Nachwuchs-Campus: Alles auf Kurs

Für Gigi Oeri war es eines der letzten Projekte, das sie als FCB-Präsidentin angestossen hatte: der Nachwuchs-Campus des FC Basel auf den Sportanlagen St. Jakob. Anfang Dezember wird Aufrichte gefeiert.

Im Zeitplan. Nächsten Sommer sollen die ersten Fussballer im neuen Zentrum ihre Umkleidekabinen beziehen.

Im Zeitplan. Nächsten Sommer sollen die ersten Fussballer im neuen Zentrum ihre Umkleidekabinen beziehen. Bild: Dominik Plüss

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Vier Rasenplätze, ein Kunstrasenfeld und eine Sprintbahn sollen am Süd­ende der Brüglinger Ebene entstehen. Im Haus wird es einen eigens auf die Bedürfnisse der Nachwuchsfussballer ausgerichteten Kraftraum geben, ebenso wie eine Abteilung für die Massage und eigene Umkleidekabinen für jede einzelne Nachwuchsmannschaft. Dazu kommen eine Kantine und eine Cafeteria. Der neue Campus wird eines der mo­dernsten Trainingszentren für Nachwuchsfussballer der Schweiz sein.

Der Baustopp, den es nie gab

Mit viel Vorfreude und unter grossem Aufwand wurde im August 2011 der Spatenstich inszeniert. Danach verlief vorerst alles nach Plan. Gross dürfte allerdings auch der Schock gewesen sein, als im vergangenen Februar plötzlich Altlasten in den Baugruben auftauchten. Von Bauschutt und Schwermetallen war die Rede. Das Amt für Umweltschutz des Kantons Baselland liess Bodenproben untersuchen.

Zwar standen die Arbeiten am Campus entgegen den Behauptungen diverser Zeitungen nie ganz still, wie Benno Kaiser, der Geschäftsführer der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel auf Anfrage betont. Trotzdem hat die Situation Kopfzerbrechen bereitet. Denn hätte sich der Verdacht erhärtet und allfällig kontaminierter Bauschutt hätte abgetragen werden müssen, der Bau des FCB-Nachwuchszentrums hätte sich wohl um Monate, wenn nicht Jahre hinausgezögert.

Die Kosten, die gestiegen sind

Heute ist klar: Auf der Brüglinger Ebene kann gebaut werden. Die Aushubmaterialien müssen zwar speziell entsorgt werden, ansonsten würden aber keine weiteren Auflagen bestehen, so Alberto Isenburg, Leiter des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie. Dieser Entscheid sei seit Mai rechtskräftig. «Sorgen machen uns in dieser Sache nur noch die gestiegenen Kosten», sagt Benno Kaiser. Der Stiftungsrat suche nach Lösungen.

Auf den Bauablauf sollte dieses ­Intermezzo keinen Einfluss haben. Für Anfang Dezember ist die Aufrichte des zentralen Garderobengebäudes geplant. Ein Kunstrasenfeld gehe Anfang 2013 in Betrieb, und bereits ab dem kommenden Juli sollen die ersten Fussballer im neuen Trainingszentrum die Umkleidekabinen beziehen.

«Die erste Mannschaft wird wohl die U21 sein», erklärt Benno Kaiser. Bis im August werde dann Woche für Woche eine Nachwuchsmannschaft einziehen. «Und wenn das geschehen ist, gibt es eine grosse Eröffnungsfeier», so Kaiser weiter. Die Hülle des Garderoben- und Schulungsgebäudes ist bereits erkennbar, und auch die Betonstelen, die dereinst als Sichtschutz dienen werden, stehen bereits. Sie sollen die erste Mannschaft bei ihren Trainings vor neugierigen Blicken schützen.

Bei einem Besuch auf den Rasenfeldern befindet sich ein Teil der U21-Mannschaft bereits im Training. Es werden Bälle Richtung Rohbau gespielt, die dann kurz vor dem Bauzaun vom Torwart abgefangen werden. Die Flutlichtanlage funktioniert. Nebenan arbeiten Bauarbeiter am Kunstrasenfeld. Man fühlt sich ein bisschen wie in einer Wohnung, die gerade umgebaut wird. Die Vorfreude ist spürbar.

Das Geld, das Oeri gibt

Während sich die Fussballmäzenin Gigi Oeri Anfang Jahr als Vorsitzende des FC Basel verabschiedet hat, bleibt sie weiterhin Präsidentin der Stiftung Nachwuchs-Campus Basel.

Diese finanziert den Bau und später auch den Betrieb des Campus mass­geblich mit. Eigenen Angaben zufolge will die FCB-Ehrenpräsidentin jährlich 2,6 Millionen Franken einschiessen. Der Campus ist für Gigi Oeri nämlich eine Herzensangelegenheit. (Basler Zeitung)

Erstellt: 26.11.2012, 13:14 Uhr

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