovationen, alle waren gerührt: Gerichtspräsidentin Marie-Louise Stamm, ex-UBS-VR-Präsident Alex Krauer, die Anwälte Andreas Albrecht und Matthias Staehelin sowie Frank Vischers Söhne Oliver Vischer mit Gattin Lilo und Grünen Nationalrat Daniel Vischer mit Bettina. Zur Absetzung seiner Kolumne in der Basler Zeitung meinte Letzterer: «Ich bedaure es sehr.» Seine aufgeschlossene, freundschaftliche Art spornte zur Befragung des Vaters, der Exzellenz an. Kennt er Leonardo DiCaprio? «Ja.» «Ihn um ein Gespräch zu bitten, verlangt einem weniger Mut ab, als bei Ihnen anzuklopfen.» Frank Vischer lachte. «Mich können Sie alles fragen!» Was ist für ihn das Wichtigste im Leben? «Im Zentrum ist immer meine Familie gestanden.» Er arbeitet noch immer an zwei Projekten: Wie hat er sich all die Jahre körperlich und geistig fit gehalten? «Ich habe nie Sport getrieben. Höchstens ein bisschen Denksport. Ich gucke abends die Nachrichten, später im Bett lasse ich es Revue passieren und schaue, was ich noch auswendig weiss», sagts und pafft genüsslich an seiner Pfeife.

Übrigens: «Was kommt denn da, so ernst und so stur? Es ist ein Doktor, und zwar ein iur!» Kommentar eines Anwalts über einen Anwalt infolge der oben erwähnten Bewilligungsfrage. (Basler Zeitung)

Erstellt: 16.09.2013, 10:23 Uhr

Tamara Wernli ist News-Moderatorin, ­Produzentin der Sendung «Kochen im Schloss» auf Telebasel und als freischaffende Autorin tätig.

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