Keine eitlen Basler «Leichen»

Mit gelungenen Gags wurden Basler Persönlichkeiten am Zofinger-Conzärtli auf die Schippe genommen. Klatsch-Koluministin Tamara Wernli war an der Premiere.

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Wenn die am Conzärtli auf die Schippe genommenen Persönlich­keiten zur Premiere erscheinen, ist es das Sahnehäubchen auf einer gelungenen Vorstellung. Nachdem sich letztes Jahr von den drei «Leichen» nur einer der Parodierten an der Erstaufführung der ältesten Basler Vor­fasnachtsveranstaltung blicken liess, waren es dieses Jahr immerhin zwei: Bankier Eric Sarasin (alias «E-riich Simsalabim») und Uni-Basel-Rektor Antonio Loprieno («Rektorio SchoBaldNümmDo»). Die dritte «Leiche», Bundesrat Didier Burkhalter, machte seinem Bühnennamen, «Discret Zrugghalter», alle Ehre. Dass er über sich selbst lachen kann, hätte wohl auch niemand vom Aussenminister erwartet.

Die Nelkenträger der Zofinger und mit ihnen sämtliche Mitglieder der ­Studentenverbindung standen vergangenen Donnerstag im Congress Center Spalier, um ihre Gäste willkommen zu heissen: Regierungspräsident Guy Morin mit Gattin Christa, Erziehungsdirektor Christoph Eymann mit Corinne, die Nationalräte Markus Lehmann und Sebastian Frehner, LDP-Grossrat Heiner Vischer, Roche-Grossaktionär Andreas Oeri (ohne Gigi), alt Regierungsrat Hanspeter Gass mit Silvia und Sohn Dominique, Telebasel-CEO Dominik Prétôt, ­Kunstliebhaberin Verena Grötzinger, Roche-Projektleiter (und Zofinger) Adrian Iselin und Kieferchirurgin ­Theres Gensheimer.

Der erste Teil der Vorführung wurde in der Pause dann traditionell angeregt zu Pastetli und Wein besprochen – und bis anhin als guter Jahrgang empfunden. Im Publikum sassen viele Eltern der Laienschauspieler, darunter auch Baloise-VR-Präsident Andreas Burckhardt mit Gattin Marie-­Christine. Seine Söhne Christoph und David standen auch dieses Jahr auf der Bühne, ebenso ihre Studenten-Kollegen Lukas Hug, Marc Sarasin, Martin Briellmann, Julian Eicke, Cyril ­Wiasmitinow, Luzi Stahel, Lukas Hug, Benjamin Sommerhalder, ­Pianist Christian Brunner und viele mehr.

Gute Doubles und Selbsthumor

Übrigens: Auch Teil zwei kam beim Publikum gut an, Uni-Rektor Loprieno zu seinem sein Alter Ego: «Thierry Burckhardt hat mich ausgezeichnet gespielt! Ich habe es sehr genossen und natürlich ist es eine Ehre, im Conzärtli parodiert zu werden.» Charity-Lady Esme Sarasin, die ihren Ehemann Eric, die Leiche, durch die spitzfedrigen Boshaftigkeiten hindurch mental unterstützte, schwärmte: «Ich fand es hervorragend!» Und mit einem Zwinkern: «Es hat ihn ein paarmal sehr gut getroffen!» Und was sagt der Gatte? «Super! Man muss Selbsthumor haben, den habe ich auch.» Sarasin wurde als schöner und eitler Manager nachgespielt, der sich nicht als Banker sieht, sondern als: Bankier. Arbeitet er denn überhaupt noch in seinem Beruf? (Wegen einer Klage einiger deutscher Prominenter gegen ihn und die Bank, die ­s­einen Namen trägt, war er von seinen Ämtern zurückgetreten).

«Ich konzentriere mich hauptsächlich auf meine Verteidigung. Und treibe etwas mehr Sport als vorher, es setzt bei mir langsam in der Bauchregion an», sagte er mit einem Schmunzeln. Ist er also so eitel, wie er von den Conzärtli-Machern wahrgenommen wird? «Nein. Wissen Sie, vor einigen Jahren wurde ich von der Wirtschaftszeitung Cash zum ­zweitschönsten Manager der Schweiz gewählt, hinter Ernesto Bertarelli. Jahrelang wurde ich deswegen im Freundeskreis hochgenommen. Ich bin aber nicht eitel, ich bin mehr der Tschütteler-Typ, wie mein Doppelgänger es in der Vorführung richtig gesagt hat.» Im Vorfeld habe er sich mit seinem Double, dem Zofinger Michael Hug getroffen, um für das Drehbuch einige Details aus seinem Leben beizusteuern. «Dabei gab ich ihm auch das Cash von 2003 mit den Bildern der schönsten Manager.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 09.02.2015, 13:54 Uhr

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