Klybeck: Gespräche über BASF-Areal

Was passiert mit dem 120'000 Quadratmeter grossen Areal im Kleinbasel, dass dank den Wegzug von BASF plötzlich frei wird? Die Linke, fordert, dass der Kanton das Areal kauft.

Beim Kanton wollte gestern niemand über ein mögliches Kaufinteresse oder allfällige Pläne für das Areal sprechen.

Beim Kanton wollte gestern niemand über ein mögliches Kaufinteresse oder allfällige Pläne für das Areal sprechen. Bild: Keystone

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Mit der Aufgabe des Klybeck-Areals durch die BASF wird in der Stadt Basel überraschend eine Fläche von insgesamt 120'000 Quadratmetern frei. Standen am Dienstag noch der Schock und das Bedauern über den Abbau von rund 350 Stellen in der Region im Vordergrund, so wurden gestern bereits Überlegungen angestellt, was nun mit dem frei werdenden Areal zwischen Klybeckstrasse und Rhein geschehen könnte.

Von der BASF aus ist der Kreis der potenziellen Kaufinteressenten grundsätzlich nicht begrenzt. «Wir werden aber zunächst mit dem Partnerunternehmen Novartis sowie dem Kanton Basel-Stadt Gesprächeaufnehmen, um zu klären, ob ein Kaufinteresse am Klybeck-Areal besteht», verrät Firmen-Sprecher Franz Kuntz. Bezüglich der künftigen Nutzung werde sich die BASF mit dem Kanton Basel-Stadt abstimmen, wobei die Entwicklungspläne des Areals vom zukünftigen Käufer erarbeitet würden.

Öffentliche Interessen prüfen

Aus dem politisch linken Lager wurde gestern die Forderung laut, der Kanton müsse rasch prüfen, ob er das Gebiet selber kaufen möchte – um eine Situation wie auf dem Erlenmattareal zu verhindern. «Hier wurde darauf verzichtet, das Land zu erwerben», sagt Grünen-Co-Präsidentin Mirjam Ballmer. «Und nun musste der Kanton in den letzten Jahren immer wieder machtlos zusehen, wie seine berechtigten Interessen nicht wie gewünscht umgesetzt wurden.»

Grundsätzlich sei es sehr wichtig, so Ballmer, dass der Kanton bei solch grossen Arealen eine Planungsrolle übernehme. «Und das ist nun einmal einfacher, wenn man selber der Grundeigentümer ist.» Man müsse darum nun prüfen, ob und welche öffentlichen Interessen auf dem Klybeck-Areal umgesetzt werden könnten.

Areal-Nachbarn klären ab

Novartis wollte sich gestern noch nicht dazu äussern, ob Interesse an einer räumlichen Vergrösserung besteht. «Wir prüfen zurzeit die Situation und können das deshalb im Moment nicht weiter kommentieren», liess Satoshi Sugimoto, Mediensprecher von Novartis, verlauten. Auch bei Huntsman, wie Novartis ebenfalls ein direkter Nachbar der BASF auf dem Klybeck-Areal, hat man auf die Verkaufsgelüste reagiert. «Wir haben zwar bereits selbst Abbaupläne bekannt gegeben und sind eigentlich mit dem Huntsman-Gebäude derzeit gut bedient», hiess es auf Anfrage der BaZ. Dem Standort Basel sei man aber sehr verbunden und schätze das Klybeck-Areal als ein sehr gut vernetztes Gebiet. «Wir besprechen die aktuelle Situation mit unseren Geschäftspartnern», teilte die Medienstelle von Huntsman mit.

Beim Kanton wollte gestern niemand über ein mögliches Kaufinteresse oder allfällige Pläne für das Areal sprechen. «Im Vordergrund steht für die Regierung momentan, den Stellenabbau so gering wie möglich zu halten und dass für die Betroffenen ein grosszügiger Sozialplan erarbeitet wird», sagt Kaspar Sutter, Generalsekretär des ­Finanzdepartements. (Basler Zeitung)

Erstellt: 25.04.2013, 07:14 Uhr

Das rund 120'000 Quadratmeter grosse Gebiet der BASF auf dem Klybeck-Areal soll den Besitzer wechseln.
Grafik BaZ/mm
(Bild: Grafik BaZ/mm)

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Mit der Aufgabe des Klybeckareals durch die Firma BASF werden 120'000 Quadratmeter Fläche in Kleinhüningen frei. Soll Basel-Stadt das Klybeckareal kaufen?

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