Liestals Stadtpräsident wird Basler Stadtentwickler

Lukas Ott, bisher Stadtpräsident von Liestal, wird Nachfolger von Thomas Kessler als Basler Stadtentwickler.

Ein Baselbieter soll Basel-Stadt entwickeln: Lukaas Ott, Noch-Stadtpräsident von Liestal.

Ein Baselbieter soll Basel-Stadt entwickeln: Lukaas Ott, Noch-Stadtpräsident von Liestal. Bild: Lucian Hunziker

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Lukas Ott, derzeit Stadtpräsident des Baselbieter Kantonshauptorts Liestal, wechselt in den Kanton Basel-Stadt: In dessen Präsidialdepartement wird der 50-jährige Soziologe und profilierte Grüne neuer Leiter der Kantons- und Stadtentwicklung.

Ott tritt die Stelle per 1. Dezember 2017 an, wie die baselstädtische Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann am Mittwoch vor den Medien sagte. Dass er Parteikollege von ihr ist, habe die Wahl nicht beeinflusst; Ott sei unter über 40 Bewerbungen klar die beste gewesen, denn er bringe «ideale Voraussetzungen» mit.

Ackermann begründete die Wahl Otts vom Dienstag durch die Regierung mit dessen «wissenschaftlichen Blick»; er sei aber Verwaltungsprofi und ausgewiesener Pragmatiker mit Führungserfahrung. Sie erhofft sich von ihm, der eine Beratungsfunktion zuhanden der Exekutive haben werde, auch überraschende Impulse.

Politischer Verzicht

Ott selber sagte, die Stadtentwickler-Stelle - «der spannendste Job» der ganzen Region - habe er schon bei deren Schaffung mit der letzten Verfassungsreform per 2009 sehr interessant gefunden, sich damals aber noch nicht reif dafür gefühlt. Inzwischen hat der 1966 in Allschwil geborene Ott fünf Jahre Liestaler Stadtpräsidium samt Finanzchef-Funktion hinter sich und präsidiert den trinationalen Eurodistrict Basel.

Auf seinen profilierten und extrovertierten Vorgänger Thomas Kessler angesprochen, der nach Querelen mit Ackermanns Vorgänger Guy Morin im Februar hatte gehen müssen, sprach Ott von grossem Respekt - er sei aber ein anderer Typ. Er sagte von sich, er pflege einen integrativen Ansatz und setze bei der Entwicklung auf Partnerschaft.

Die Stelle bedeute für ihn nun eine tolle «Chance», ohne dass er amtsmüde wäre. Es sei ein «Commitment», und er werde sicher nicht bei der erstbesten Gelegenheit abspringen, stehe also nicht zur Verfügung als Kandidat für die Baselbieter Regierung oder den Nationalrat.

Ersatzwahl-Termin

Die neue Stelle bedeute für ihn einen Rollenwechsel vom politischen Entscheider zum Entscheidungs-Vorbereiter; es behage ihm sehr, Dienstleister zu sein, sagte Ott weiter. Neben dem Halbamt als Liestaler Stapi ist er seit langem beruflich als Politberater und Publizist tätig.

Von allen politischen Ämtern tritt Ott per Ende November zurück. So könne er in Liestal noch die Abstimmung zur Bahnhofsentwicklung als Stadtpräsident bestreiten, die ihm sehr am Herzen liege. Den Nachfolge-Wahltermin muss der Liestaler Stadtrat festlegen; frühestes mögliches Datum ist laut Stadtverwaltung der 26. November.

Fragen nach seiner politischen Agenda beantwortete Ott, sofern nicht Ackermann intervenierte, sehr vorsichtig und bat um Einarbeitungszeit. Sie betonte, dass die Entscheide in der Exekutive gefällt würden; punkto Kommunikation werde sie mit Ott «den Weg finden». - Wohnsitzpflicht in Basel besteht übrigens nicht.

Ott betonte den regionalen Blick und ortete in anstehenden Arealentwicklungen «sehr grosses Potenzial» für Basel. Der Stadtentwickler sei dabei lange vor allen technischen Entscheidungen gefragt.

Erstellt: 16.08.2017, 10:32 Uhr

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