König ohne Krone

Der Botschafter von Schweden lud im Restaurant Schlüsselzunft zum Apéro. Dort führte kein Weg an Erik C. G. Julliard vorbei. Schon wieder er.

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Die Einladung war mit dem Wappen der schwedischen Krone versehen, alle Zeiger waren also auf königlich-pompös gestellt. Dass der Empfang unaufgeregt bescheiden daherkam, ohne grosse Inszenierung und fast familiär, wirkte sympathisch.

Der Botschafter von Schweden, Magnus Hartog-Holm, gab sich die Ehre und lud vergangene Woche im Restaurant Schlüsselzunft zum Apéro. Anlass war die Verabschiedung des schwedischen Honorarkonsuls in Basel, Staffan O. Bjöörn, und die Begrüssung seines Nachfolgers Erik C. G. Julliard. «Schon wieder der Julliard?», fragt sich wohl so mancher. An dem Mann führt derzeit kein Weg vorbei.

Die diplomatische Prominenz fand sich zahlreich ein: die Herren Konsuln Peter Fünfschilling (Finnland), Gilbert Pfendler (Frankreich), Christoph Noelpp (Republik Mali), Jelle Huijting (Niederlande) und Elisabeth Simonius, Frau Konsulin von Belgien und Eye­catcher im rot karierten Deuxpièces. «Ich überlege mir immer, was die anderen wohl anziehen und wähle dann etwas anderes aus. Man muss ja aus der Menge herausstechen.» So viel zur Bescheidenheit des Basler Daigs, aber wo sie recht hat …

Im offiziellen Teil bedankte sich Botschafter Hartog-Holm bei Bjöörn für seine 34 Dienstjahre. Bjöörn ist der Onkel von Erik Julliard, die Tradition bleibt also in der Familie; Eriks Grossvater war Botschafter von Schweden. Dann ernannte Hartog-Holm den ­Tattoo-Produzenten zum neuen Honorarkonsul: «Wir wissen, wie viel du für Basel bedeutest, und hoffen, dass du die Energie auch in dein neues Amt bringst.» Das überreichte Diplom kam direkt vom schwedischen König Carl Gustaf. «C. G.», das sei sein Mittelname, erklärte der Neu-Gewählte stolz, der seit ­seiner Kindheit Urlaub im Ferienhaus in Schweden verbringt. Jetzt mal Hand aufs Herz: Den Job hat er doch wegen des Family-Bonus bekommen, oder? «Ja», meinte Julliard lachend. «Eindeutig!»

Was tut eigentlich ein Ehrenkonsul den ganzen Tag lang? «Er kümmert sich um Passfragen, ist quasi der verlängerte Arm der Botschaft in Bern.» Er erledige aber nicht alles selbst, sondern könne an seine Sekretärin delegieren – nun gut, die Arbeit eines Honorarkonsuls wird ja nicht vergütet. Und wann wird er König von Basel? «So alt werde ich nicht, bis ich das System geändert habe», sagt er schmunzelnd. «Aber wenn es einst passiert, dann noch bevor der EHC wieder in die Nati A aufsteigt!» Seine Dankesrede hielt er auf Deutsch und Schwedisch.

Dann stiessen die Gäste auf die Stab­übergabe an, darunter Anwalt Peter Gloor, UBS-Basel-Chef Samuel Holzach, Basel-Tattoo-Geschäfts­führerin Yvette Thüring, Journalist Werni Blatter, Bankier Werner Schu­macher, Wohnbau-Genossenschaft-VR-Präsident Theo Meyer und Tattoo-Gesellschafter Christoph Hagenbach mit Gattin Esther (todschick im ­königsblauen Etuikleid). Mit von der Partie waren auch die Herren Oberst Dominik Walliser, Kommandant ­Rettung, ­Polizeikommandant Gerhard Lips und Grenzwacht-Kommandant Roger Zaugg.

Es wurden Lachsbrötchen serviert, ­Frikadellen und Schwedentorte.

Übrigens: Unterhaltungs-Highlight des Abends war die Ansprache von Sicherheitsdirektor Baschi Dürr, sie war gespickt mit amüsanten Vergleichen zu Schweden und der Schweiz: «Die Beziehung ist abgrundtief gut. Nur ist bei uns die Prinzessinnen-Dichte nicht so hoch, und Abba hat es weiter gebracht als Toni Vescoli.» Grosses Gelächter. «Dafür fahren wir im ­Skisport beide den Österreichern ­hinterher, aber egal, Sweden und ­Switzerland – in den USA ist das ohnehin dasselbe.» Und: «In Basel gibt es ja den Begriff ‹Schwede-Reisli›. Das steht bei uns für den Besuch bei Freunden.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.11.2014, 09:57 Uhr

Tamara Wernli ist News-Moderatorin, ­Produzentin der Sendung «Kochen im Schloss» auf Telebasel und als freischaffende Autorin tätig.

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