Nummer 28: Ein Vogel

«Ägerschte» ist ein oberrhein-alemannischer Dialektausdruck. Und auch feinstes Baseldytsch. Was aber zum Teufel ist mit «Ägerschte» gemeint?

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Basel hat einen ganz speziellen Dialekt. Die einen empfinden ihn als hochnäsig. Gufenspitz. Und überkandidelt. Die andern loben ihn als «urheimelig». «Nuggisch» oder einfach nur «sau feyn». Über den Dialekt unserer Stadt sind immer wieder Kolumnen und viele Bücher geschrieben worden. Es gibt ein Baseldytsches Wöterbuch. Ja, was schreibe ich da: Es gibt mehrere solcher Wörterbücher.

Es gibt ganze Studien zu unserem Dialekt. Und es gibt die Grundsatzdiskussion: «Sollen wir im Kindergarten wirklich Hochdeutsch reden und den Dialekt vernachlässigen?» Sicher ist, dass der Dialekt im Wandel ist. Nicht nur unser Dialekt. Sondern die Sprache im Allgemeinen. Das Hochdeutsche ist für die Deutschschweiz eine Sprachbasis – der Bündner oder der Berner Dialekt aber sind uns lieber. Man stelle sich einen Aeschbi auf Züridütsch vor?! Uns reichen schon die Zürcher Firmenchefs, Bankfachleute oder Fernsehsprecher, wenn sie ihren Dialekt verdeutschen. Das tönt jedes Mal, als ob sie sich durch einen Wald sägen müssten.

Baseldytsch ist also eigen – es eignet sich auch sehr gut für die hochdeutsche Sprache. Man schmeckt dann den Dialekt kaum. Und dennoch verändert sich auch am Rheinknie die Sprache jeden Tag. Die Jungen reden ihr bruchstückhaftes Handy-Gebrabbel … sie verkürzen die Sätze. Und mischen noch ein paar Multikulti-Ausdrücke darunter. Da wirkt ein Baseldytsch- Wort wie «Storzeneeri» (für Schwarzwurzeln) oder Marelleli (für Aprikosen) irgendwie überstrapaziert. Und lächerlich. Aber natürlich gibt es immer noch Familien in unserer Stadt, welche den perfekten, alten Dialekt pflegen. Das hat nichts mit Dünkel zu tun. Sie sind einfach damit aufgewachsen. So sagen sie beispielshalber auch «Ägerschte». Das ist ein oberrhein-alemannischer Dialektausdruck. Und auch feinstes Baseldytsch. Was aber zum Teufel ist mit «Ägerschte» gemeint? So viel sei hier verraten: Es handelt sich um einen Vogel. Und dessen erster Buchstabe ist ein: … (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.07.2010, 13:38 Uhr

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