Herbstwarenmesse wird eingestampft

Die Basler Herbstwarenmesse ist nach 91 Ausgaben Geschichte. Die Veranstalterin MCH Messe Schweiz will sich bei ihren Publikumsmessen in Basel künftig auf die Frühlingsmesse muba fokussieren.

Das Angebot der neuntägigen Herbstwarenmesse in der Rundhofhalle hat an Relevanz verloren.

Das Angebot der neuntägigen Herbstwarenmesse in der Rundhofhalle hat an Relevanz verloren. Bild: Tino Briner

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Trotz verschiedener Anstrengungen habe das Konzept der Herbstwarenmesse nicht gewinnbringend optimiert werden können, teilte die Messeleitung am Montag mit. Dazu beigetragen habe unter anderem der Wandel im Konsumverhalten aufgrund der stärkeren Konkurrenz durch Internetplattformen. Zudem habe das Angebot der neuntägigen Messe in der Rundhofhalle an Relevanz verloren.

Die Konstellation mit zwei Publikumsmessen pro Jahr in Basel erachtet die Messe Schweiz nicht mehr als zeitgemäss. Die Kräfte sollten daher auf die muba gebündelt werden. Letztere, die älteste Publikumsmesse der Schweiz, litt in den vergangenen Jahren ebenfalls unter dem Wandel und befindet sich in einem Transformationsprozess.

Nicht betroffen von der Änderung ist gemäss Mitteilung die Basler Wein- und Feinmesse: Diese werde wie bisher parallel zur Herbstmesse in der Halle 2 starten. Für den Messeherbst befänden sich zudem Nachfolge-Konzepte in Ausarbeitung. Im vergangenen Jahr hatte die 91. Herbstwarenmesse mit noch 120 Ausstellern stattgefunden.

Baselworld mit 40 Millionen weniger Einnahmen

Zurückbuchstabieren muss die MCH Group bei der Baselworld: Die Halbierung der Zahl der Aussteller auf der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld schlägt auf die Einnahmen durch. Die Messebetreiberin rechnet mit einem Rückgang um 40 Millionen Franken, wie letzte Woche bekannt wurde.

Grund sei nicht nur die Verkleinerung, «sondern auch, weil wir Service- und Preisanpassungen gemacht haben», sagte MCH-Chef René Kamm am Freitag in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» gemäss Vorabdruck. Die Konsolidierung in der Uhrenbranche gehe weiter. «In ein paar Jahren wird es vielleicht noch fünfzig Schweizer Uhrenmarken geben. Früher existierten einmal über 600 Marken. Auch die Zahl der Händler wird sich reduzieren», sagte Kamm. Die Handelsstruktur ändere sich, speziell in Asien. Es gebe Onlinekanäle, die nun auch von etablierten Marken genutzt würden, die vor zwei Jahren noch nichts davon hätten wissen wollen.

Gewinn halbiert

Dadurch sei die Vielfalt der Baselworld in Frage gestellt. «2019 wird die Messe nochmals anders aussehen als dieses Jahr. Sie nur weiter zu verkleinern, wäre aber unbefriedigend und würde zu einem negativen Image führen», sagte der MCH-Chef. «Wir werden deshalb in den nächsten Jahren konzeptionell etwas grundlegend ändern müssen. Was konkret, kann ich noch nicht sagen.»

Insgesamt bleibt die Messegruppe unter Druck: «Wir haben im September anlässlich des Halbjahresberichts geschrieben, dass sich der Gruppengewinn 2017 gegenüber dem Vorjahr mindestens halbieren wird. Das Jahr 2018 wird ebenfalls schwierig werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir ab 2019 aufgrund der vielen Initiativen wieder eine positive Ergebnisentwicklung haben werden», sagte Kamm. (amu/sda)

Erstellt: 05.02.2018, 13:23 Uhr

Artikel zum Thema

Ehemalige Aussteller bemängeln Preise und Gleichgültigkeit

Der Abbau bei der Baselworld ist neben äusseren auch auf innere Faktoren bei der Messe Schweiz zurückzuführen. Mehr...

Die Stände der Luxusuhren bleiben stehen

Die Messe Schweiz kommt den Ausstellern in der Halle 1.0 entgegen – die Standbauer haben das Nachsehen. Das Ende? Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Kommentare

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Die Welt in Bildern

Grösste Wallfahrt der Welt: Eine Frau ruht sich während der jährlichen Pilgerfahrt zu Ehren der Jungfrau von Guadalupe in Mexico City aus. (11. Dezember 2018)
(Bild: Carlos Jasso) Mehr...