Im Dreispitz entsteht eine neue Welt

Wohntürme, Gastronomie, Parks und Verkauf – investiert werden rund 700 Millionen Franken.

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Medienvertreter von nah und fern standen gestern Morgen im ehemaligen Feuerwehrdepot an der Dornacherstrasse und warteten gespannt auf die Präsentation des grossen Wurfes. Und die liess nicht lange auf sich warten. Beat von Wartburg, Direktor der Christoph Merian Stiftung (CMS), eröffnete eine neue Welt für die Dreispitz-Nordspitze, die rund 700 Millionen Franken an Investitionen fordern wird.

In dem Gebiet, wo sich bereits Migros und Obi befinden, soll Wohnraum für 1400 Personen und die gleiche Zahl Arbeitsplätze geschaffen werden. «Es wird deutlich verdichtet», sagte von Wartburg. Allein die drei bis zu 160 Meter hohen Wohntürme verdeutlichen das. «Wenn die Nutzung in die Höhe wächst, bleibt mehr Raum für Grün», sagte der CMS-Direktor. Und weiter: «Verdichtung muss nicht Enge bedeuten, sondern Weitsicht.» Verkauf, Gewerbe, Kultur, Freizeit, Bildung und auch Wohnen sollen Platz haben auf dem Gelände. Das Angebot soll von günstigen Familienwohnungen bis zu Wohnungen im mittleren und oberen Preissegment reichen.

Klar ist: M-Parc und Obi werden auf dem Areal bleiben. Die Migros hat einen Baurechtsvertrag bis zum Jahr 2053. Sie wird also sicher einer der Investoren werden und war bei der Planung von Beginn weg ein wichtiger Partner. Die Entwicklung auf dem Gelände sei positiv, sagte Stefano Patrignani, Geschäftsleiter der Migros Basel. Man beschäftige 350 bis 400 Mitarbeitende und verzeichne allein im M-Parc rund 2,5 Millionen Kunden jährlich. Aber: «Wir wissen nicht, wie der Detailhandel in 20 Jahren aussehen wird.» Daher brauche man ein flexibles Projekt mit einem klaren, urbanen Profil. Damit ist es Zeit, das Projekt näher unter die Lupe zu nehmen.

Schwebender Garten

Vier Stadtplätze sind Bestandteil der Verknüpfung des Gundeldingerquartiers mit dem Wolfgottesacker/Walkeweg. Das Siegerprojekt des Studienauftrags kommt aus der Feder von Herzog & de Meuron. Die Stararchitekten wollen zwei grosse Grünflächen schaffen: die Christoph-Merian-Anlage und das Gottlieb-Duttweiler-Feld. Quasi als schwebender Garten liegt das Duttweiler-Feld mehrere Meter erhöht. Dort wollen die Projektverfasser auf die agrarische Vergangenheit des Ortes verweisen. Es sollen Urban Gardening, Beachvolleyball, Kleinstgewerbe, Gartenrestaurants und anderes möglich sein. Der andere Grünraum ist ein erdgebundener Stadtplatz.

Dominant, doch bemerkenswerterweise trotzdem mit einer gewissen Leichtigkeit kommen die drei Hochhäuser mit kreisförmigen Grundrissen daher. Daneben gibt es Stadthäuser in unterschiedlichen Grössen, was zu einer lockeren Blockstruktur zusammengefasst wird. Alle Gebäude sollen helle und mineralische Fassaden erhalten.

Das Parkplatzangebot für die Wohnungen wird eher gering sein. Schliesslich sei es ja eine zentrumsnahe, durch ÖV bestens erschlossene Lage, argumentierte Kantonsbaumeister Beat Aeberhard, der das Projekt sehr lobte: «Es ermöglicht die Anbindung an das Quartier Gundeli Ost, schafft eine vorbildliche urbane Verdichtung und gleichzeitig ein Maximum an vielfältig nutzbaren Freiflächen.» Mit der Entwicklung der Nordspitze könnten dank zusätzlichen Wirtschafts- und Gewerbeflächen neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Migros und Obi werden in etwa so gross bleiben wie bisher. Aufgestockt werden dürfte auch die Parkplatzanzahl von rund 500 nicht. Interessant wird die Erschliessung sein. Die Autos werden über einen runden Bau in eine oberirdisch angelegte Einstellhalle geleitet.

Das Gewinnerprojekt von Herzog & de Meuron ist ein erster Entwurf. Es werden noch Anpassungen erfolgen, darauf muss ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Dafür ist das Bau- und Verkehrsdepartement zuständig. Im Idealfall wird dieser im Lauf des Jahres 2020 dem Grossen Rat zur Beschlussfassung vorgelegt. Danach kann grundsätzlich mit den Überbauungen begonnen werden.

Die Modelle, Situationspläne und Visualisierungen werden vom 14. bis 21. Dezember im ehemaligen Feuerwehrdepot an der Dornacherstrasse 398 ausgestellt (werktags 16-19 Uhr, samstags 10-17 Uhr).

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Auf dem Dreispitz ist eine Überbauung mit Wohnraum für 1400 Personen und 1400 Arbeitsplätze geplant. Überzeugt Sie die Hochhaus-Überbauung im Dreispitz?

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926 Stimmen


(Basler Zeitung)

Erstellt: 13.12.2017, 07:18 Uhr

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