«In Europa bin ich Schweizer»

Der Werbeclub beider Basel hat am vergangenen Donnerstag zum Sofagespräch mit Komiker Massimo Rocchi eingeladen. Ein Event mit Senioren-Menü und fehlenden Sauerstoffgeräten. Die Klatsch-Kolumne von Tamara Wernli.

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Kürzlich, an einer Veranstaltung, wurde über den Werbeclub beider Basel gewitzelt. Ein Sauerstoffzelt sei nötig, um ­dessen Mitglieder an einem Event zu beherbergen. Der Gag fand den Weg in diese Kolumne und löste grosses Amüsement aus – auch beim Werbeclub. Postwendend flatterte vom Präsidenten Werner Schneeberger eine Einladung ins Haus, zum «Werbeclub-Sofagespräch mit Komiker Massimo Rocchi». Unsere Gelegenheit für einen Sauerstoff-Check*.

Der Club hat sich – gemäss eigenen Worten – zum Ziel gesetzt, Werbekultur zu fördern und mitzugestalten, immer wieder veranstaltet er auch Anlässe mit Gast-­Referenten. Werner Schneeberger, Tochter Chantal und Kassiererin Ulla Lambrigger empfingen ver­gangenen Donnerstag die Werbeclub-­Mitglieder und Gäste im Restaurant Rubino zum Lunch: Trafina-Privatbank-Geschäftsführer Nicolas ­Fahrenberg, Rent-a-Show-­Marketingchefin Carina ­Sjöberg, Fotograf Peter ­Kleiber, Swiss-­Indoors-Manager Patrick Ammann, Kamilton und Oksana ­Arumugam von NN Cleaners, Sergio Pitton vom italienischen Konsulat in Basel, der ehemalige Pro-Innerstadt-Präsident Urs Welten mit Priska und Dieter Borer, Europapark-Chef Schweiz. Auch Fasnachts-Comité-­Obmann Christoph ­Bürgin war anwesend und freute sich aufs Foto mit Ex-Telebasel-Chefredaktor Willy ­Surbeck (ausgestattet mit Film­kamera): «Ihn sah ich zuletzt am Allschwiler Seniorentheater*», so ­Bürgin.

Startet Surbeck nun eine zweite Karriere als Filmemacher? «Ja, genau!», antwortete der Journalist. «Momentan trainiere ich noch, simuliere Situationen, bilde mich quasi selber aus. In der kommenden Internetkultur gibt es viele Leute, die gefilmt werden möchten. Eine meiner ausserordentlichen Fähigkeiten ist das Verbinden von Bild und Ton.»

Nicht Meinung, sondern Seinung

Massimo Rocchi, derzeit im Gespräch wegen seiner viel beachteten Operninszenierung «Don Pasquale» am ­Theater Basel, wurde von Werbeclubfreund Dani von Wattenwyl befragt. Das heisst, der Moderator stellte drei ­Fragen und Rocchi philosophierte dazu etwa eine Stunde – unterhaltsam und witzig. Hier ein paar Auszüge aus dem Gespräch:

Warum inszeniert er jetzt Opern? «Weil man mich gefragt hat. Und es etwas Neues war, das ich ausprobieren wollte. Dass der BaZ-Schibli (Siegfrid Schibli; Theaterkritiker, Anm. d. Red) mich ­verrissen hat, war das Schönste! Dann wollen es die Leute erst recht sehen. Es ist eine Meinung, nicht Meinung, aber Seinung.» Das sorgte für Lacher im Publikum.

Hat er je Lampenfieber? «Nur zu Hause, wenn ich keinen Auftritt habe. Auf der Bühne nicht, da ist das Publikum mein Arbeitgeber.» An Basel, wo der Italiener seit elf Jahren lebt, gefalle ihm, dass die Stadt so «offen» sei. «In Europa bin ich nicht Secondo, sondern Schweizer.»

Altersheim-Menü

Jubelt er bei der Fussball-WM für ­Italien oder die Schweiz? «Für beide! Ich verliere dann halt einfach nicht!» Dann wurde er von Schneeberger ­gebeten, seine berühmte Oliver-Kahn-Parodie zu spielen. Das lehnte Rocchi jedoch ab: «Ein Komiker ohne Bühne ist wie ein Chirurg ohne OP-Saal.»

Zum Essen gab es hauchzarte Rindsbäckli und Kartoffelstampf. Dazu meinte Theater­direktor Hans-Jörg «Häbse» Hersperger: «Ein Menü, dass man auch im Altersheim* servieren könnte!» Natürlich habe das nichts mit der Qualität des Gerichtes zu tun. «Aber sie hätten uns erklären müssen, welche Bäckli wir jetzt essen: die da oben, oder die weiter unten!»

Übrigens: Die mit Sternchen markierten Wörter deuten zwar auf eventuell eingeschränkte Lungenfunktion und Luftnot seitens einiger Gäste hin. Sauerstoffgeräte und dergleichen wären zum jetzigen Zeitpunkt aber noch fehlinvestiert. (Basler Zeitung)

Erstellt: 03.11.2014, 12:04 Uhr

Klatsch-Kolumnistin Tamara Wernli.

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