So wird die neue St. Jakobshalle

Die Basler St. Jakobshalle wird zwar «nur» saniert. Dennoch wird die Mehrzweckhalle dadurch ein komplett neues Gesicht erhalten.

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Vor drei Wochen machte das Bau- und Verkehrsdepartement noch ein Geheimnis um das künftige Aussehen der St. Jakobshalle – bekannt gegeben wurde zwar, wer den Architekturwettbewerb zur Sanierung und Modernisierung der Halle gewonnen hat, nicht aber, wie die Sport- und Event­halle künftig aussehen soll. Das ist nun auch klar: Sämtliche Wettbewerbsbeiträge sind in der heutigen St. Jakobs­halle ausgestellt, mit Visualisierungen, ­Plänen und Beschreibungen. Den Wettbewerb klar gewonnen hat das Team mit den beiden Architekturbüros Berrel Berrel Kräutler sowie ­Degelo, beide aus Basel. Die Jury unter dem Vorsitz von Hochbauamtchef ­Thomas Blanckarts gab dem Entwurf «Giovanni» einstimmig den Zuschlag.

Das Projekt « Giovanni» ist bestechend, weil es den Eingangs- und ­Zugangsbereich des Gebäudes neu ausrichtet, auf die Strasse hin, auf deren anderen Seite das Fussballstadion St.-Jakob-Park steht. Der Hallenkomplex erhält einen ganz neuen, grosszügig gestalteten Eingangsbereich und kommt näher an die Strasse. Kehrt ihr nicht mehr die Seite zu wie bisher, wirkt schlicht und doch elegant, ist mit Sicherheit auch etwas fürs Auge und wird deshalb weit über Basel hinaus auch Beachtung finden. Kein Wunder, dass dieser Vorschlag an der gestrigen Vernissage des Architekturwettbewerbs ausnehmend gute Reaktionen hervorrief.

Schön ankommen und gut empfangen werden

Beim Wettbewerb ging es nicht um einen Hallenneubau, sondern um die Sanierung der bestehenden Halle. Der Grosse Rat hat dies grundsätzlich so beschlossen, nicht zuletzt, weil die aus dem Jahr 1975 stammende Halle immer noch sehr viel Bausubstanz aufweist. Das Team der Büros Berrel Berrel Kräutler (Architektur) und Degelo ­Architekten (Gesamtleitung) hat darum die Schale belassen und den Aussenteil neu konzipiert, mit einer rundum laufenden einzigen Dachkante. Die Architekten erwiesen damit ihrem ­Berufskollegen GiovanniPanozzo, der die Halle einst gebaut hatte, ihren Respekt. Ihr Projektvorschlag trägt darum den Namen Giovanni.

«Wir haben uns als Erstes gefragt, was jemand erlebt, wenn er eine solche Halle betreten will», erklärt Heinrich Degelo. Jeder wolle doch schön ankommen und gut empfangen werden, man habe es gerne festlich, es soll etwas Besonderes sein. Darum sei der Eingangsbereich sehr wichtig. Er wird deshalb sehr grosszügig ausgestaltet sein. Mit dem Projekt entsteht zwischen Fussballstadion und Sporthalle quasi ein St. Jakobsplatz, also «für die Fussgänger eine ganz neue Eingangssituation», wie der Architekt Jürg Berrel erklärt.

Gleichwertiges Gegenüber

Der Eingang zur Halle befindet sich künftig nicht mehr auf der Seite der Brüglingerstrasse, sondern gegen die St. Jakobsstrasse. «Das ergibt eine ganz klare Sache, eine neue Wahrnehmung», fährt Berrel fort. Die beiden Architekten betonen, dass sich die Nutzung einer solchen Halle im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat und man diese Entwicklung unbedingt einbeziehen musste.

Die St. Jakobshalle rückt nun also an die Strasse, erhält eine klare Adresse und wird zum gleichwertigen Gegenüber des Fussballstadions. Ein Vordach schützt die Ankommenden auf der ganzen Länge des Gebäudes vor der Witterung, dahinter nimmt ein doppelgeschossiges Foyer die Menschenmassen auf. Das heutige Volumenkonglomerat mit Hauptbau und Annexbauten wird schliesslich zu einem Haus zusammengefasst. Die heutige Arena wird Teil ­eines neuen Ganzen und verliert damit an Autonomie.

Erfreut vom Wettbewerbsausgang zeigte sich Regierungsrat Christoph ­Eymann. «Für uns ist es ein ganz wichtiger Tag, weil wir die Halle betreiben und den bisherigen Mix von Breitensport und Events verschiedenster Art beibehalten können», erklärte der basel-städtische Bildungs- und Sportminister. Eymann erinnerte daran, dass seinerzeit eine Turnhalle gebaut wurde, in der Sportanlässe im Trockenen durchgeführt werden konnten. Dies hat sich im Lauf der Jahre gewandelt – der Bau erfüllt längst eine Mehrzweckfunktion.

Keine dauerhafte Schliessung

Für das Erziehungsdepartement ist sehr wichtig, dass die Halle während der Sanierung nicht dauerhaft geschlossen werden muss, sondern dass es Zeitfenster erlauben, wie gewohnt Events abzuhalten, zum Beispiel das Tennisturnier Swiss Indoors, Konzerte oder Generalversammlungen von Grossfirmen wie Novartis.

Die Sanierung soll die St. Jakobshalle in eine neue Zukunft führen, erklärte Thomas Blanckarts, Leiter des baselstädtischen Hochbauamts und Vorsitzender der Wettbewerbsjury. Überrascht sei man gewesen, dass sich für den Wettbewerb nur gerade neun Bewerber gemeldet haben – allerdings alle «mit interessanten und sorgfältigen Vorschlägen». Die Jury habe dann den Entwurf « Giovanni» von Berrel Berrel Kräutler und Degelo einstimmig zum Siegerprojekt erklärt. Der Ansatz sei, an der bestehenden Substanz weiterzubauen. Die Halle erhalte ein neues Gesicht, woran alle ein Interesse haben müssten, nämlich der Breitensport, die Event-Veranstalter und der Eigentümer, der Kanton Basel-Stadt. Immerhin geht es auch darum, die Sport- und Eventhalle gut verkaufen zu können. Ein Beispiel dafür, dass eine neue Hülle enorm helfen kann, ist das Fussballstadion St. Jakob.

Im Bau- und Verkehrsdepartement respektive im Hochbauamt wird nun das eigentliche Projekt erarbeitet – dieses soll 2014 dem Grossen Rat unterbreitet werden. Die Kosten werden sich, wie im Architekturwettbewerb festgelegt, in der Grössenordnung von 90 bis 120 Millionen Franken bewegen. ­Gemäss Thomas Blanckarts könnte die Sanierung bis 2018 beendet sein.

Die Wettbewerbsresultate sind vom 19. Juni bis 2. Juli ausgestellt: St. Jakobshalle, Saal Basel. Montag bis Freitag jeweils 15–18 Uhr. (Basler Zeitung)

Erstellt: 20.06.2013, 07:04 Uhr

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