«Ich habe gesehen, wie er geschossen hat»

Eine Nachbarin beobachtete die Bluttat in der Basler Innenstadt aus nächster Nähe.

Bilder von Überwachungskamera: Kriminaltechniker und Polizisten suchten kurz nach den Schüssen den Flur nach Spuren ab.

Bilder von Überwachungskamera: Kriminaltechniker und Polizisten suchten kurz nach den Schüssen den Flur nach Spuren ab.

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Emilia* hat ihr Zimmer gleich neben dem Büro des Hauswarts. «Ich habe gesehen, wie er geschossen hat», erzählt die Frau und ist immer noch etwas geschockt, als die BaZ mit ihr redet. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt meldete, dass es um 11.45 Uhr zu einer Abgabe von Schüssen gekommen sei. Emilia sagt: «Ich habe den Hausabwart gesehen, wie er sich mit dem Vertreter des Hauseigentümers ins Büro begeben hat. Wenn ich mich richtig erinnere, war das um halb elf herum.»

Die Basler Staatsanwaltschaft beschreibt den groben Tathergang in einer am späten Abend veröffentlichten Mitteilung wie folgt: Ein 59-jähriger Mann suchte zusammen mit seiner 30-jährigen Tochter einen 73-jährigen Mann, den späteren Täter, in dessen Zimmer auf. Aus noch nicht geklärten Gründen sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Männern gekommen, die miteinander bekannt seien. Im Verlauf des Streits schoss der 73-Jährige mehrmals auf den 59-Jährigen. Dieser flüchtete mit der Tochter aus dem Haus, die beiden stiegen in ein Taxi und liessen sich in die Notfallstation bringen. Der Verletzte wurde notoperiert.

Das Motiv ist gemäss Staatsanwaltschaft noch Gegenstand der Ermittlungen. Auch Emilia weiss zum jetzigen Zeitpunkt nicht, was den Streit ausgelöst haben könnte. «Der Hausabwart war oft sehr gemein und böse zu uns», erzählt sie. «Er hat einige Mädchen, die hier im Haus arbeiten, schikaniert und bedroht.»

Emilia hält es für unwahrscheinlich, dass es beim Treffen mit dem Hauseigentümer um die Frauen gegangen ist. Der Hausabwart war schon seit vielen Jahren im Gebäude tätig, und alle wissen, dass Frauen an der Steinentorstrasse 26 Männern ihre Körper gegen Geld anbieten. Emilia beschreibt den Hausabwart als aggressiv.

Drei Schüsse fielen

Ungefähr eine Stunde, nachdem die Besprechung im Büro begonnen hatte, beobachtete Emilia, wie der Hausabwart aus dem Büro lief. Ein Stuhl flog hinter ihm her und landete im Flur. «Ich glaube, es ist zu einem Kampf gekommen», sagt Emilia. Sie habe gesehen, wie der Abwart eine Pistole gezogen und drei Mal geschossen habe – die Schüsse hallten durchs ganze Haus. Der Abwart flüchtete dann mit dem Lift. Wohin, kann Emilia nicht sagen. «Kurz darauf wimmelte es hier von Polizisten», erzählt sie.

Gemäss Recherchen der BaZ handelte es sich beim Vertreter des Hauseigentümers um einen Mann aus Lugano. Der Tatverdächtige, ein Schweizer, konnte laut Mitteilung der Polizei kurz nach der Tat bei der Heuwaage festgenommen werden. Er habe sich der Polizei gestellt.

*Name geändert (Basler Zeitung)

Erstellt: 22.11.2017, 09:32 Uhr

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