Russen statt Engländer am Basel Tattoo 2012

Das siebte Militärmusik-Spektakel ist auf Kurs – auch dank Petrus Hilfe. Produzent Julliard freut sich auf die 25 Formationen aller Kontinente. Auf eine aber ganz speziell.

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400 Tonnen Stahl sind aufgebaut, sechs Kilometer Kabel verlegt, 350 Scheinwerfer sowie 100 Lautsprecher und ebenso viele Mikrofone angeschlossen – es ist alles bereit für die Premiere des Basel Tattoo 2012 am kommenden Freitag. Doch Produzent Erik Julliard ist auf der Zielgeraden nervöser als in anderen Jahren: «Nach drei Jahren Ruhe, meldeten sich wieder die Magenbeschwerden», sagt er und spielt damit auf das schwierige zurückliegende Halbjahr an, das gezeichnet war von der Einsprache des Kleinbasler Quartiervereins «Heb Sorg zem Glaibasel».

Auch Markus Hubeli, Chef der knapp 500 Helfer, kam im Vorfeld des Tattoos ins Schwitzen. Wäre das Wasser in der Aare noch weiter gestiegen, hätte die Bereitschaftskompanie der Schweizer Armee zur Hochwasserbekämpfung nach Bern abgezogen werden müssen. Petrus trieb es aber nicht auf die Spitze und so konnten die Soldaten den seit dem 29. Juni laufenden Aufbau der 7838 Sitzplätze umfassenden Tribüne letzten Freitag abschliessen. Nun erfolgt nur noch der letzte Schliff.

Mehr Besucher und Premieren

Mit seinen zwei zusätzlichen Vorstellungen wird das siebte Basel Tattoo dieses Jahr erstmals 120'000 Besucher empfangen können. In den total 15 Vorstellungen sind dieses Jahr zum ersten Mal keine Engländer unter den total 25 mitwirkenden Formationen vertreten. Auf Grund der Olympiade in London wurden alle Militärmusik-Formationen von höchster Stelle gesperrt – sie durften keine Engagements an ausländischen Anlässen annehmen. Dafür wird erstmals ein russischer Schwerpunkt zu sehen sein: Die Ehrengarde des Präsidentenregiments, die zusammen mit dem Präsidialorchester sowie dem Zentralorchester des Verteidigungsministeriums aus dem Kreml ans Rheinknie reisen. Letzteres wird unter der Leitung eines Generals unter anderem den Triumphmarsch zum 200. Jahrestag des Siegs über Napoleon zum Besten geben.

«Wir freuen uns auf einen tollen Jahrgang mit rund 1000 Mitwirkenden aus allen fünf Kontinenten», sagt Julliard. Doch nebst den Russen, der «New Zealand Army Band», der dänischen «Royal Life Guards», den südafrikanischen «Transvaal Scottish Pipes an Drums» und der «A.I.T. Meiden High School Band» aus Japan freut sich Julliard auf eine Formation ganz speziell: Das «Top Secret Drum Corps» wird nach etlichen weltweiten Auftritten zum vierten Mal wieder in seiner Heimat dabei sein. Eine ganz besondere Ehre ist es für Julliard aber auch, dem Star-Piper Stuart Samson erneut die Leitung der Massed Pipes an Drums aus vier Kontinenten übergeben zu dürfen.

Das Geschehen abseits der Kasernenhofs

Für alle, die zu keinen Eintrittskarten des nahezu ausverkauften Spektakels mehr kamen, sorgen die angereisten Formationen auch abseits des Kasernenhofs für Aufsehen. So haben einige der Bands eigens für das zum zweiten Mal stattfindende Konzert heute Montagabend im Luzerner KKL zusätzlichen Aufwand betrieben. Publikumsmagneten dürften auch die beiden Tattoo-Paraden im deutschen Freiburg nächsten Montag oder am Samstag 21. Juli in Basel sein. Kommenden Sonntag wird zudem im Tierpark Lange Erlen ein Gratiskonzert geboten. Speziell für die Kleinen lädt das Tattoo zum Kindertag am Samstag 14. Juli in die Arena auf der Kaserne: Es werden einige Bands mit ihren Paradeuniformen aus der Nähe zu betrachten sein. Die Kinder können aber auch Top-Secret-Trommeln ausprobieren oder an einer High-Land-Dancers-Probestunde teilnehmen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.07.2012, 13:35 Uhr

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