Morin wehrt sich gegen die Vorwürfe der Umweltschützer

Der Basler Regierungspräsident Guy Morin hält an seinen Aussagen fest, obwohl manche ihn als Lügner bezeichnen. Streitpunkt ist das Sponsoring der Expo in Mailand durch die Syngenta.

Streitpunkt: Umweltschützer kritisieren das Expo-Sponsoring der Syngenta.

Streitpunkt: Umweltschützer kritisieren das Expo-Sponsoring der Syngenta. Bild: Henry Muchenberger

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Wurde die Stiftung Biovision in Zürich von den Schweizer Expo-Verantwortlichen angeschrieben oder nicht? Diese Frage wurde in den letzten Tagen heiss diskutiert. «Guy Morin lügt», behauptete die Schweizer Biologin und Chemikerin Florianne Koechlin vom Blauen-Institut am Dienstag. Anlass war die Medienkonferenz der Kritiker des Basler Expo-Auftritts in Mailand. Diese war einberufen worden, um zu thematisieren, dass die Schweizer Messepräsenz in Italien von Syngenta gesponsert wird und sich der Konzern in deren Rahmen präsentieren darf – «grösstenteils unhinterfragt», sagen die Kritiker.

An einer eigenen Medienkonferenz hatte Morin kurz zuvor eine Aussage gemacht, deretwegen Koechlin ihn öffentlich einen Lügner nannte. Und zwar folgende: Es seien alle von den Gegnern auf einer Liste aufgeführten Institutionen und Personen kontaktiert und angefragt worden, ob sie sich im Rahmen der Expo einbringen möchten. Die Angefragten hätten aber entweder nichts beitragen können oder wollen, sagte Morin. Die Liste, auf der unter anderem das vom Agrarexperten Hans Rudolf Herren gegründete Institut Biovision aufgeführt ist, war eingereicht worden, um einen kritischen Diskurs zu ermöglichen. Herren bestätigte gegenüber der BaZ, er sei nicht kontaktiert worden. «Frau Koechlin hat recht, ich wurde bis jetzt noch von niemanden eingeladen, für die Milan Expo einen Beitrag zu leisten», steht in der Nachricht. Eine Aussage, die Morin und die Vertreter von Präsenz Schweiz schlecht aussehen lässt. Präsenz Schweiz ist beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) für den Auftritt in Mailand zuständig.

«An alle Adressaten geschickt»

Nun wehrt sich Morin gegen den Vorwurf, zu lügen. Auf Anfrage der BaZ hielt er gestern daran fest, man habe alle Adressaten kontaktiert. Auch die Organisation Biovision und damit deren Stiftungsratspräsident Hans Rudolf Herren sei 2014 von Präsenz Schweiz angeschrieben worden. Seiner E-Mail hängte Morin das Schreiben gleich an. Eine Vertreterin des EDA bestätigt, dass dieses am 15. April 2014 an alle aufgeführten Adressaten, auch an Biovision in Zürich, gegangen sei. Und tatsächlich finden sich auf der Verteilerliste zahlreiche Fachleute, Institutionen und Organisationen mit ihren E-Mail-Adressen. Biovision ist darunter. Morin erwähnt noch einen weiteren Punkt: Hans Rudolf Herren habe sogar als Redner an einer Veranstaltung am Giro del Gusto teilgenommen. Bei diesem letztes Jahr durchgeführten Event handelte es sich um eine Werbewoche zur Expo von Präsenz Schweiz und den teilnehmenden Städten. Herren war gestern für die BaZ nicht mehr erreichbar.

Andere kritische Organisationen wie das Forschungsinstitut für Biologische Landwirtschaft, Pro Specie Rara und Bio Suisse werden im Rahmen einer Zweitausstellung sowie an Podiumsdiskussionen in Mailand zu Wort kommen. «Derzeit wird geprüft, ob weitere kontradiktorischen Diskussionsforen durchgeführt werden können», sagt Morin. (Basler Zeitung)

Erstellt: 26.02.2015, 06:44 Uhr

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Umweltschützer kritisieren Guy Morin für das Syngenta-Sponsoring. Soll Syngenta den Basler Expo-Auftritt mitfinanzieren dürfen?

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