Polizei jagt Velo-Falschfahrer

Die verbotene Abkürzung durch die Einbahnstrasse der Spalenvorstadt ist beliebt bei Velofahrern. Die Basler Polizei kontrollierte mit einem Grossaufgebot.

Ab dem Spalentor ist die Spalenvorstadt eine Einbahnstrasse. Auch Velofahrer dürfen nicht durch.

Ab dem Spalentor ist die Spalenvorstadt eine Einbahnstrasse. Auch Velofahrer dürfen nicht durch. Bild: Elena Monti

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Das war die lächerlichste Polizeiaktion, die ich seit Langem gesehen habe», ärgert sich Marc Roth. Der Geschäftsführer eines Elektronikladens in der Basler Innenstadt wurde gestern Morgen von der Polizei gestoppt, als er mit seinem Velo verbotenerweise vom Spalentor her durch die Einbahnstrasse der Spalenvorstadt fuhr. Am Ende der Einbahnstrasse, an der Verzweigung zur Schützenmattstrasse, wartete die Polizei. 15 Polizisten hat Roth gezählt, die sich hinter der Häuserecke versteckt hielten. Gleich drei Polizisten hätten sich dann um ihn «gekümmert». «Ich hatte eine VIP-Behandlung», sagt der Berner schmunzelnd. Fünf Minuten dauerte die Aktion. Währenddessen hätten sich andere Polizisten um die weiteren Velofahrer gekümmert, die die beliebte, aber verbotene Abkürzung in Richtung Innenstadt unter die Räder genommen hatten. Die Busse wegen Missachtens des Einbahnsignals beträgt 30 Franken.

Velofahrer Roth fährt seit zwei Jahren jeden Tag von der Missionsstrasse via Spalentor-Kreuzung in die Spalenvorstadt. Dass diese «wenigen Meter» bis zur Schützenmattstrasse eine Einbahnstrasse sind, sei ihm noch nie aufgefallen. Wohl auch, weil Roth jeweils bereits davor den direkten und ebenso verbotenen Weg durch die Tramhaltestelle nimmt, von wo aus die Einbahnsignalisation nur schlecht ersichtlich sei.

Verbesserungen in Planung

Laut Polizeisprecher Martin Schütz büsste die Polizei gestern Morgen 32 Velofahrer. «Verkehrsteilnehmer, die das Signal missachten, begeben sich in der Spalenvorstadt auf die Gegenfahrbahn und müssen im unübersichtlichen Kurvenbereich das Tramtrassee überqueren. Dabei entstehen immer wieder heikle Situationen mit dem Gegenverkehr und dem Tram.»

Der Grund für den Einbahnverkehr sind die beengten Platzverhältnisse beim Spalentor. Die Strecke ist jedoch der direkteste Weg in die Innenstadt, der längere Umweg für Velofahrer um das Kollegiengebäude der Universität herum unattraktiv. Die Politik wälzt dieses Problem seit Jahren. Derzeit ist ein Gestaltungsprojekt in Ausarbeitung, das eine Verbesserung der Achse Burgfelderstrasse–Missionsstrasse–Spalenvorstadt zum Ziel hat.

Nur zu legalisieren, was die Velofahrer heute sowieso machen, sprich ohne weitere bauliche Massnahmen die Fahrt durch die Tramhaltestelle zu ermöglichen, sei aber nicht möglich, hielt die Regierung bereits 2016 fest. Es fehlt der Platz, damit Velofahrer hinter einem in der Haltestelle Spalentor stehenden Tram warten können, ohne die querenden Fussgänger zu behindern.

Erstellt: 06.10.2017, 09:34 Uhr

Artikel zum Thema

Velofahrer und Fussgänger im Clinch

Fairness-Plakate sollen am Rheinufer Konflikte entschärfen. Mehr...

12'000 Franken, um das Knie nicht durchstrecken zu müssen

Muttenz/Münchenstein Die Baudirektion installiert rote Wartegeländer für Velofahrer. Ob es überhaupt ein Bedürfnis dafür gibt, ist noch unbekannt. Mehr...

Jedes Velo zählt

Vor der Basler Wettsteinbrücke steht ein Velozähler, der das «Gruppengefühl der Velofahrer» stärken soll. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Paid Post

Zirkus mal anders

Lassen Sie Ihre Kinder, Grosskinder oder Patenkinder im Family Circus Bühnenluft schnuppern!

Kommentare

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Nichts für Gfrörlis: Ausserhalb der sibirischen Stadt Krasnoyarsk wurden Minus 17 Grad gemessen. (10. Dezember 2017)
(Bild: Ilya Naymushin) Mehr...