Mit Schirm, Historie und gelben Ballonen

Zum Auftakt der 548. Basler Herbstmesse gab es am Wochenende trübes und nasses Herbstwetter.

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Trotz Regenwetter strahlte Ballon-Mann Fati Khelifi am Samstagmittag über beide Ohren. Er versuchte eifrig, seine gelben Luftballone auf dem Martinskirchplatz an den Mann und die Frau zu bringen. «Wir haben 1000 Stück gefüllt. Leider hat es wegen des Regens aber nicht so viele Abnehmer wie erhofft», erzählt er. Dabei wollte er das Vorhaben von Regierungsrätin Elisabeth Ackermann unterstützen, die – just zum Auftakt der Herbstmesse mit dem Mässglöggli all die Luftballone auf einmal in den Himmel steigen lassen wollte.

Der Platz vor der Martinskirche füllte sich ebenso wie die restliche Innenstadt nur zögerlich. Als Elisabeth Ackermann um 11.45 Uhr vors Mikrofon trat, konnte man ihrer Eröffnungsrede ganz entspannt zuhören, ohne Druggede rundherum. Die Basler Regierungspräsidentin erläuterte die traditionsreiche Geschichte der Herbstmesse, die bis ins Jahr 1449 zurückgeht. Es war anno dazumal ein krisenreiches Jahr mit einer Hungersnot, also dachte man über eine Möglichkeit nach, um die Stadt und den Handel wieder zum Aufblühen zu bringen. Die Idee eines wiederkehrenden Jahrmarktes kam auf, wobei der Papst in Rom ein Empfehlungsschreiben aufsetzte, um die Einwilligung des Kaisers zu erreichen. Das Schreiben ging unterwegs aber verloren, sodass viele Jahre verstrichen, bis 1471 der damalige Basler Bürgermeister sich wieder dem Projekt annahm und vom Kaiser ein unbefristetes Messeprivileg für Basel erlangte.

«Und seither findet jedes Jahr die Basler Herbstmesse statt, wobei sie sich über die Jahrhunderte dem Zeitgeist und dem Publikum angepasst hat», erklärte Ackermann. Viele Traditionen konnten aber erhalten werden, eine davon ist eben das Einläuten der Messe durch Messeglöckner Franz Baur. Er winkte vom Kirchenturm herab und läutete pünktlich um 12 Uhr die 548. Herbstmesse ein.

Gute Laune trotz Regen

Als es dann endlich losging, gab es vor den beliebten Bahnen kein Halten mehr. Die 15 Minuten Gratisfahrten wollten ausgekostet werden. Damit alles bereit war, haben auch Andrea und Elisabeth Flammer ihre Bienenflug-Bahn auf dem Barfi am Morgen noch einmal von A bis Z gut durchgeprüft. Für die Schausteller-Familie aus Basel ist es immer ein besonders schönes Ereignis – ein Heimspiel, vom regenreichen Auftakt liessen sie sich die Vorfreude nicht nehmen.

Und auch Andrea Eiserloh war am Schokoküsse-Stand mit guter Laune anzutreffen. Bei einem Angebot von 30 verschiedenen Geschmacksrichtungen weiss sie, dass für jedes Wetter der passende Schokokuss im Angebot steht. Champagner oder Whiskey, mit Zimt oder die fruchtigen Varianten wie Orange oder Himbeer – «und bei den Kindern steht der Zebra-Schokokuss mit weisser und dunkler Schoggi ganz hoch im Kurs».

Schlemmen und wilde Bahnen fahren, über den Häfelimärt schlendern oder vom Riesenrad den Ausblick geniessen – wer am Samstag wetterfest war, konnte dies am ersten Herbstmesse-Tag voll auskosten. Auch Magdalena Falska liess sich vom Regen nicht beirren und packte ihre beiden Kinder gut ein. Ausgestattet mit Regenhosen, Gummistiefeln, Regenmantel und Regenschirm stand sie samt Nachwuchs vor dem Grusel-Schiff auf dem Münsterplatz an. «Für uns war klar, dass wir zum Messeauftakt herkommen. Das ist für die Kinder ein grosses Highlight und man muss sich nur richtig anziehen.»

Auch vor dem Riesenrad bildete sich wie jedes Jahr eine Warteschlange – Regen hin oder her. Es war zwar ein trüber und nasser Herbstmesse-Auftakt, aber gemäss dem Motto «es kann ja nur besser werden» sollen diese Woche trockene und sonnigere Tage folgen. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.10.2018, 10:32 Uhr

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