Manhattan mitten in Basel

Die Verlegung des Hafens lässt die Stadtplaner träumen. Die Vision einer dicht bebauten Klybeckinsel könnte das Gesicht Basel verändern und bietet neue Chancen.

So stellt sich das Planungsamt eine Überbauung der Klybeckinsel vor. Visualisierung: Baudepartement Basel-Stadt

So stellt sich das Planungsamt eine Überbauung der Klybeckinsel vor. Visualisierung: Baudepartement Basel-Stadt

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Form und Bebauung erinnern ein wenig an Manhattan. Im Hochbau- und Planungsamt wurde das Projekt einer überbauten Klybeckinsel denn auch mit einem englischen Arbeitstitel versehen: «New Basel». Zur Eröffnung der Internationalen Bauausstellung Basel 2020 (IBA) präsentierte Kantonsbaumeister Fritz Schumacher im Oktober 2010 die Visualisierung von «New Basel» zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit (Bild oben). Er erhoffte sich so neuen Schub für ein Projekt, das die Stadtplaner seit einiger Zeit in den Bann zieht - seit dem Zeitpunkt, als die Hafenwirtschaft ihr grundsätzliches Ja für eine Verschiebung des Klybeckhafens in Richtung «Festland» signalisiert hatte.

Schumacher räumte damals gegenüber der BaZ ein, er könne nicht versprechen, dass dieses Projekt im Jahr 2020 Realität geworden sei. Ausserdem skizziere die Visualisierung lediglich eine mögliche Form der Bebauung. Aber es gebe bereits jetzt erste Zeichen dafür, dass die mittelfristige Möglichkeit einer Neunutzung der Halbinsel realistisch sei. Beispielsweise gibt die Migrol im kommenden Jahr ihre Tanklager auf, beispielsweise liegt eine grosse Parzelle neben der Grisard AG brach, beispielsweise lässt der Verkauf des Restaurants Dreiländereck an die Schweizer Rheinhäfen die Planungsoptionen weiter offen.

Vision wird weiterentwickelt

Voraussetzungen sind wie erwähnt die Verlegung des Hafens und damit auch die Verlegung der Hafenbahn, die einen wichtigen Teil der heutigen Halbinsel mit Rangiergeleisen belegt. Der alte Rheinverlauf könnte wieder geöffnet und die Halbinsel zur Insel gemacht werden. Dies jedenfalls sieht die Testplanung der holländischen Architekten MVRDV mit den Lokalplanern Martin Josephy und Philippe Cabane vor. Sie dürfen ihre Vision weiterentwickeln.

Insgesamt weiten die Behörden den Perimeter für die Hafenplanung aus und ergänzen ihn um die nördlich angrenzenden Gebiete von Weil (D) und Huningue (F) bis hin zur Palmrainbrücke. Laut Schumacher haben auch die deutsche und französische Seite in der Erschliessung der Rheinufer grosses Potenzial – sprich Nachholbedarf. «Auf der Hüninger Seite muss der Entwicklung auf Schweizer Seite Rechnung getragen werden», formulierte Schumacher im letzten Oktober diplomatisch. Er sieht hier Potenzial für einen Forschungs- und Wissenschaftsplatz, der räumlich an den Novartis Campus anschliesst. Schumacher hofft, dass die trinationale Hafenentwicklung mit der bebauten Klybeckinsel in ihrem Zentrum zum IBA-Projekt erkoren wird. (Basler Zeitung)

Erstellt: 06.01.2011, 15:13 Uhr

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