Mann hat die ganze Nacht auf dem Dach verbracht

Ein schreiender, mit Ziegeln um sich werfender Mann steht seit bald 24 Stunden auf einem Dach im Gundeli. Er hat die ganze Nacht auf seinem Posten ausgeharrt.

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Am frühen Montagmorgen rastete ein Mann im Basler Gundeldinger Quartier aus. Zuerst warf er Gegenstände von der Terrasse im obersten Stock des Hauses und schrie wild um sich. Als dann die Polizei aufmarschierte, kletterte er auf das Dach und tobte von dort oben weiter. Seit ungefähr 10 Uhr steht der Mann nun auf einem Kamin und schmeisst immer wieder mit Ziegeln um sich, die er laufend vom Dach abdeckt.

Auf einem Balkon unter ihm versuchten Familienangehörige des Mannes zusammen mit der Polizei den ganzen Tag über verzweifelt, den Mann zur Vernunft zu bringen – bislang erfolglos. Im Gegenteil: Auf Baseldeutsch provozierte er die Beamten immer wieder, ihn doch zu holen, wenn sie sich getrauten. Was den ca. 30-jährige Mann, der in dem Haus wohnt, dazu gebracht hatte, sich auf dem Dach zu verbarrikadieren, ist nicht bekannt.

Sprungkissen standen bereit

Die Behörden rechneten jedoch mit dem Schlimmsten: Die Feuerwehr hatte mit je einem Sprungkissen auf beiden Seiten des Hauses Vorkehrungen für den Fall getroffen, dass der Mann in die Tiefe stürzen sollte. Ein aktiveres Vorgehen der Polizei ist nicht möglich. Zu steil ist das Dach und zu gross ist die Gefahr, dass der Mann in seiner Wut stürzen könnte oder gar freiwillig in die Tiefe springt.

«Wir können nichts anderes machen als abwarten», sagte Polizeisprecher Klaus Mannhart. «Hoffentlich wird er bald müde und gibt auf.» Bisher zeigte sich der Mann, der laut Mannhart schon seit längerer Zeit in psychischer Behandlung ist, jedoch ausdauernd und machte auch am Nachmittag noch keine Anstalten aufzugeben. Der Vorrat an Ziegeln ist ebenfalls noch längst nicht erschöpft. Ausser den Ziegeln und den Wasserflaschen ist der Mann nicht bewaffnet. Auch in der Wohnung hatte die Polizei keine Waffen gefunden.

Angehörige versuchten zu beruhigen

Zwischenzeitlich versorgten die Helfer den Mann, der seit Stunden in der Sonne stand mit Wasser. Dieses benutzte er dann vor allem dazu, die Polizisten und seine Familienangehörigen nass zu spritzen. Immerhin schien die Präsenz der Familienangehörigen eine etwas beruhigende Wirkung auf den Mann gehabt zu haben. Doch noch konnte der Mann nicht dazu gebracht werden, das Dach zu verlassen.

Gegen Abend wurden dann auf Anraten von Experten die Sprungkissen wieder entfernt. «Wir wollten damit einen teilweisen Rückzug signalisieren und hofften, der Mann käme dadurch zur Vernunft,» sagte Mannhart. Die Bemühungen waren umsonst. Später, beim Eindunkeln, stellte die Polizei auch sämtliche Verhandlungsversuche mit dem Mann ein: «Irgendwann macht Reden keinen Sinn mehr».

Sichtschutz gegen Gaffer

Auch dieser Strategiewechsel zahlte sich bisher nicht aus: Noch immer steht der Mann auf dem Dach – unbeirrt von allem und mittlerweile hinter einem Sichtschutz, den die Polizei als Massnahme gegen die immer zahlreicher werdenden Gaffer aufgebaut hatte. Auch am frühen Dienstagmorgen sass der Mann noch immer auf dem Dach. Die Polizei ist ratlos über das weitere Vorgehen. Man hofft nach wie vor, dass der Mann langsam müde wird und aufgibt. Während der Nacht hatten Polizei und Angehörige des Mannes immer wieder versucht, ihn zu überzeugen, aufzugeben. Bislang ohne Erfolg.

Bereits am Montagmorgen sperrte die Polizei den entsprechenden Abschnitt der Bruderholzstrasse ab. Die Trams der Linie 15 und 16 wurden umgeleitet. Auf dem Bruderholz wurden wegen der Strassensperrung ab der Haltestelle Jakobsberg Busse eingesetzt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.05.2011, 15:12 Uhr

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