Kesslergrube wird teilweise eingekapselt

Die Basler Regierung hält das Vorgehen in Grenzach-Wyhlen nur für die zweitbeste Methode.

Der BASF-Deponieteil ist mit Industriegebäuden und zwei laufenden Kläranlagen bebaut.

Der BASF-Deponieteil ist mit Industriegebäuden und zwei laufenden Kläranlagen bebaut. Bild: zVg

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Der zweite Schritt kommt rasch nach dem ersten: Die Sanierung des BASF-Teils der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen ist vom Landratsamt Lörrach grundsätzlich genehmigt worden. Dort ist eine Einkapselung zur dauerhaften Sicherung der Altlast vorgesehen, wie es in einer Mitteilung heisst. Am 14. November hatte das Landratsamt den Sanierungsplan der Kesslergrube für den Teil von Roche genehmigt, auf dem ein vollständiger Aushub mit thermischer Entsorgung des Materials vorgesehen ist.

Zur Sanierung derselben Altlast, zu der Stoffe wie Ammonium, polyzyklische Kohlenwasserstoffe, Chlorbenzole und Arsen gehören, werden also zwei unterschiedliche Varianten angewendet. «Beide erfüllen die fachlichen und rechtlichen Anforderungen des deutschen Bodenschutzgesetzes», wird der Umweltdezernent des Landkreises Lörrach zitiert.

Umfangreiche Überwachung

«Selbstverständlich stellt ein Aushub die bessere und vor allem nachhaltigere Lösung dar als die von der BASF vorgesehene Einkapselung», schreibt die Basler Regierung in der Antwort auf eine Interpellation von Eveline Rommerskirchen (Grünes Bündnis). «Da der BASF-Deponieteil zurzeit mit Industriegebäuden und zwei laufenden Kläranlagen bebaut ist, muss zur Sicherung des Grund- und Rheinwassers die zweit­beste Methode gewählt werden», erklärt die Basler Regierung weiter. Allerdings weise der BASF-Teil kleinere Mengen und eine geringere Intensität von Schadstoffen auf. Die Umweltbehörden von Basel-Stadt und Baselland hätten beim Gespräch mit den deutschen Behörden auf die fehlende Nachhaltigkeit hingewiesen. Nach den Richtlinien des schweizerischen Bundesamts für Umwelt sei eine Einkapselung nur als temporäre Massnahme zulässig.

Der rund 28'000 Quadratmeter gros­se BASF-Teil der Kesslergrube ist gut zur Hälfte überbaut, zudem verlaufen wichtige Versorgungsleitungen im Untergrund, heisst es in den Erläuterungen des Landratsamts. Der Teil­bereich wird nun komplett durch eine 800 Meter lange, 20 bis 30 Meter tiefe und einen Meter dicke unterirdische Dichtwand sowie eine Oberflächen­abdichtung eingekapselt. Zudem soll vom Untergrund einströmendes Grundwasser abgepumpt und einer Reinigungsanlage zugeführt werden. So könnten keine Schadstoffe ins umgebende Grundwasser gelangen, heisst es. Dazu komme ein umfangreiches Überwachungsprogramm. Die Gefährdung der Trinkwasserfassungen der Industriellen Werke Basel könne durch die Sicherungsmassnahmen «höchstwahrscheinlich ausgeschlossen werden», schreibt die Basler Regierung.

Aushub wäre nachhaltiger

Aufgrund kritischer Stimmen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen und weiterer Gruppen liess das Landratsamt eine Nachhaltigkeitsuntersuchung durchführen. Der Gutachter kam zum Ergebnis, dass ein Aushub nachhaltiger als eine Einkapselung ist, besonders auf lange Frist. Das Landrats­amt findet aber, dabei würden die ökologischen Folgen eines Aushubs zu gering erachtet, und auch der wirtschaftliche Aspekt sei zu kurz gekommen.

Die Sanierungskosten für den BASF-Teil der Kesslergrube belaufen sich laut Landratsamt Lörrach auf etwa 26 Millionen Euro (31,3 Millionen Franken). Ein Totalaushub würde über eine halbe Milliarde Euro kosten.

Mit den Sanierungsarbeiten im BASF-Teil soll wie bei Roche im Frühsommer 2015 begonnen werden. Die Einkapselung soll 2017 abgeschlossen sein, während der Aushub voraussichtlich bis 2021 dauert. (Basler Zeitung)

Erstellt: 07.12.2014, 14:51 Uhr

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