Im Eiltempo auf den Messeplatz gestellt

Der Messe-Neubau ist weniger als zwei Jahre nach dem Start offiziell vollendet. Jetzt wird das Gebäude getestet, dann beginnt bereits der Aufbau für die Baselworld, die am 25. April als erste Messe in den neuen Hallen stattfindet.

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Jetzt steht sie da, nigelnagelneu und auf Hochglanz poliert, die Messe Basel. Nach einer effektiven Bauzeit von 22 Monaten kann heute das Prestige­objekt des Architekturbüros Herzog & de Meuron termingerecht den Messe-Chefs übergeben werden. 60 Prozent der Basler Stimmbürger hatten Ja ­gesagt zu dem Projekt, 430 Millionen Franken hat der Bau gekostet. Im ­Sommer und Herbst 2010 fanden die Vorbereitungs­arbeiten statt.

Bäume wurden gefällt, Tramhaltestellen verschoben und eine Sickergrube erstellt. Damit stand der ersten Hauptbauphase nichts mehr im Wege. Diese fand zwischen der Art Basel 2011 und der Swissbau 2012 statt. Realisiert wurde in ­dieser Zeit die Überbauung des ­Messeplatzes. Das Bauvolumen der Etappe umfasste 160 000 Kubikmeter, dabei wurden 2500 Tonnen Stahl und 7300 Tonnen Beton verarbeitet.

Aus dem Boden gestampft

Wegen der Swissbau und der Baselworld 2012 folgte eine dreimonatige Baupause. Es verblieb also nicht einmal mehr ein Jahr für die zweite und letzte Hauptbauetappe. Das neue Gebäude musste rechtzeitig fertig werden für die Baselworld 2013, die im April als erste Messe in den neuen Hallen stattfinden wird. Ab April 2012 wurden deshalb im Eiltempo die alten Gebäudeteile abgebrochen und der neue Komplex in wenigen Monaten regelrecht aus dem Boden gestampft.

Bis zu 1200 Arbeiter waren täglich am Werk, immer wieder auch im Dreischichtbetrieb sehr zum Leidwesen der lärmgeplagten Anwohner. Diese beschwerten sich mehrfach bei der Messeleitung und in den Medien über den Dauerlärm und versammelten sich zu Demonstrationen vor dem Bauzaun.

Dauerstress und Dumpinglöhne

Der Zeitdruck machte sich auch auf der anderen Seite des Zauns bemerkbar. Auf der Baustelle kam es zu mehreren teils schweren Unfällen, welche die Gewerkschaft Unia auf den Dauerstress zurückführte. Ein slowenischer Arbeiter verlor mehrere Finger, als ein Stahl­träger auf seine Hand krachte. Auch die langen Ketten von Subunternehmern, die sich irgendwo in Osteuropa ver­loren, sorgten für Wirbel. Einige der ­engagierten Firmen zahlten Dumpinglöhne oder gar kein Salär.

Ende 2012 sprang in einem Fall die Messe selbst ein und übernahm ausstehende Löhne. Bei einigen Unternehmen wurden zudem Arbeitszeiten massiv überschritten, Betroffene erzählten von zwölf Stunden Arbeit ohne Pause. Die Messe wurde zu einem Paradebeispiel im Kampf der Gewerkschaften um eine Solidarhaftung. Am 13. Februar gibt es einen Blick hinter die neue Fassade. Dann findet der erste Medienrundgang statt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 08.02.2013, 07:53 Uhr

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