Keine Massnahme gegen Südanflüge auf EuroAirport

Trotz Südanflug-Rekord: Am Regime für die umstrittenen Südanflüge am Basler Flughafen braucht es aus Sicht der Behörden keine Änderungen.

Insgesamt wurden letztes Jahr am EuroAirport 4092 von 39'630 Instrumentenanflügen über die Südpiste abgewickelt.

Insgesamt wurden letztes Jahr am EuroAirport 4092 von 39'630 Instrumentenanflügen über die Südpiste abgewickelt. Bild: Keystone

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Dass 2017 die kritische Zehn-Prozent-Marke erstmals knapp überschritten wurde, wird auf aussergewöhnliche Witterungsbedingungen im April zurückgeführt. Im April vergangenen Jahres betrug der Anteil der Südanflüge 26,9 Prozent. Das war der höchste je registrierte Monats-Wert, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) am Donnerstag mitteilte. 891 von insgesamt 3307 Instrumentenlandeanflügen fanden in jenem Monat auf der Piste 33 statt.

«Unausweichlich»

Abklärungen des Bazl und der französischen Zivilluftfahrtbehörde DGAC haben nun ergeben, dass im April 2017 an 21 von 30 Tagen Wind aus nördlicher Richtung vorherrschte. Es sei deshalb unausweichlich gewesen, auf das Anflugverfahren ILS 33 auszuweichen, heisst es im Communiqué.

Dass im vergangenen Jahr die Marke von 10 Prozent bei den Instrumentenanflügen überschritten wurde, ist laut den Behörden denn auch auf die rekordhohe Quote im April zurückzuführen. In den übrigen Monaten lag die Quote zwischen 3,3 und 15,2 Prozent. Die 10-Prozent-Marke wurde ausser im April auch im März, im Juni und Juli übertroffen.

Aufgrund ihrer Untersuchungen, bei denen Wetterdaten aus verschiedenen Quellen verglichen wurden, kommen das Bazl und die DGAC zum Schluss, dass es keine Massnahmen braucht, um den Anteil der Südanflüge zu senken. Die Wahl der anzufliegenden Piste sei letztes Jahr stets im Einklang mit den geltenden Vorschriften erfolgt.

Insgesamt wurden letztes Jahr am EuroAirport 4092 von 39'630 Instrumentenanflügen über die Südpiste abgewickelt. Damit stieg die ILS-33-Quote von 5,9 auf 10,3 Prozent. Weil die 10-Prozent-Marke überschritten wurde, mussten die Luftfahrtbehörden Frankreichs und der Schweiz gemäss einem Abkommen von 2006 abklären, ob sich Massnahmen zur Senkung der Quote aufdrängen.

Dicht besiedeltes Gebiet

Seit der Einführung des Instrumentenlandesystems (ILS) Ende 2007 führen die Südanflüge über dicht besiedeltes Gebiet in der Schweiz. Dagegen wehren sich seither die betroffenen Schweizer Gemeinden.

Die Piste 33 soll nur benützt werden, wenn der Rückenwind eine bestimmte Stärke erreicht hat. In den letzten zehn Jahren war indes der jährliche Anteil der Landeanflüge auf Piste 33 «ziemlich konstant» wie das Bazl festhält. Die 10-Prozent-Marke wurde 2017 zum ersten Mal überschritten. 2010 war dieser Wert mit 9,96 Prozent nur knapp unterschritten worden. (amu/sda)

Erstellt: 14.06.2018, 12:12 Uhr

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