Klybeckquai Projektsieger wirft entnervt das Handtuch

Die Initianten des Sieger-Projekts F(r)ischer Village ziehen sich aus dem laufenden Prozess zur Zwischennutzung am Klybeckquai zurück. Aufgrund der nachträglich geänderten Auflagen sei die Realisierung der ursprünglichen Projektidee nicht mehr möglich.

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Anfangs Jahr luden das Bau- und Verkehrsdepartement, das Präsidialdepartement und die Schweizerischen Rheinhäfen zur sinnvollen Zwischennutzung des Klybeckquais. Der brachliegende Landstreifen soll endlich belebt und genutzt werden. Eine Fachjury filterte schliesslich aus insgesamt rund 60 Zwischennutzungs-Ideen die acht besten und kreativsten heraus. So weit so gut. Heute aber kündigten die Macher des Vorzeige-Projekts « F(r)ischer Village» überraschend an, sich aus dem laufenden Prozess zurückzuziehen.

Die Initianten des Quartierentwicklungsprojekts, Pascal Müller, Zeno Steuri und Michele Salvatore, beklagen, dass die Auflagen von Seiten des Kantons und der schweizerischen Rheinhäfen nachträglich geändert wurden und somit die Realisierung ihres Projektes verunmögliche. «Die Behörden sind überfordert», erklärt Michele Salvatore die aktuelle Situation.

Ausgangslage komplett geändert

Ihrem Projekt sei ursprünglich eine Fläche von gut 3400 Quadratmetern zugesagt worden. Auf dieser Fläche planten sie mit Containern eine Art Fischerdorf zu bauen. In den Containern sollten ein Kinderradio, eine Tüftelwerkstatt und vieles mehr betrieben werden. Mittlerweile habe sich die Ausgangslage aber komplett geändert. «Die Behörden empfahlen uns, weiteren Projekten auf der uns bereits zugesicherten Fläche Platz zu machen», erklärt Salvatore.

Man habe sich daraufhin auch gerne mit dem Projekt Portland arrangiert. Dieses Projekt plane einen Skatepark zu bauen, was auch in die Konzeption des F(r)ischer Village passe. Damit aber nicht genug. Gemäss Salvatore versicherte Olivier Wyss, Projektleiter der Kantons- und Stadtentwicklung bei einer ersten Aussprache, dass die Vorschläge lediglich Empfehlungen sind. Später hiess es dann, dass zwei weiteren Projekten zwingend Platz zu machen sei. Diese weiteren platzintensiven Projekte verunmöglichen laut Salvatore aber die Realisierung des Fischerdorfes. Die Initianten des Projekts F(r)ischer Village sahen sich daraufhin genötigt, die Reissleine zu ziehen. Salvatore ist enttäuscht. «Wir haben bereits über 400 Sunden Arbeit in unser Projekt investiert», zudem seien bereits drei Container gekauft und auf dem Areal aufgestellt worden. «Das Verhältnis zu Olivier Wyss ist angespannt». Auch Initianten anderer Projekte zeigen sich mit der aktuellen Situation unzufrieden und kritisieren hinter vorgehaltener Hand, dass die Behörden den Überblick verloren haben. Stadtteilplaner Olivier Wyss war für eine Stellungsname noch nicht zu erreichen.

Zweite Chance

Ab nächstem Jahr, soll das Migrol-Areal – ebenfalls auf der Klybeckinsel kreativ genutzt werden können. Das F(r)ischer Village Team hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben und plant, 2013 dem Hafenareal des ehemaligen Fischerdorfes Kleinhüningen neues Leben einzuhauchen. Sofern dann alles ohne Zwischenfälle abläuft. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.06.2012, 16:13 Uhr

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