Rot-grünes Raubrittertum

Der Parkgeld-Eintreiber beim Allschwiler Weiher betreibt sein Geschäft skrupellos. Wer die Türe des Fahrzeugs öffnet, wird abgepasst.

«Zahlen. Jetzt.» Der Tribun vom Fischmarkt will nur eines: Geld (Symbolbild).

«Zahlen. Jetzt.» Der Tribun vom Fischmarkt will nur eines: Geld (Symbolbild). Bild: Annette Boutellier

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Samstag, ausgezeichnetes Wetter, sommerliche Temperaturen, endlich Wochenende. Der Kleine hat Geburtstag, wir feiern sein fünftes Lebensjahr mit seinen Kindergarten-Gspänli im Allschwiler Wald. Besammlungsort für die Geburtstagsparty inklusive Schnitzeljagd und Schatzsuche ist der öffentliche Parkplatz beim Allschwiler Weiher, nahe des Schiessstandes. Es ist nachmittags um 14:30 Uhr. Alles gut, alles sorgenfrei, alles wunderbar.

Aber dann schafft es doch noch einer, die Vorfreude auf das fröhliche Fest mit den Kids zu vermiesen. Den Mann schickt – wie könnte es anders sein – der Staat. Das Finanzdepartement Basel-Stadt, um es konkret zu benennen. Und dieser Tribun vom Fischmarkt will nur eines: Geld. Sofort. Sonst gibts eine Parkbusse.

Wer den Motor abschaltet, mussen zahlen

Der Steuervogt trägt eine gelbe Leuchtweste und «begrüsst» die Eltern, die mit dem Auto auf dem kostenpflichtigen Parkplatz vorfahren, in aufdringlicher Art. Wer die Türe des Fahrzeugs öffnet, wird abgepasst. Eine Mutter versucht zu erklären, dass sie bloss ihren Schützling für einen Geburtstagsevent abliefere – sie zeigt auf unser nahestehendes Grüppchen – und sogleich wieder wegfahre. Sie habe nicht vor, das Parking zu benutzen. Antwort: «Wenn Sie den Motor abschalten, müssen Sie zahlen. Wir müssen alle gleich behandeln.» Die Mutter protestiert und schildert ihre Situation erneut. Sie sei im nächsten Augenblick wieder fort. Aber es ist nichts zu machen. «Zahlen. Jetzt.» Genervt fügt sie sich ihrem Schicksal, begibt sich zum Parkgebührenautomaten und wirft etwas Münz ins Staatskässeli. Anderen geht es gleich.

Der Parkgeld-Eintreiber betreibt sein Geschäft skrupellos. Er spürt seine Macht – und es scheint ihm wohlzutun, wenn sich die Menschen ihm kopfschüttelnd fügen müssen. Trotzdem ist er nicht das eigentliche Problem. Er ist bloss der Gehilfe.

Warum, liebe rot-grüne Obrigkeit des superreichen Kantons Basel-Stadt, musst du dein Volk derart knechten? Wer das Auto abstellt und nicht zahlt, soll mit einem Bussenzettel rechnen müssen. Okay. Aber für Stop-and-Go auch noch kassieren? Das ist nicht sozial, das ist modernes Raubrittertum. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.05.2018, 10:57 Uhr

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